Kevin Schmidt schickt die Spieler ins Meer

Barfuß durch die Atlantik-Wellen

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Knetet in Chiclana die Kickers: Kevin Schmidt

Chiclana - Die Tür des Zimmers 242 im Hotel Barrosa Palace steht immer offen. Mitten im Raum: eine Behandlungsliege. Allerlei therapeutisches Gerät, Salben und Tapematerial lagern auf Anrichten. Es ist der Arbeitsbereich von Kevin Schmidt. Von Jörg Moll 

Der 30-Jährige ist der Physiotherapeut der Offenbacher Kickers im Trainingslager. Vorgänger Dominik Gutermuth hatte zu Beginn des Jahres den Arbeitgeber gewechselt. Schmidt, der in Weilburg geboren, aber mittlerweile in Bürgel zu Hause ist, kennt den Klub bestens. Bis zur Insolvenz 2013 war er schon mal in gleicher Funktion für den OFC tätig, damals mit Dieter Schäfer.

Nach einem Abstecher auf die andere Mainseite zu Eintracht Frankfurt, für die er von Juli 2015 bis Juli 2016 die Profis durchknetete, nahm er eine feste Stelle bei R2comSport an. Das Rehazentrum von Björn Reindl in Neu-Isenburg ist Partner der Kickers. Über einen Mangel an Arbeit kann sich Schmidt in Chiclana de la Frontera nicht beklagen. „Es gibt viel zu tun“, räumt er ein. Bis zu drei Trainingseinheiten am Tag schlauchen selbst die trainiertesten Muskeln der OFC-Profis.

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Bei jedem Training steht Schmidt am Spielfeldrand, um im Ernstfall schnell für Linderung zu sorgen. Bislang hielten sich diese Einsätze erfreulicherweise in Grenzen. Nach den Mahlzeiten wartet er in Zimmer 242 auf die Spieler, bis spätabends. Mit Massagen alleine ist es nicht getan. Schmidt gibt auch klare Anweisungen zur Regeneration. Übungen im Hallenbad gehören dazu. Aber auch ein Barfußgang in den Wellen des Atlantiks, die 100 Meter vom Hotelpool entfernt beständig an den Strand rollen, zählt zu seinen Empfehlungen. Ein simples Zaubermittel, um die hochbelasteten Füße und Knöchel zu kühlen und für wohltuende Entspannung zu sorgen. „Die meisten nehmen meinen Rat an, nur bei einigen muss ich schon mal nachfragen, ob sie denn wirklich im Schwimmbad waren“, sagt Schmidt lächelnd.

Wer Physiotherapeut werden will, muss fit sein. Die Arbeit ist körperlich anstrengend – und erfordert ständige Fortbildung. „Du musst immer auf dem neuesten Stand bleiben“, erklärt Schmidt. Aktuell arbeitet er daran, einen Abschluss in Osteopathie zu erlangen. Das aber muss derzeit warten. In Zimmer 242 gibt es zu viel zu tun.

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