Trainer Barletta lobt den Eifer der Spieler - Daghfous klagt gegen Kündigung

Kickers Offenbach: OFC-Spieler fährt fürs Training 400 Kilometer im Auto

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OFC-Abräumer Luigi Campagna (rechts, im Test gegen Aret Demir von 1960 Hanau) kann wegen der Corona-Pandemie derzeit nicht bei seinen Verwandten in Aschaffenburg wohnen und fährt daher 200 km zum Training.

Bei den Kickers Offenbach wird wieder trainiert. Allerdings gibt es beim OFC-Training noch einige Hürden.

  • Die Kickers Offenbach haben das Training aufgenommen.
  • Doch die Bedingungen sind nicht optimal.
  • Die Spieler des OFC müssen in Kleingruppen trainieren.

Offenbach – Für die Kickers Offenbach ist es quasi die dritte Vorbereitungsphase in dieser Spielzeit. Seit drei Wochen wird beim OFC mittlerweile wieder trainiert, um gewappnet zu sein für die mögliche Fortsetzung der Saison. Ob es dazu kommt, ist allerdings weiterhin völlig offen. „Es wird langsam Zeit für eine echte Perspektive“, meint Thomas Sobotzik, Geschäftsführer des Fußball-Regionalligisten, stellt aber klar: „Die Stimmung ist positiv. “.

Cheftrainer Angelo Barletta bestätigt diese Einschätzung: „Die Jungs freuen sich, dass sie ihren Beruf ausüben können. Ich muss die Spieler loben, sie sind mit Eifer dabei.“ Und das, obwohl die Abläufe alles andere als normal sind. Trainiert wird in Kleingruppen mit entsprechenden Abständen. Ein Großteil der sonst gängigen und beliebten Übungen kann unter diesen Umständen gar nicht absolviert werden.

Kickers Offenbach: Nur Spielformen und Wettkampf fehlen dem OFC

„Man muss den Jungs immer etwas anbieten und verschiedene Sachen einstreuen“, berichtet Barletta, will aber nicht klagen. „Das einzige, was fehlt, sind letztlich Spielformen und Wettkampf. Die Hälfte meines Trainings besteht normalerweise aus Spielformen. Da musste ich umplanen. Es ist aktuell mehr ein hinführendes Training.“ Mit Flanken, Torschüssen - und dem Ziel, irgendwann mal ein richtiges (Trainings-)Spiel zu absolvieren.

Geübt wird aktuell fünfmal pro Woche bei den Kickers Offenbach in vier bis fünf Gruppen. Damit jede entsprechend betreut werden kann, haben sich Barletta, dessen Assistent Dennis Bochow und Torwarttrainer Rene Keffel Unterstützung geholt. „Ich habe Bernd Winter komplett für mich eingespannt“, sagt der Chefcoach des OFC über den Teammanager, der beim FSV Frankfurt und dem Karlsruher SC einst als Co-Trainer tätig war. „Er wirft alles rein“, lobt Barletta Winters Engagement. „Das gilt auch für Ramon Berndroth, der ja eigentlich mehr Controller und Bindeglied sein soll.“ Der inzwischen 68 Jahre alte Chefscout genießt es aber, auf dem Platz zu stehen, die Spieler anzuleiten oder ihnen Ratschläge zu geben.

Kickers Offenbach: OFC-Spieler können nicht mehr bei Familie wohnen

„Das Trainerteam ist eine Stunde vorher da, damit die Jungs gleich starten können“, berichtet Barletta. Nach einer Warmmachphase fängt das eigentliche Training an, das es trotz der Einschränkungen durchaus in sich hat. „Die Jungs sind fit“, scherzt der Chefcoach der Kickers Offenbach.

Also alles bestens? Es gibt eine Sache, die Barletta stört. Nämlich die Tatsache, dass Mittelfeldmann Luigi Campagna vor und nach jedem Training mehr als 200 Kilometer per Auto zurücklegen muss. „Das ist die Kehrseite. Es gefällt mir gar nicht“, gibt der 43-Jährige zu. „Luigi wohnt normalerweise unter der Woche bei der Verwandtschaft in Aschaffenburg. Das ist jedoch nicht mehr möglich, da die Leute älter sind und Vorerkrankungen haben.“ Also pendelt der 30-Jährige fürs Training zwischen Offenbach sowie dem rund 200 Kilometer entfernten Ilshofen, in der Nähe von Crailsheim, wo seine Familie wohnt. „Es kann kein Dauerzustand sein, vor und nach dem Training zwei Stunden im Auto zu sitzen. Wir tolerieren es aber, weil es eine Ausnahmesituation ist“, sagt Barletta.

Die OFC-Spieler Nejmeddin Daghfous, der Campagna nach einem Trainingsvorfall die Nase gebrochen hatte und von den Kickers daraufhin fristlos entlassen worden war, hat übrigens gegen seine Kündigung geklagt. Das Schreiben ging beim Gericht ein. Ende Mai gibt es einen Gütetermin.

VON CHRISTIAN DÜNCHER

Aktuell plant der Verein einen „Meilenstein“. Die Kickers Offenbach (OFC) möchten für ein Geisterspiel 25000 Tickets verkaufen.

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