OFC Gegen Stuttgart II soll Wende gelingen

Raus aus dem Stimmungstief - Mannheim buhlt um Sawada

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OFC-Mittelfeldspieler Ko Sawda (dunkles Trikot, Hinspiel beim VfB Stuttgart II) wird von Drittliga-Aufsteiger Waldhof Mannheim umworben, der schon dessen Mitspieler Jan Hendrik Marx für kommende Saison verpflichtet hat.

Zuschauerzahlen sind immer ein guter Gradmesser dafür, wie zufrieden Fans sind. Bei den Anhängern von Kickers Offenbach ist die Stimmung derzeit im Keller.

Offenbach – Der OFC ist zwar mit insgesamt 84.463 Zuschauern die Nummer zwei der Regionalliga Südwest und liegt mit einem Schnitt von 5 631 knapp über der Zahl, mit der im Etat geplant wurde. Zuletzt wollten aber nur noch 3 655 das Heimspiel gegen den FK Pirmasens sehen. Das war der geringste Besuch seit Jahren. Und die, die kamen, gingen enttäuscht nach Hause – zum wiederholten Mal. 0:1 gegen einen Aufsteiger, die sechste sieglose Partie in Folge. Kein Wunder, dass Trainer Daniel Steuernagel vor dem vorletzten Heimspiel der Saison gegen den VfB Stuttgart II (heute, 19. 30 Uhr) eine Reaktion von seinem Team fordert.

Kickers Offenbach trudelt ziellos durch die Liga

Nun war es mitnichten so, dass die Kickers gegen Pirmasens desolat gespielt hatten. Der OFC war überlegen, patzte aber einmal entscheidend und nutzte seine vielen Chancen nicht, auch weil eventuell ein paar Prozent an Entschlossenheit fehlten, was auch mit der schwierigen Gemengelage zu tun hat. Nachdem die Meisterschaft längst entschieden und auch der zwischendurch angepeilte Trostpreis Platz zwei in weite Ferne gerückt ist, trudeln die Kickers ziellos durch die Liga. Alle drei Torleute und einige Feldspieler wissen, dass künftig ohne sie geplant wird. Jan Hendrik Marx hat sich für einen Wechsel zum SV Waldhof Mannheim entschieden. Bei anderen ist noch unklar, wo sie kommende Saison kicken werden. Ko Sawada ist zwar noch bis 2020 gebunden, wird allerdings umworben. Nach Marx würde Erzrivale Mannheim gerne auch den Japaner holen.

Waldhof Mannheim: Nach Marx auch Interesse an Sawada

„Dass es Interesse gibt, habe ich auch gehört“, sagt OFC-Geschäftsführer Christopher Fiori. „Direkt bei uns hat sich aber noch niemand gemeldet.“ Das würde wohl ohnehin nichts bringen. Fiori verweist darauf, dass Sawada noch einen über die Saison hinaus gültigen Vertrag hat. Aufsteiger Mannheim müsste also Ablöse zahlen, was Drittligisten recht selten machen. Falls doch, bewegen sich die Summen in derlei Fällen zumeist im unteren bis mittleren fünfstelligen Bereich. Der OFC will jedoch, sofern die Gruppe um den potenziellen Präsidenten Joachim Wagner das Kommando übernimmt, selbst investieren und keine Stammspieler abgeben. Vielmehr sollen nach Luigi Campagna (SSV Ulm) weitere Verstärkungen kommen.

Erik Wekesser können die Kickers wohl von ihrer Kandidatenliste streichen. Der Mittelstürmer, der für den Ligarivalen Astoria Walldorf diese Saison in 29 Spielen 14 Tore erzielte, hat längst auch das Interesse höherklassiger Vereine geweckt. Dafür wird ein als möglicher Zugang gehandelter Akteur heute in Offenbach vorspielen. VfB-Angreifer David Tomic (u.a. einst SG Rosenhöhe) fehlte zuletzt gegen den SC Hessen Dreieich (3:0) aufgrund einer Gelbsperre, davor hatte der gebürtige Hanauer aber alle 30 Punktspiele absolviert. Die Saisonbilanz des 21-Jährigen: sieben Tore, fünf Vorlagen.

"Alles-oder-nichts-Spiel" für OFC-Gegner

Aber nicht nur Tomic werden und müssen die Kickers im Blick haben. Für die VfB-Reserve sei diese Partie ebenso wie für den kommenden OFC-Auswärtsgegner Wormatia Worms (11. Mai, 14 Uhr) „ein Alles-oder-nichts-Spiel“, wie Steuernagel betont. Beide stecken im Abstiegskampf, haben daher nichts zu verschenken. Bei den Kickers ist der Einsatz von Stammtorhüter Daniel Endres (Sprunggelenksprobleme) weiter ungewiss. Die Nummer zwei, Sebastian Brune (krank), fällt aus. Gestern meldete sich zudem Serkan Göcer (krank) ab.

VON CHRISTIAN DÜNCHER

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