Autogramme, Interviews und Fanartikel bei

Offizielle OFC-Saisoneröffnung: Ein Nachmittag in rot-weiß

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Kickers-Tag auf dem Wilhelmsplatz: Während der geneigte Fan offenbar den kürzesten Weg bevorzugt, harrt der Nachwuchs geduldig hinter der Bühne aus. Unten: Einen Krimi hat nicht einmal jeder Bundesligist, Autogramm-Wünsche (hier: Kevin Pezzoni) werden vor allem den jüngsten Fans gern erfüllt.

Traditioneller Kickers-Tag auf dem Wilhelmsplatz. Wieder einmal. Ebenso wie eine weitere Saison in der Fußball-Regionalliga. Mittlerweile die sechste? Oder ist es die siebte? Der geneigte Fan hat das Zählen aufgegeben, zuckt die Schultern.

Offenbach –  Resignation? Eher nicht. Lieber etwas Trotz. Und so klingt auch sein Ruf in Richtung Bühne, die mittig auf dem zentralen Platz steht: „Kickeeeers. . . “.

Die Stimmung? Ja, die ist eine Woche vor dem Rundenstart (Montag, 29. Juli, 20.15 Uhr, Heimspiel gegen den SSV Ulm) schwer einzuschätzen. Die Skala reicht von „Uffstieg“ bis „Na ja, ein weiteres Jahr in der Belanglosigkeit“. An den großen Traum 3. Liga glauben gestern die wenigsten. Darum geht es den Fans auch nicht unbedingt: „Scheiß egal, welche Liga...“ Der Rest wird sich in den ersten Spielen der Saison 2019/20 weisen. Eine spannende Sache – nicht allein für die Fans.

Der Ort?  Der ist für den Kickers-Tag bekanntermaßen gut gewählt. Am kulinarischen Epi-Zentum der Stadt kommt die Stadtgesellschaft gern zusammen. Und so sind die Plätze am frühen Nachmittag gut gefüllt – vor der Bühne, an den Ständen, in den Lokalitäten. Am Markthaus von Eric Münch ist auf der Terrasse kein Sitzplatz mehr frei. Kein Wunder. Unter den ausladenden Sonnenschirmen lässt es sich entspannt sitzen, genießen und fachsimpeln. Zwar etwas zurückhaltender als auf dem restlichen Platz: das rot-weiße Outfit...

Kickers Offenbach: Bühne in der Hand von Olaf Kruse

Die Hitze?  Die Prognose für den Sonntag lag bei etwa 29º. Also: rein theoretisch. In der städtischen Gluthitze ist es tatsächlich kaum zu ertragen. Dem hart gesottenen Anhänger ist das egal, er bleibt den Ritualen rund um seinen Fußballverein treu. Bedeutet: Bratwurst, Bier. Oder andersrum. Immerhin gibt es Alternativen: Ein Eisbecher rot-weiß, „Frozen Yogurt“ und „Iced Coffee“ – der allerdings ganz in schwarz. Die wenigsten greifen bei Bernd Stevermüer von der Fan-Abteilung zu. Der kostenfreie Obstkorb ist einigen wohl zu gesund...

Die Bühne?  Die ist an diesem Tag fest in der Hand von Stadionsprecher Olaf Kruse und Fanradiopionier Lars Kissner. Sie spielen sich die journalistischen Bälle zu, stellen die verschiedenen Jugendteams des OFC samt Trainer und Betreuer vor, versuchen sich in Kurz-Interviews. „Ich bin der Diego ... ich bin der Luis...“ Gut, die Jungs sind sicher geschickter am Ball und in ihren Laufwegen, aber immerhin eines ist sicher: „Die Frisur sitzt...“

Kickers Offenbach: Was ist das Motto?

Feeling Bieberer Berg?  Zumindest einer der U-15-Kicker bekennt, dass er schon lange OFC-Fan ist. Ansonsten ist es selbst im Nachwuchsbereich eines deutschen Viertligisten wohl ein ständiges Kommen und Gehen – wie bei den ganz großen Vereinen und Stars. „Wer ist denn länger als vier Jahre bei den Kickers?“ Als sich einer der Jugendlichen meldet, wird er von den Moderatoren sofort zum „Kickers-Bub“ erkoren. Mit Verlaub: Die Lokal-Matadoren vom 59er-Endspiel in Berlin würden nur den Kopf schütteln. Berti Kraus spielte 17 Jahre bei den Kickers, Gerd Kaufhold 18 Jahre, Hermann Nuber 25 Jahre...

Das Motto?  „Zusamme schaffe mers“, „Alles auf Rot-Weiß“, „#kultsindwir“. Immer wieder versuchen die Verantwortlichen und Unterstützer ein neues Motto zu kreieren. „Und in diesem Jahr?“, fragt der Edelfan provozierend den Autor dieser Zeilen. Erwischt. „Ähh, keine Ahnung...“ „Es gibt nämlich keins!“, folgt prompt die Auflösung der ungestellten Quiz-Frage. Ein schlechtes Omen? Na ja, schlechter als in den vergangenen Jahren kann es kaum werden...

OFC feiert mit Fans den Kickerstag - Bilder

Torte on OFC-Farben wird versteigert

Die Schranke?  Im allgemeinen Trubel geht ein Stück privater Konditor-Kunst beinahe unter. Es ist eine rot-weiße, doppelstöckige Torte, die für das Nachwuchs-Leistungszentrum versteigert wird. Der Zuschlag kommt bei 110 Euro, der Weiterverkauf (5 Euro pro Stück am Erwin-Stand!) soll ebenfalls in das Projekt „Lichtschranke“ fließen, wobei unklar bleibt, was damit genau gemeint ist. Zufahrt zum Trainingsgelände, Tempomessung der Spieler, Reaktionsgeschwindigkeit der Torhüter?

Der Countdown?  Es dauert ein wenig, bis 1. Mannschaft und Trainerstab um Daniel Steuernagel Platz, Bühne und Mikrofon entern. Und natürlich gibt es Autogramme und Selfies, ein rot-weißes Komplett-Paket – wie nicht anders zu erwarten.

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