Stürmer bereut Wechsel zum OFC nicht

Treske: „In manchen Spielen waren wir zu brav“

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Mittelstürmer Florian Treske (vorne, im Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim II) ist diese Saison mit bislang acht Treffern zweitbester Torschütze der Offenbacher Kickers hinter Dren Hodja (9). Insgesamt traf er in der Regionalliga Südwest für Ulm, Worms und den OFC 74-mal (bei 163 Einsätzen), das ist Rekord.

Chiclana - Der Bayer im Team des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach ist ein Freund klarer Worte. „Ich sage, was ich denke“, betont Florian Treske. Und nach einem halben Jahr beim OFC betont der Stürmer: „Mein Wechsel zu diesem Verein war richtig.“ Von Jörg Moll

Florian Treske gehört zu den Vielspielern des Tabellenzweiten der Regionalliga Südwest. 21 Partien absolvierte er, stand insgesamt 1773 Minuten auf dem Platz. Nur Stefano Maier, der keine Minute fehlte, spielte öfter. Der Mittelstürmer, vor der Saison vom Ligarivalen Wormatia Worms gekommen, hat sich eingelebt in Offenbach. „Ich genieße es, bei diesem Verein zu sein“, sagt er.

Für den 1,90 Meter großen Angreifer, der aus Deggendorf im Bayerischen Wald stammt, ist es die vierte Station als Profi nach dem SSV Ulm 1846, den Stuttgarter Kickers und Worms. „Und nach einem halben Jahr kann ich sagen: Es war die richtige Entscheidung.“ Und das nicht nur, weil der OFC als Tabellenzweiter mittendrin ist im Rennen um die beiden ersten Ränge. Fanzuspruch, mediale Wahrnehmung, Emotionen – für Treske ist alles eine Nummer größer als in seiner Zeit in Worms (2014 bis 2017). Dazu gehört auch, ins Trainingslager zu fliegen. „Mit Worms waren wir mal in Mainz, mit Ulm mal in Italien, aber geflogen bin ich noch nie“, räumt er ein.

Dass er in Chiclana de la Frontera eine Woche ohne seine Frau und die eineinhalb Jahre alte Tochter Leni auskommen muss, ist nicht leicht für den Familienmenschen Treske. In Offenbach gehört er zu jenen Spielern, die „pünktlich zum Training kommen, aber auch pünktlich wieder gehen.“ Was auch damit zusammenhängt, dass seine Frau „in Offenbach niemand kennt und ich selbst auch Zeit mit meiner Tochter verbringen will“.

Sportlich betrachtet fällt das Fazit nach sechs Monaten positiv aus. Auch wenn nach glänzendem Start mit 28 Punkten aus zwölf Spielen, in denen er sechs seiner acht Tore erzielte, ein Tief mit 14 Punkten aus neun Spielen und nur noch zwei Treske-Toren folgte. Alles schlechtreden will der Bayer nicht, kritisch hinterfragt hat er vieles. „In manchen Spielen waren wir zu brav“, analysierte er: „Vielleicht hat uns ein Typ wie Grgo Zivkovic gefehlt.“

OFC im Winter-Trainingslager in Spanien: Bilder

Der Winterzugang aus Kroatien hat sich im Trainingslager in Windeseile einen Ruf als harter Zweikämpfer erarbeitet. Auch sich selbst hat Treske hinterfragt, ohne alles in Zweifel zu ziehen. „Ich bin ein Spieler, der in der Box lauert und keiner, der aus der Tiefe kommt.“ Gegen Erndtebrück funktionierte das bestens: Firat legte zweimal von links auf – und Treske nutzte seine Chancen eiskalt. „Als Stürmer brauchst du Selbstvertrauen“, sagt er erleichtert. „Wichtig war, dass er wieder den Weg in die Box gesucht und gefunden hat“, meinte Sportdirektor Sead Mehic. Dessen deutliche Kritik vor Weihnachten hat Treske positiv aufgenommen. „Es war wichtig, mal klare Worte zu finden.“ Um das große Ziel nicht leichtfertig zu verspielen. „Saarbrücken ist eine eigene Nummer in dieser Liga, aber wir wollen Platz zwei verteidigen“, blickt Treske voraus: „Wir werden 15 Endspiele haben bis zu den zwei Aufstiegsspielen.“

Wie das Vorhaben gelingen soll, davon hat der Angreifer klare Vorstellungen. „Wir sind eine Mannschaft, die über das Spielerische kommt“, betont er: „Wir wollen mit Ballkontrolle die Außen in Szene setzen und dann in die Box kommen.“ Dort lauert dann der Bayer mit Wahlheimat Hessen. Die wird er so schnell auch nicht aufgeben. „Ich habe bewusst einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben, ich habe nicht vor, jedes Jahr einen Verein zu suchen.“

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