Vorbereitung auf die Restrunde

Kader einmal ordentlich umgekrempelt: OFC will jetzt durchstarten

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„Wir wollen Spieler, die mehr wollen, als sie bisher erreicht haben“: die Winterzugänge von Kickers Offenbach (OFC, von links) Sebastian Zieleniecki, Maurice Pluntke, Serkan Firat, Tiem Dierßen und Pelle Hoppe. 

Mit stark verändertem Kader und viel Esprit hat Kickers Offenbach (OFC) die Vorbereitung auf die Restrunde in der Fußball-Regionalliga Südwest begonnen.

Offenbach – Serkan Firat lachte, begrüßte herzlich Fans - und stand ungeduldig vor dem zunächst noch verschlossenen Tor zum Sana Sportpark am Wiener Ring. „Ich freue mich sehr und kann es kaum erwarten, dass es wieder losgeht“, sagt der Rückkehrer vom FC Bayern Alzenau. Der 25-Jährige war einer von fünf Neuen, die beim Offenbacher Vorbereitungsstart auf die Restrunde mitwirkten. 

Nach Mittelfeldspieler Tim Dierßen (zuletzt Hannover 96) und Stürmer Pelle Hoppe (Chemnitzer FC) hatte der OFC am Samstag (11.01.2020) in den Innenverteidigern Sebastian Zieleniecki (Widzew Lodz) und Maurice Pluntke (Wacker Nordhausen) seine Winterzugänge vier und fünf präsentiert. In Meriton Kastrati (21/zuletzt SC YF Juventus/Schweiz) nahm ein Rechtsverteidiger (ein U21-Länderspiel für Kosovo) als Testspieler am Training teil.

OFC-Boss Sobotzik betont: „Pflicht, nach der Hinrunde zu reagieren“

„Es war unsere Pflicht, nach der Hinrunde zu reagieren“, erklärte OFC-Geschäftsführer Thomas Sobotzik die großen Veränderungen im Kader. In Kevin Pezzoni, Kevin Ikpide, Julian Scheffler, Matias Pyysalo, Bastian Kurz und Andis Shala fehlten sechs Spieler, denen Sobotzik und Trainer Angelo Barletta bedeutet hatten, dass sie keine Rolle mehr spielen. Lediglich wegen eines privaten Termins fehlte Angreifer Moritz Hartmann am Samstag. 

Etwas anders verhält es sich bei Luigi Campagna, der ursprünglich ebenfalls aussortiert werden sollte. „Der Trainer hat ein offenes Gespräch mit ihm geführt, ihm klargemacht, dass sich sein Status verändern wird“, erklärte Sobotzik: „Aber Luigi ist ein Vollprofi, wenn er bleiben möchte, ist er immer herzlich willkommen.“

Kickers Offenbach (OFC) startet mit stark verändertem Kader wieder durch

Anders stellt sich die Situation für Gerrit Gohlke dar. Der Innenverteidiger, der wegen Knieproblemen nur ein Rehaprogramm absolvierte, wird nach der Bekanntgabe seines Wechsels im Sommer zum Drittligisten Waldhof Mannheim keine Rolle mehr spielen. „Er wird nur noch eingesetzt, wenn gar nichts mehr gehen sollte“, stellte Sobotzik klar. Der OFC-Geschäftsführer sendete eindeutige Signale an den SV Waldhof. Gohlke werde den Verein nur dann schon im Winter verlassen können, wenn Mannheim eine Ausbildungsentschädigung zahlt.

Luigi Campagna übte sich am Samstag gleich in einer neuen Rolle - als Ansprechpartner für Sebastian Zieleniecki. Der 24-jährige Pole, zuletzt vier Jahre beim Traditionsklub Widzew Lodz in der 2. polnischen Liga aktiv, hat vier Jahre in Italien gespielt und spricht daher auch italienisch. Den Innenverteidiger bezeichnete Sobotzik, der auch beim ehemaligen polnischen Nationaltrainer Frantisek Smuda ein Urteil einholte, als „jung, aber trotzdem schon erfahren“. Für Lodz absolvierte der frühere Jugend-Nationalspieler 105 Pflichtspiele. Das große Plus des Blondschopfs sei seine Größe und Schnelligkeit, so Sobotzik. Nach einem Besitzerwechsel bei Widzew war Zieleniecki im Winter ablösefrei zu haben.

Kickers Offenbach (OFC): Fünf neue Winterzugänge verändern Kader

Das gilt auch für Maurice Pluntke. Der 25-Jährige war nach der Insolvenz des ambitionierten Nordost-Regionalligisten Wacker Nordhausen auf dem Markt. Der Innenverteidiger, der auch rechts hinten spielen kann, genoss seine fußballerische Ausbildung bei Borussia Mönchengladbach, nach einem Intermezzo in der zweiten US-Liga war er erst beim West-Regionalligisten Alemannia Aachen und dann eineinhalb Jahre in Nordhausen Stammspieler und Leistungsträger.

„Ich bin der festen Überzeugung, dass in einer Mannschaft, die erfolgreich sein will, die meisten Spieler ihre beste Zeit noch vor sich haben sollten“, erklärte Sobotzik die tiefgreifenden Veränderungen im Kader des Tabellenzehnten. „Für uns ist wichtig, dass die Spieler unbedingt mehr wollen, als sie bisher erreicht haben.“ Dass die Transferaktivitäten so früh vorangeschritten sind, ist für Sobotzik ebenso wichtig. „Wir möchten den Jungs die Chance geben, sich zu integrieren.“

VON JÖRG MOLL

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