Kickers Offenbach

OFC: Offenbacher Bub erfüllt sich Traum

In der Saison 2015/16 trug Francesco Calabrese (rechts, im U19-Spiel gegen Darmstadt 98) zuletzt das Trikot des OFC, für den er zehn Jahre gespielt hatte. 
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In der Saison 2015/16 trug Francesco Calabrese (rechts, im U19-Spiel gegen Darmstadt 98) zuletzt das Trikot des OFC, für den er zehn Jahre gespielt hatte.

Für den Offenbacher Francesco Calabrese geht mit der Rückkehr zum OFC ein Traum in Erfüllung.

  • Francesco Calabrese erfüllt sich Kindheitstraum bei Kickers Offenbach
  • Rückkehr zum OFC
  • Calabrese bereits in der Jugend bei Kickers Offenbach

Offenbach – Dass die Erfüllung seines Kindheitstraumes solche Folgen haben würde, damit hatte Francesco Calabrese nicht gerechnet. „Das war in den ersten Tagen sehr viel Input für mich“, gibt der 23-Jährige zu. 

Es begann schon mit der Vertragsunterschrift bei den Offenbacher Kickers und dem für ihn ungewohnten Drumherum: Fototermin und danach noch ein Video-Interview - das kannte Calabrese nicht. „Bayern Alzenau spielt ja in der gleichen Liga. Ich bin ihnen auch wirklich sehr denkbar. Aber das hier ist ein ganz anderes Level“, betont der Rückkehrer, der bereits in der Jugend für den OFC gespielt hatte. Nun beim Heimatverein einen Profivertrag erhalten zu haben, sei „ein gutes Gefühl“, für das er „hart gearbeitet und viel Zeit investiert“ habe.

OFC: Francesco Calabrese stolz

Und es gibt zahlreiche Leute, die ihm dieses Gefühl gönnen. „Die Reaktionen waren geil. Ich habe tausende Nachrichten von guten Freunden und alten Bekannten bekommen und hinkte einen Tag hinterher“, berichtet Francesco Calabrese. „Ich wollte jede Nachricht beantworten. Zwar bin ich nun bei einem großen Verein und auch stolz darauf. Aber ich bleibe der Gleiche.“

In Calabrese haben die Kickers wieder einen echten Offenbacher Bub in ihren Reihen - geboren im Ketteler-Krankenhaus, aufgewachsen in der Luisenstraße im Stadtzentrum. „Als Kinder haben wir immer in Hinterhöfen gekickt, aber schnell Hausverbot bekommen. Dann ging es auf einem Bolzplatz weiter“, erinnert er sich. Über die Stationen SG Wiking und SG Rosenhöhe landete der junge Mann mit den italienischen Wurzeln schließlich bei den Kickers und blieb zehn Jahre dort. Zum Training ging es per Bus - Träumereien inklusive. „Wenn man jeden Tag mit dem 102er fährt und das Stadion sieht, geht einem natürlich durch den Kopf, wie es wäre, mal dort zu spielen“, gibt Calabrese zu.

Einst Gegenspieler, nun Teamkollegen: Mit Bayern Alzenau traf Francesco Calabrese (rechts) vergangene Saison dreimal auf Maik Vetter und den OFC. 

Zwischenzeitlich schien es auch so, als könnte ihm der direkte Sprung von der Jugend zu den Profis gelingen. „Im ersten Jahr bei der U19 lief es richtig gut. Ich habe zusammen mit Christos Stoilas zehn Buden gemacht und es sah gut aus mit dem Wechsel auf die andere Straßenseite“, sagt Calabrese, der damals im offensiven Mittelfeld spielte, über die Zeit im Sana-Sportpark. Durch eine hartnäckige Schambeinentzündung wurde er jedoch ausgebremst. Im zweiten Jahr bei der U19 gab er erst in der Rückrunde sein Comeback, half später sogar bei der U21 aus. Diese wurde jedoch nach der Saison abgemeldet - und sein ehemaliger Co-Trainer bei der U19, Angelo Barletta, lotste ihn zu Viktoria Griesheim in die Hessenliga. Später arbeiteten beide in Alzenau zusammen - nun treffen sie beim OFC zum vierten Mal aufeinander.

OFC: Calabrese lobt Trainer Barletta

„Ich teile die Philosophie von Angelo Barletta“, erklärt Calabrese. „Er vermittelt einem die Sieger-DNA. Griesheim hatte in der Hessenliga immer gegen den Abstieg gespielt, aber wir haben zwischendurch oben angegriffen. Am krassesten war es in Alzenau, wo wir den Aufstieg in die Regionalliga geschafft haben. Angelo Barletta ist ein Trainer, der junge Leute fördert. Wenn man das, was er von einem verlangt, annimmt, profitiert man davon. Ich habe ihm viel zu verdanken, auch den Positionswechsel. Er hat meine Karriere damit um zehn Jahre verlängert“, scherzt der ehemalige Offensivspieler, der inzwischen auf der Außenverteidigerposition zu Hause ist, aber auch immer wieder mal vorne auftaucht.

Zu spüren bekamen das die Kickers in der vergangenen Saison, als Calabrese beim Alzenauer 2:0-Erfolg das zweite Tor per Flanke vorbereitete und danach mit seinen Gefühlen kämpfte. „Es war ungewohnt, den OFC als Gegner zu haben. Aber wenn der Anpfiff ertönt, versucht man, seinen Job zu machen. Es hat mir damals leid getan, dass es beim OFC nicht lief“, erinnert sich Calabrese.

OFC: Calabrese hat den Aufstieg als Ziel

Als die Saison abgebrochen wurde, standen die Kickers zwar vor Alzenau - aber nur auf Platz acht. Die Ansprüche in Offenbach sind ganz andere, dessen ist sich auch der Rückkehrer bewusst. „Mit dem Heimatverein aufzusteigen, wäre ein Traum“, sagt Calabrese, der noch genau weiß, was in der Stadt los war, als zuletzt der Sprung in die 2. Liga 2005 gelang. Auch den DFB-Pokalsieg gegen Borussia Dortmund 2010 erlebte er hautnah - als Balljunge: „Das war Gänsehaut pur!“

Calabrese weiß aber auch, dass die Stimmung schnell kippen kann und die Erwartungen hoch sind. „Der Druck ist mir egal. Den kann man in Motivation ummünzen“, sagt er und scheut nicht den Konkurrenzkampf: „Hochkaräter als Rivalen zu haben, ist geil. Das pusht mich und zeigt, wie gut der Kader ist. Ich habe lange gekämpft für diese Chance“, betont der gelernte Speditionskaufmann, der erstmals in seiner Karriere Vollprofi ist - und das bei seinem Heimatklub. „Manchmal klappt der direkte Weg nicht. Umso glücklicher bin ich, dass ich es nun doch geschafft habe. Mein Plan ist es, erneut lange zu bleiben.“ (Von Christian Düncher)

Unterdessen hat der OFC beim Trainingsauftakt Tunay Deniz als Neuzugang präsentiert.

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