Kickers Offenbach

OFC: Vetter beendet den „Topspiel-Fluch“ – Sieg gegen den SSV Ulm 1846

Komm, lass Dich umarmen: Maik Vetter (Mitte) wird nach seinem Siegtor gegen Ulm von seinen Mitspielern gefeiert. Es war sein erster Saisontreffer und ein sehenswerter noch dazu: aus 20 Metern in den Winkel.
+
Komm, lass Dich umarmen: Maik Vetter (Mitte) wird nach seinem Siegtor gegen Ulm von seinen Mitspielern gefeiert. Es war sein erster Saisontreffer und ein sehenswerter noch dazu: aus 20 Metern in den Winkel.

Kickers Offenbach hat in der Fußball-Regionalliga Südwest den „Topspiel-Fluch“ gebannt und sich gegen den SSV Ulm 1846 durchgesetzt. Der OFC klettert durch den Sieg auf Rang zwei. 

Offenbach – Kickers Offenbach hat in der Fußball-Regionalliga Südwest seinen „Topspiel-Fluch“ gebannt und sich dank eines Traumtores von Maik Vetter im Verfolgerduell mit 1:0 (1:0) gegen den SSV Ulm 1846 durchgesetzt. Damit kletterte der OFC auf Platz zwei.

Ein Traumtor, ein taktischer Kniff, etwas Glück und eine überragende kämpferische Leistung haben Kickers Offenbach in der Fußball-Regionalliga Südwest im achten Versuch den ersten Sieg gegen eine der aktuellen Top-sechs-Mannschaften beschert. Beim 1:0 (1:0)-Heimerfolg gegen den SSV Ulm 1846 erzielte Maik Vetter mit einem Schuss in den Winkel den Treffer des Tages und sorgte dafür, dass der OFC die „Spatzen“ als bestes Team des Jahres ablöste.

Ristic zum Sieg: OFC war das „etwas glücklichere“ Team – Ulmer bestimmten das Spiel

In der Tabelle überflügelten die Kickers nicht nur Ulm, sondern auch den TSV Steinbach Haiger (1:1 gegen Pirmasens) und sind nun Zweiter. Weil Spitzenreiter SC Freiburg II bei der TSG Balingen 1:0 siegte, beträgt der Rückstand auf Platz eins jedoch weiterhin sechs Zähler.

Sreto Ristic war dennoch überglücklich. „Wir haben gewusst, was auf uns zukommt“, sagte der OFC-Trainer. Zudem habe man seiner Mannschaft angemerkt, dass sie im Gegensatz zu Ulm eine englische Woche hinter sich hatte. „Wir haben das aber hervorragend angenommen und uns in jeden Ball reingeschmissen.“ Der OFC sei das „etwas glücklichere“ Team, weil die Gäste spielbestimmend waren, wie Ristic zugab. Seine Mannschaft habe jedoch das geschafft, was am Ende zählt: Sie erzielte das entscheidende Tor. Und was für eins.

OFC siegt gegen Ulm: Offenbacher Strafraum war meist Endstation

Der überragende Maik Vetter trieb den Ball über die rechte Seite nach vorne, zog nach innen, spielte einen Doppelpass mit Mittelstürmer Elia Soriano und zog aus rund 20 Metern mit dem schwächeren linken Fuß ab. Der Ball landete unhaltbar im Winkel - 1:0 für den OFC (26.), der zuvor bereits eine Hundertprozentige vergeben hatte, als Soriano völlig frei vorbei köpfte (16.). Zu diesem Zeitpunkt hätten die Kickers aber auch schon zurückliegen können. Bei einem Konter der Ulmer über Rochelt war OFC-Torwart Stephan Flauder bereits geschlagen, doch der nach auskurierter Verletzung in die Startelf zurückgekehrte Ronny Marcos klärte auf der Linie (8.).

Ulm hatte mehr Spielanteile und drängte nach der Pause vehement auf den Ausgleich. Am Offenbacher Strafraum war aber zumeist Endstation, sodass Flauder fast nur bei Distanzschüssen eingreifen musste. Und auch die waren selten gefährlich. Bei einem abgefälschten Schuss von Rochelt war der Kickers-Keeper bereits auf dem Weg in die andere Ecke, lenkte den Ball aber noch um den Pfosten.

OFC rettet knappen Vorsprung – Ulmer Coach: „effektivere Mannschaft hat gewonnen“

Letztlich rettete der OFC den knappen Vorsprung mit großem Einsatz über die Zeit. Zur Verärgerung Holger Bachthalers. „Es hat nicht die bessere, sondern die effektivere Mannschaft gewonnen“, resümierte der Ulmer Coach. „Besser als wir kann man in Offenbach nicht Fußball spielen. Das Ergebnis ist sehr ärgerlich. Wir hätten mehr verdient gehabt als null Punkte und wären auch mit einem Unentschieden nicht zufrieden gewesen. So hat eine sehr schön herausgespielte Aktion gereicht, um das Spiel zu entscheiden.“

Dass Ulm mehr Spielanteile hatte, war von den Kickers aber durchaus einkalkuliert, wie Geschäftsführer Thomas Sobotzik erklärte: „Ziel war es, einem starken Gegner eine gewisse Kontrolle zu geben, um dann in den entscheidenden Räumen da zu sein.“ Sobotzik gab allerdings zu, dass in der zweiten Hälfte die Entlastung gefehlt hatte. Das machten die Kickers jedoch mit Einsatz wett.

OFC-Sieg war teuer bezahlt: Deniz und Bojaj für Partie gegen FC Gießen gesperrt

Der Sieg war allerdings teuer bezahlt. Tunay Deniz und Florent Bojaj sahen die zehnte beziehungsweise fünfte Gelbe Karte und sind daher für die Partie am kommenden Samstag (14 Uhr) beim FC Gießen gesperrt. Der Einsatz von Lucas Albrecht ist zudem ungewiss. Der etatmäßige Innenverteidiger bot als Sechser eine starke Leistung, wurde jedoch aufgrund einer Verletzung am Sprunggelenk ausgewechselt. (Christian Düncher)

Kickers Offenbach - SSV Ulm 1846 1:0 (1:0)

Kickers Offenbach: Flauder (2) - Vetter (1), Zieleniecki (2), Karbstein (2,5), Marcos (2,5) - Albrecht (1,5; 62. Dierßen/3) - Firat (3,5; 73. Sobotta), Deniz (3), Bojaj (3,5; 54. Huseinbasic/3), Tuma (3,5) - Soriano (3; 54. Fetsch/3,5)

SSV Ulm 1846: Heimann - Stoll, Geyer, Reichert, Schmidts - Sapina - Coban (75. Fink), Heußer, Rochelt, Jann (60. Beck) - Higl (60. Gabriele)

Schiedsrichter: David Scheuermann (Winnweiler) - Tor: 1:0 Vetter (26.) - Gelbe Karte: Karbstein (6), Deniz (10), Bojaj (5), Huseinbasic (2) / Beck

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare