Vorübergehend wieder auf Platz zwei

OFC mit Willenssieg für „Papa“ Reck

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Riss mit seiner Mentalität den Rest des OFC-Teams mit: Maik Vetter (rechts) rannte, grätschte und traf auch noch doppelt. In dieser Szene jubelt der Angreifer über sein Tor zum 3:1-Endstand.

Offenbach - Die Offenbacher Kickers haben mit dem 3:1 (1:0) gegen den FSV Mainz 05 II ihre Ergebniskrise in der Fußball-Regionalliga Südwest eindrucksvoll beendet. Nach dem 16. Saisonsieg übernahmen sie zumindest bis Samstagmittag wieder Platz zwei. Von Jörg Moll 

OFC-Sportdirektor Sead Mehic hatte im Vorfeld von einer „besonderen Partie“ gesprochen und eine klare Reaktion nach drei Spielen ohne Sieg gefordert. Nicht zuletzt aufgrund großer personeller Sorgen wurde es für Trainer Oliver Reck eine ziemlich komplizierte Aufgabe. Serkan Göcer (Schulter/Sprunggelenk), Semih Sentürk (Fußverletzung), Niklas Hecht-Zirpel (Knieprobleme), Dennis Schulte und Nicola Jürgens (beide krank) fehlten ohnehin. Kurzfristig fiel auch noch Abwehrchef Stefano Maier mit einem Infekt aus. Doch die Kickers, bei denen Alexandros Theodosiadis und Luca Dähn nach langen Verletzungspausen erstmals im Kader standen, ließen sich von all den Widrigkeiten nicht beeindrucken.

„Die bessere Mannschaft hat verdient gewonnen, ich habe ein sehr engagiertes Spiel meiner Mannschaft gesehen“, meinte Reck und verließ danach umgehend die Pressekonferenz. Gegenüber dem 1:2 bei den Stuttgarter Kickers veränderte der Trainer sein Team auf zwei Positionen: Für Ihab Darwiche (Bank) und Maier kamen Ko Sawada und Serkan Firat in die Mannschaft. Francesco Lovric rückte in die Innenverteidigung. „Kämpfen und alles reinhauen“ hatte Reck von seinem Team gefordert. Und das hielt sich daran, setzte Mainz von Beginn an mit Pressing unter Druck.

Schnell erarbeiteten sich die Kickers Torchancen. Florian Treske wurde nach Vorarbeit von Serkan Firat beim Kopfball noch geblockt (6.). Drei Minuten später setzte Benjamin Kirchhoff Treske mit feinem Pass in die Schnittstelle ein, der Mittelstürmer fand in der Mitte Ko Sawada – und der traf mit rechts aus kurzer Entfernung in den rechten Winkel. „Das war der Schlüssel“, meinte OFC-Angreifer Maik Vetter: „Der Trainer hat uns gesagt, dass wir Mainz über die Außen knacken können und auf den ersten Pfosten gehen sollen.“

Das OFC-Zeugnis gegen die U23 des FSV Mainz 05

Die Gäste zeigten sich nur kurz geschockt, dann spielten sie wieder munter mit und hatten in der 19. Minute den Ausgleich vor Augen: Nach einem missglückten Abschlag von Daniel Endres kam der Ball zu Karl-Heinz Lappe. Der Toptorjäger der Liga (18 Treffer) spielte Endres aus, rutschte dann aber auf dem vom Regen seifigen Rasen weg. Die Kickers klärten – und hatten fortan die Partie wieder im Griff. Dren Hodja, neben Marco Rapp im zentralen Mittelfeld aufgeboten, kurbelte gemeinsam mit dem stets um einen guten Spielaufbau bemühten Kirchhoff an. In der 38. Minute hatte Hodja mit einem feinen Schuss aus 18 Metern das 2:0 auf dem Fuß, die Kugel ging knapp neben das Tor.

Nach Wiederanpfiff hatte Maik Vetter mit einer Direktabnahme die erste Chance (46.), in der 59. Minute war er dann zur richtigen Zeit am richtigen Ort: Nach Flanke von Serkan Firat stand er in der Mitte frei und schoss aus zehn Metern ein. Die Vorentscheidung war dies aber nicht, weil die Gäste mit ihrem ersten Eckball zum Anschlusstor kamen. Charmaine Häusl traf per Kopfball (72.). In der 83. Minute machten die wild entschlossenen Kickers aber dann endgültig den Deckel drauf. Nach einem klasse Konter über Akgöz und Firat lief Vetter alleine auf Torhüter Dahmen zu und überwand ihn.

OFC gegen FSV Mainz II: Bilder zum Spiel

Anschließend spurtete die gesamte Mannschaft zu Oliver Reck und feierte mit ihm. „Das war ein klares Bekenntnis zum Trainer“, meinte Vetter: „Wir stehen zu 100 Prozent hinter ihm. In jedem von uns hat es gebrodelt – wegen der eigenen Leistungen, aber auch wie unser ‘Papa‘ angegriffen wurde.“

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