Testspiel gegen Chinesen

Gute Zahlung für „nicht gespielt“

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Während des Spiels des TSV Schott Mainz und der U20-Auswahl Chinas kam es zu Protesten, daraufhin wurde das Projekt mit der China-Auswahl abgesagt, der OFC bekam einen Teil der zugesagten Summe.

Der Ball ist rund und ein Spiel dauert 90 Minuten. Zumindest Teil zwei dieser Binsenweisheiten wird heute in Frage gestellt. Denn Kickers Offenbach trifft am heutigen Donnerstag (17 Uhr) auf Chinesen. Von Jörg Moll

In La Linea de la Concepcion spielt das Team von Oliver Reck gegen Tianjin Teda, den Tabellen-13. der chinesischen Super League. Seit Anfang September 2017 ist Uli Stielike, der frühere Co-Trainer von Erich Ribbeck bei der deutschen Nationalmannschaft (1998 bis 2000), in Tianjin im Amt. Zuvor war der 63-jährige Weltenbummler Nationalcoach in der Schweiz, der Elfenbeinküste und Südkorea.

Für den OFC ist es der zweite und letzte Test vor der Rückkehr nach Offenbach am Freitag. Spannend zu sehen sein wird aber auch, was auf den Tribünen des städtischen Stadions der einen weiten Einwurf von Gibraltar entfernten spanischen Grenzstadt passiert.

Die Ereignisse beim Freundschaftsspiel des TSV Schott Mainz gegen die chinesische U20-Auswahl lassen zumindest Zweifel aufkommen, dass die Partie tatsächlich 90 Minuten dauert. Das wochenlang heiß diskutierte DFB-Modellprojekt, bei dem Südwest-Regionalligisten am spielfreien Wochenende gegen Chinas Talente spielen sollten, fand ein ebenso abruptes wie desaströses Ende. Eine handvoll friedliche Demonstranten hatten Tibet-Fahnen auf den Tribünen gezeigt, die chinesische Delegation daraufhin die Mannschaft vom Feld geholt. Der Protest gegen die Annektion Tibets schlug Wellen auf höchster politischer Ebene. Erst nachdem die Fahnen eingerollt worden waren, spielte die U20 die Partie zu Ende (0:3). Das zweite Spiel beim FSV Frankfurt wurde kurzfristig abgesagt. Nachdem zunächst von einer Aussetzung der Spiele gesprochen wurde, sagte der Chinesische Verband die Zusammenarbeit kurz vor Weihnachten endgültig ab.

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Viel Wind um ganz wenig also? Nicht ganz. Denn anschließend meldeten sich die Südwest-Regionalligisten beim DFB und forderten die abgemachte Summe von 15.000 Euro pro Spiel ein. Der nun ausgehandelte Kompromissvorschlag sieht so aus: Schott Mainz erhält die komplette vereinbarte Summe, alle übrigen geben sich laut OFC-Geschäftsführer Christopher Fiori „mit einer für nicht gespielt guten Zahlung“ zufrieden. Dazu können bereits angefallene Kosten für die Spielorganisation in Rechnung gestellt werden.

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