U19-Stürmer aktuell kein Thema

Ist Schützenkönig Signorelli zu schmächtig für die Profis?

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Zum Haareraufen: U19-Torjäger Giuseppe Signorelli hat wohl keine Zukunft bei Kickers Offenbach.

Er wohnt nur wenige Minuten vom Stadion auf dem Bieberer Berg entfernt und trifft für die U19-Fußballer der Offenbacher Kickers wie am Fließband. Ob Giuseppe Signorelli eine Zukunft beim OFC über die Saison hinaus hat, ist aber mehr als fraglich.

Offenbach – Wenn man die Verantwortlichen des OFC auf den Torjäger der A-Jugend anspricht, fallen die Antworten stets sehr allgemein aus. Man werde wieder zwei, drei Talente aus dem Nachwuchs zu den Profis hochziehen, heißt es. Leonidas Tiliudis (defensives Mittelfeld) und Flügelflitzer Jakob Lemmer gelten als Kandidaten. Signorelli ist hingegen ein Wackelkandidat.

Die vier Planstellen im Sturm für die kommende Saison sind aktuell belegt. Jake Hirst (Vertrag bis 2021), Varol Akgöz und Niklas Hecht-Zirpel (beide bis 2020) sind über das Rundenende hinaus an den OFC gebunden, die Zusammenarbeit mit Moritz Reinhard (Vertrag läuft aus) wird der Verein per Option um ein Jahr verlängern.

OFC: Hat Signorelli das Zeug zur Profi-Karriere

Zwar gibt es Überlegungen, sich vorzeitig von Hecht-Zirpel zu trennen, und auch Akgöz (spielte in den letzten fünf Partien nur einmal) kann nicht zufrieden sein. Signorelli macht das jedoch nicht automatisch zum potentiellen Nachrücker. Es gibt nämlich Zweifel, ob der 1,80 Meter große Deutsch-Italiener die körperlichen Voraussetzungen für eine Profi-Karriere mitbringt. Zu klein, zu schmächtig – so lauten die Bedenken. Eine Idee: Signorelli soll erstmal andernorts Spielpraxis sammeln.

Vergangene Saison hatte sich der Stürmer in der U19-Bundesliga versucht, war bei Eintracht Frankfurt aber nur Ergänzungsspieler (neun Einsätze). Der Stürmer lief nur einmal von Beginn an auf (gegen den SV Wehen Wiesbaden) und erzielte dabei sein einziges Tor – zum 1:0-Sieg. In der Hessenliga netzt er hingegen fast nach Belieben ein. Für die SG Rosenhöhe traf der angehende Abiturient 2016/17 in der B-Jugend 34 Mal und war mit großem Vorsprung Torschützenkönig der Liga. Aktuell führt er die Rangliste wieder an – mit 30 Treffern. Der Zweite, Philipp Basmaci (SV Wehen Wiesbaden) traf 14 Mal.

Kofi Asamoah als negatives Beispiel

Eine Garantie für eine steile Karriere ist das aber nicht. Kofi Asamoah traf beispielsweise 2013/14 für die U19 des OFC 31 Mal in der Hessenliga, wechselte zu Wehen Wiesbaden und kickt inzwischen in der Gruppenliga für den SVG Steinheim. Wohin führt also Signorellis Weg? Bei Hoffenheim II soll er ein Probetraining machen. Auch ein niederländischer Erstligist habe sich nach ihm erkundigt.

Von Christian Düncher

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