Verbleib beschlossen

Tiefschlafphase kostet Kickers den Sieg - dieser Spieler bleibt auch in der nächsten Saison

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Torschützen unter sich: Moritz Reinhard (Zweiter von links) brachte die Offenbacher Kickers in Steinbach mit 1:0 in Führung, Timo Kunert (links) glich per Freistoß zum 1:1-Endstand aus. Rechts daneben beobachtet Serkan Firat die Szene. Der Topscorer des OFC hatte keinen guten Tag.

Seine jungen Fans hellten Daniel Steuernagels Stimmung zumindest kurzzeitig auf.

Steinbach – Dass die Klasse, die der Ex-Grundschullehrer bis zur Entscheidung, Coach der Offenbacher Kickers zu werden, betreut hatte, aus Herborn angereist war, um den Trainer und dessen Team im Spiel beim TSV Steinbach Haiger anzufeuern, habe ihn „riesig gefreut“, gab der 39-Jährige zu. Nicht erfreut war er über das Endergebnis – 1:1.

„Das ist bitter“, sagte Steuernagel, für dessen Elf beim Sechsten mehr möglich war. Der Vierte war kurz vor der Halbzeit durch Moritz Reinhard, der im dritten Spiel in Folge traf, in Führung gegangen (37.). Zum dritten Mal in Folge spielte man aber nur 1:1. Der OFC verpasste damit die Chance, den Rückstand auf Platz zwei auf einen Zähler zu verkürzen. „Für Offenbach ist das zu wenig“, meinte Steinbachs Interimstrainer Frank Döpper. Für ihn ging das Ergebnis „in Ordnung“.

Kickers beginnen mit neuer Formation

Steuernagel sah das anders. Die Kickers, die zuletzt stets im 3-5-2 oder 4-4-2 agiert hatten, begannen diesmal mit einer 3-4-3-Formation, was den TSV überraschte. Erst nach 15 Minuten fand Steinbach ins Spiel. Viel ließ der OFC aber nicht zu. Daniel Endres parierte einmal stark (14.), zudem schlenzte Moritz Hannappel knapp vorbei (35.). Mehr Chancen hatte der TSV nicht. Der OFC tauchte hingegen dreimal gefährlich vor dem Tor auf. Reinhard (9.) sowie Benjamin Kirchhoff (36.) scheiterten an Tim Paterok. Doch als Reinhard nach Pass von Ko Sawada abermals frei war (37.), hatte Steinbachs Torwart keine Chance.

„Wir haben es leider verpasst, einige Szenen sauber zu Ende zu spielen, sonst hätten wir zwei Treffer mehr erzielt“, haderte Steuernagel. Stattdessen glich Steinbach kurz nach der Pause aus, als der OFC förmlich um ein Gegentor bettelte. „Ich habe keine Ahnung, was da los war“, wunderte sich Kapitän Kirchhoff. Steuernagel sah sein Team fünf Minuten lang im „Tiefschlaf“. Das wurde von Timo Kunert bestraft, der per Freistoß traf (50.). In der Endphase vergaben die Kickers durch die eingewechselten Jake Hirst (82., knapp vorbei) und Marco Ferukoski (89., Paterok parierte) noch zwei gute Chancen.

Nur Ko Sawada kann beim OFC Tempo machen

„Man hat wieder gesehen, dass wir außer Ko Sawada zu wenige Spieler haben, die richtig Tempo machen“, resümierte Sportdirektor Sead Mehic, der hofft, in den kommenden zehn Tagen weitere Personalentscheidungen verkünden zu können. „Erfahrene und schnelle Spieler sucht aber jeder.“ Parallel werden auch „die Gespräche mit unseren Jungs“ forciert. „Der eine oder andere hat die Möglichkeit, sich noch sechsmal zu zeigen. Eventuell wollen sich auch Spieler selbst verändern. Wer hoch will, sollte das aber realistisch einschätzen.“ Namen nannte Mehic nicht. Vor allem zwei Spieler dürften sich aber nach der Partie in Steinbach angesprochen fühlen. Francesco Lovric stand total neben sich, verursachte unter anderem den Freistoß, der zum 1:1 führte. Topscorer Serkan Firat brachte keine Flanke an den Mann und spielte einen katastrophalen Querpass. Steinbach nutzte den Konter aber nicht.

Beschlossene Sache ist derweil der Verbleib von Reinhard. Der OFC kann den Zugang aus der Gruppenliga per Option für eine weitere Saison binden – und wird das auch machen. „Wir haben uns schon entschieden“, so Mehic. „Moritz trifft und arbeitet gut gegen den Ball.“

VON CHRISTIAN DÜNCHER

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