Wirbel um Kirchhoff-Aussagen

OFC: Ein Zugang, ein Ärgernis, zwei Fragezeichen

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Serkan Firat (links) und Dren Hodja irritiert, dass sie bislang kein Vertragsangebot erhielten. OFC-Coach Daniel Steuernagel meint dazu: „Wir akzeptieren, wenn Spieler warten, aber wir haben als Verein auch das Recht.“

Abspannen nach dem Saisonfinale in der Fußball-Regionalliga Südwest? Nix da. Kickers Offenbachs Sportdirektor Sead Mehic plant gemeinsam mit Trainer Daniel Steuernagel den Kader für die neue Saison.

Offenbach – Am Montag verpflichtete der OFC Marco Schikora (Viktoria Berlin) Zugang Nummer vier bis Juni 2020. Offen ist die Zukunft von Serkan Firat und Dren Hodja. Der vierte Zugang nach Luigi Campagna (SSV Ulm 1846), Manolo Rodas (FSV Zwickau) und Ronny Marcos (Eintracht Norderstedt) ist eine echte Überraschung: In Marco Schikora zauberte der OFC einen Rechtsverteidiger aus der Regionalliga Nordost aus dem Hut. Der 24-Jährige war beim Tabellenelften aus Berlin Stammspieler (32 Punktspiele/3 Tore, 7 Vorlagen). „Marco zeichnet seine Robustheit und sein Flankenspiel aus“, charakterisierte OFC-Trainer Daniel Steuernagel den Neuen. 

Der 1,81 Meter große Schikora stammt aus dem Nachwuchs des TSV Havelse (Niedersachsen), spielte zuvor beim Nord-Regionalligisten 1. FC Germania Egestorf/Langreder (64 Regionalligaspiele 10 Tore, 8 Vorlagen). „Ich freue mich auf die Herausforderung, wir wollen mit der Mannschaft das Bestmögliche herausholen“, sagte Schikora. „Wir haben ihn mehrfach beobachtet“, erklärte Sportdirektor Sead Mehic: „Er hat einen guten rechten Fuß, kann auf beiden Außenbahnen spielen und auch in einer Dreierkette.“ Ob er beim Trainingsauftakt am 17. Juni Dren Hodja oder Serkan Firat kennenlernt, ist offen. Die Zukunft der Stammspieler der letzten Jahre entscheidet sich diese Woche.

Serkan Firat: „Ich weiß nicht, wie es weitergeht“

Serkan Firats Gesichtszügen ist leicht anzumerken, wie es um seinen Gemütszustand bestellt ist. Nach dem 0:0 gegen den FC Homburg blickte der Linksfuß, mit elf Treffern, die er allesamt in der ersten Saisonhälfte erzielte, bester Offenbacher Torschütze, betröppelt ins Stadionrund. „Ich weiß nicht, wie es weitergeht“, sagt der 25-Jährige, der in drei Jahren 109 Regionalligaspiele absolvierte, dabei 30 Tore erzielte und 39 vorlegte. Im Januar hatte er sich mit dem OFC über die Zukunft unterhalten, damals vertagten sich beide Parteien aufs Frühjahr. „Ich wollte ich den Kopf frei haben für die Rückrunde“, erklärte Firat, der 2016 vom Hessenligisten Viktoria Griesheim gekommen war. Mehic dagegen erklärte, Firat habe wie Hodja und Benjamin Kirchhoff ausloten wollen, ob er sich sportlich verbessern könne. „Ich kann aber nicht sagen, ich möchte mich verbessern - und wenn es nicht klappt, kann ich ja immer noch hier bleiben“, erläuterte Mehic, weshalb Firat und Hodja noch keine Vertragsangebote erhielten. Trainer Daniel Steuernagel teilt diese Ansicht. „Wir akzeptieren, wenn Spieler warten wollen, aber wir haben dann als Verein auch dieses Recht.“

Für Hodja spricht auch Verbundenheit zur Region

Dass es im neuen Jahr gar nicht mehr lief, lag laut Firat auch an seinem Hörsturz in der Wintervorbereitung: „Das hat mir schwer zu schaffen gemacht. Es war das erste Mal, dass ich eine solch schwere Phase hatte.“ Die hatte auch Dren Hodja. Auch ihn hatten Erkrankungen ausgebremst, unter anderem eine Herzmuskelentzündung. „Er hatte viele Rückschläge“, bestätigte Mehic, bleibt aber in der Sache hart: Wir müssen sehen, dass es für beide Seiten passt.“ Für Hodja spricht auch die Verbundenheit zur Region. „Ich bin Offenbacher“, sagte der Mittelfeldspieler, der seit Februar 2016 109 Regionalligaspiele bestritt (29 Tore/10 Vorlagen). Gegen eine weitere Verpflichtung spricht, dass die Kickers in Campagna, Luka Garic, Ko Sawada und Kevin Ikpide vier Spieler für die Zentrale unter Vertrag haben. „Wir sprechen mit den Beratern“, sagt Mehic.

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Gar keine Gespräche gab es laut eigener Aussage in den vergangenen drei Wochen mit Benjamin Kirchhoff. Der Kapitän erklärte im OFC-Fanradio den überraschenden Wechsel zum Ligarivalen TSV Steinbach-Haiger: „Ich habe immer gesagt, dass ich mir vorstellen kann, weiter für den OFC zu spielen, aber ich wollte halt auch nicht im Sommer ohne Verein dastehen.“ Sportdirekor Sead Mehic stießt das übel auf: „Es ist richtig, dass wir nicht mit Benjamin gesprochen haben, aber dafür mit seinem Berater. Wenn er dann sagt, er habe in Steinbach Vertrauen gespürt, ärgert mich das. Wir haben ihn hier zum Kapitän gemacht, ist das nicht Vertrauen genug?“ Trainer Daniel Steuernagel nimmt den Abgang nüchtern zur Kenntnis: „Wir sind ein freies Land, wenn er in Steinbach seinen nächsten Entwicklungsschritt sieht, dann ist das so.“

VON JÖRG MOLL

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