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OFC startet gegen Worms in die Rückrunde: Parlatan feilt am richtigen Timing

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Von: Jörg Moll

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Zurückgekämpft: Maik Vetter, der sich am 7. Oktober beim 3:0 gegen Astoria Walldorf einen Zehenbruch zuzog, ist wieder fit und eine Option für den Kader am Samstag gegen Worms.
Zurückgekämpft: Maik Vetter, der sich am 7. Oktober beim 3:0 gegen Astoria Walldorf einen Zehenbruch zuzog, ist wieder fit und eine Option für den Kader am Samstag gegen Worms. © Hübner

Das erste Rückrundenspiel der Offenbacher Kickers weckt unangenehme Assoziationen an den Saisonstart: Beim 0:1 in Worms erhielten die Aufstiegsambitionen einen ersten herben Dämpfer.

Offenbach – Begegnungen mit Wormatia Worms sind in dieser Saison besondere – für Kickers Offenbach und auch seinen Trainer Ersan Parlatan. Für die Offenbacher, damals unter dem im Sommer verpflichteten Coach Alexander Schmidt, war die 0:1-Niederlage beim Aufsteiger aus dem Rheinhessischen der erste Dämpfer eines an Ernüchterungen reichen Saisonstarts.

Für Ersan Parlatan war der 2:1-Erfolg am 2. September sein letztes Spiel als Coach des TSV Steinbach Haiger. Anschließend verabschiedete er sich für rund einen Monat als Assistenzcoach zum Zweitligisten 1. FC Nürnberg, ehe er am 16. Oktober erstmals für Kickers Offenbach beim VfB Stuttgart II auf der Bank saß.

OFC-Coach Parlatan: „Wir sind gut im Saft.“

In Worms erlebte er eine Parallele zu den jüngsten Spielen der Kickers. Mit dem TSV lag er bei der Wormatia 0:1 zurück, ehe noch die Wende zum 2:1 gelang. Mit dem OFC musste Parlatan in den letzten vier Spielen jedesmal einem 0:1-Rückstand hinterherlaufen. Aber: Sowohl im Hessenpokal (3:1 in Friedberg) als auch in der Liga (1:1 gegen Mainz 05 II, jeweils 2:1 in Bahlingen und gegen Trier) durften die Kickers am Ende jubeln oder zumindest Zählbares auf dem Konto verbuchen.

Und doch hätte Parlatan nichts dagegen, wenn ein Spiel mal anders verläuft, „denn es ist nicht einfach, solche Rückstände immer aufzuholen.“ Gerade jetzt, wo die Böden tiefer werden und die Kräfte kurz vor der Winterpause womöglich früher nachlassen, auch wenn der OFC-Coach seinen Mannen eine guten körperlichen Zustand bescheinigt: „Wir sind gut im Saft.“

Kickers Offenbach: Hinspiel-Niederlage gegen Worms „eine andere Situation“

Und so impft er seinen Spielern in diesen Tagen weiterhin zweierlei ein: Zum einen noch mehr Spielkontrolle und Dominanz auf dem Feld, zum anderen die nötige Konzentration bei Umschaltmomenten der Gegner. Denn genau darauf wird auch die Wormatia am Samstag am Bieberer Berg setzen. „Es wird ein ähnliches Spiel wie gegen Trier“, ist Parlatan sicher: „Worms wird versuchen, uns weit weg vom Tor zu halten.“ Die Kickers dürfen sich also wieder darauf einstellen, wenig Raum und Zeit in der gegnerischen Hälfte zu haben. Als Erklärungshilfen wird der Kickers-Coach die Sequenzen des Trier-Spiels nutzen, die ihm gut gefallen haben. „Wir hatten viel Spielkontrolle und Dominanz, auch viele Durchbrüche am Flügel.“ Nur am Timing gelte es zu arbeiten. Entweder passten die Hereingaben und die Box war nicht entsprechend besetzt - oder umgekehrt.

Auf eine Erinnerung an das 0:1 in der Hinrunde als Motivationshilfe wird Parlatan dagegen verzichten. „Das ist vier Monate her, es ist eine andere Situation“, sagt er. Bei beiden Klubs hat sich viel verändert. Worms steht mittlerweile dort, wo Aufsteiger in der Regionalliga Südwest häufiger erwartet werden: im Tabellenkeller. Die Kickers sind Tabellenvierter, sieben Zähler hinter Spitzenreiter SSV Ulm 1846, aber nur zwei hinter dem Zweiten TSV Steinbach Haiger. Diese Ausgangslage soll sich am Wochenende zumindest nicht verschlechtern.

Kickers Offenbach: Maik Vetter eine Option für den Kader

Durchaus beunruhigend war die Situation im Training zu Beginn der Woche. Am Montag fehlten drei Spieler erkrankt, am Dienstag dann sogar fünf. Coronatests brachten immerhin allesamt negative Ergebnisse. Und gestern durfte Parlatan erstmals wieder aufatmen – und bis auf Kapitän Sebastian Zieleniecki alle Akteure im Training begrüßen. Auch Maik Vetter ist nach kuriertem Zehenbruch zurück und eine Option für den Kader am Samstag. Ganz im Gegensatz zu Zieleniecki.

Der polnische Abwehrchef wird nach seinem Sehnenanriss im Oberschenkel erst im neuen Jahr wieder eingreifen können. „Alles andere wäre zu riskant“, so Parlatan. Zumal die Innenverteidigung mit Jayson Breitenbach und dem längst bestens integrierten Zugang Maximiilan Rossmann steht, wenn auch seit Parlatans Einstand in Stuttgart am 16. Oktober in sechs weiteren Partien jedes Mal mindestens ein Gegentor zu Buche stand. Auch die Null zu halten wäre also ein guter Motivationsansatz, den Parlatan seinen Schützlingen ans Herz legen könnte. Dieses Mal, ganz im Gegensatz zum missratenen Saisonstart, halt auf der richtigen Seite. (Jörg Moll)

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