Gemeinsam mehr Energie freisetzen

Kickers Offenbach: OFC präsentiert beim Trainingsauftakt Neuzugang Tunay Deniz

Pablo Aguilera spielt derzeit beim OFC vor.
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Pablo Aguilera spielt derzeit beim OFC vor.

Die Kickers Offenbach (OFC) haben Trainingsauftakt - und präsentieren Tunay Deniz als Neuzugang.

Offenbach - In den vergangenen Jahren kamen zum Start der Saisonvorbereitung regelmäßig mehrere Hundert Zuschauer, mehr als viele Konkurrenten in der Fußball-Regionalliga bei ihren Heimspielen haben. Diesmal fand die erste Übungseinheit aber Corona-bedingt nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Wenige Fans hatten sich auf dem Parkplatz oberhalb des Trainingsareals eingefunden. Auf dem Rasen war es dafür umso voller.

Vom Arzt bis zum Zeugwart waren alle vertreten, an der Spitze Klubpräsident Joachim Wagner, der ebenso wie Geschäftsführer Thomas Sobotzik eine Ansprache hielt. Dabei bildeten alle einen großen Kreis. Die Symbolik war eindeutig: Das Ziel, der Aufstieg, kann nur erreicht werden, wenn alle an einem Strang ziehen und ein Rädchen ins andere greift. „Jeder im Verein ist für den Erfolg oder Misserfolge mitverantwortlich“, betonte Sobotzik. „Mir war wichtig, dass alle, die dazugehören, dabei sind und auch jedem Wertschätzung entgegengebracht wird. Der Marketingleiter, Greenkeeper oder Zeugwart ist genauso wichtig wie eventuell der Stürmer. Ich weiß, wie viel Energie das geben kann. Aber bei Traditionsvereinen kann das auch mal andersherum laufen.“

Vier Torhüter und 22 Feldspieler tummelten sich auf dem Platz, darunter auch Tunay Deniz, den der OFC kurz vor dem Trainingsauftakt unter Vertrag genommen hatte. „Er ist im zentralen Mittelfeld flexibel einsetzbar“, sagt Sobotzik über den 26-Jährigen, der als Sechser, Achter oder Zehner in der Lage sei, „überdurchschnittliche Leistungen“ zu bringen und aus der Tiefe heraus große Torgefahr entwickeln könne. „Er wird uns gut tun, wenn er an die Leistung aus der Saison 2018/19 anknüpft.“

Damals hatte Deniz mit Kickers-Zugang Bakarr Kargbo beim Berliner AK (Regionalliga Nordost) gespielt und dem späteren Meister Chemnitzer FC „sehr oft Kopfzerbrechen bereitet“, erinnert sich Sobotzik, der seinerzeit Geschäftsführer der Sachsen war. „Wir sind damals marschiert, aber der Berliner AK hat nicht losgelassen. Immer wieder hieß es ‘1:0 Kargbo, 2:0 Deniz’ oder andersherum. Sie haben hervorragend harmoniert.“

Deniz erzielte in der Spielzeit, die der Berliner AK auf Platz zwei abschloss, in 31 Begegnungen 15 Tore und bereitete acht vor. „Obwohl er als Techniker grundsätzlich nach spielerischen Lösungen sucht, ist er im Spiel gegen den Ball sehr aggressiv und zweikampfstark“, betont Sobotzik.

Der einstige BAK-Spielführer, der die Regionalliga Südwest aus seiner Zeit beim TSV Steinbach kennt (17 Spiele, drei Vorlagen zwischen 2016 und 2017), spielte zuletzt in der Türkei für den Drittligisten Tuzlaspor und ist bereits der siebte externe Kickers-Zugang. Abgeschlossen sind die Personalplanungen damit jedoch nicht. „Ein, zwei Schüsse halten wir uns noch offen“, sagt der OFC-Geschäftsführer. „Ein offensiver Außenspieler würde uns nicht schaden. Wir werden jedoch nur aktiv, wenn jemand mit überdurchschnittlicher Qualität auf dem Markt ist.“

Ein Bewerber ist Pablo Aguilera. Der Spanier, der beim FC Sevilla ausgebildet wurde und zuletzt in der 3. Liga bei UD San Sebastian de los Reyes spielte, trainiert - wie angekündigt - seit gestern zur Probe mit. „Er könnte im 4-3-3 alle offensiven Positionen spielen“, erklärt Sobotzik. „Wir wollen uns nun einen persönlichen Eindruck davon machen, inwiefern das, was wir im Video gesehen haben, zutrifft. Er hat fünf, sechs Tage Zeit, sich zu zeigen.“ Ob er das auch in einem Testspiel machen kann, ist fraglich. „Wir dürfen derzeit in Zehnergruppen mit Vollkontakt üben, mehr ist aber aktuell nicht möglich“, sagt Sobotzik.

Erfreulich: Beim Trainingsstart waren sämtliche Spieler des Kaders dabei, auch Außenverteidiger Vincent Moreno Giesel. Das Eigengewächs soll bei der U19 Spielpraxis in der Bundesliga sammeln, jedoch so oft wie möglich zusammen mit den Profis trainieren.

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