OFC will sich noch verbessern

Zwangspause für den Dauerbrenner: Wer spielt für Jan Hendrik Marx?

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Gesperrt: Jan Hendrik Marx (links, im Hinspiel gegen Steinbachs Sascha Marquet) kam für den OFC in 24 von 27 Saisonspielen zum Einsatz - jeweils von Anfang an. Nur einmal wurde er ausgewechselt. Nun fehlt er gesperrt.

Der Titelgewinn ist angesichts von 16 Punkten Rückstand auf Tabellenführer SV Waldhof Mannheim längst nicht mehr realistisch. Mit dem vierten Rang in der Fußball-Regionalliga Südwest wollen sich die Offenbacher Kickers allerdings auch nicht begnügen.

Offenbach – „Wir wollen noch ein paar Plätze hoch“, gibt Kapitän Benjamin Kirchhoff als Ziel für die verbleibenden sieben Spiele aus. Trainer Daniel Steuernagel wird konkreter: „Wir wollen Zweiter werden. “ Um diesen Trostpreis zu erhalten, müsste der OFC (27 Spiele, 50 Punkte) Saarbrücken (26/51) sowie Homburg (27/54) überholen.

Homburg hat der OFC am letzten Spieltag (18. Mai) zu Gast. Zunächst warten allerdings erst mal zwei andere anspruchsvolle Aufgaben: Bevor Waldhof Mannheim am 13. April (14 Uhr) in Offenbach antritt, sind die Kickers am Samstag (14 Uhr) beim Sechsten TSV Steinbach Haiger gefordert. Ziel ist, auch hier ein besseres Ergebnis zu erzielen als in der ersten Saisonhälfte.

Wiedersehen mit Steinbach

Denn: „Wir haben es nicht in der Rückrunde verbockt, sondern in der Hinrunde“, stellt Kirchhoff klar. Die Zahlen bestätigen das. Seit der Saisonhalbzeit holten die Kickers 23 Punkte (sieben siege, zwei Remis, eine Niederlage) bei 19:6 Toren. Gegen die selben Gegner waren es in der Hinrunde nur 15 Zähler bei 21:11 Toren. Nun steht also das Wiedersehen mit Steinbach an, von denen man sich im ersten Duell 0:0 getrennt hatte.

Gründe, die Anfangself zu ändern, gäbe es nach dem 1:1 gegen Schlusslicht Stadtallendorf genug. Zumindest einen Wechsel wird Steuernagel in jedem Fall vornehmen – gezwungenermaßen. Rechtsaußen Jan Hendrik Marx fehlt aufgrund der fünften Gelben Karte. Er hatte gegen Stadtallendorf zwar die Großchance zum 2:1 vergeben, war aber trotzdem einer der besseren Offenbacher.

Maik Vetter eine mögliche Alternative

„Er hat das Spiel gut angeschoben“, lobte Steuernagel den 23-Jährigen, der eine absolute Stammkraft ist. Er kam diese Saison in 24 von 27 Ligaspielen zum Einsatz – jeweils von Anfang an. Ausgewechselt wurde der Dauerbrenner nur bei der 0:2-Pleite beim FSV Frankfurt. Damals kam für ihn Julian Scheffler, der im 4-4-2 links spielte, als Rechtsfuß aber die Marx-Position ausüben könnte.

Eine Alternative wäre auch Maik Vetter, der im Feld bereits alle Positionen spielte und im 3-5-2 das Marx-Pendant auf der linken Seite war. Aber auch bei ihm ist der rechte Fuß der stärkere, sodass ein Seitenwechsel kein Problem wäre. Zumal sich Luka Garic (18) nach der Einwechslung gegen Stadtallendorf links für einen Startelfeinsatz beworben hatte. Das Eigengewächs war nach der Partie allerdings gehumpelt. Die Folge eines Trittes. Zu Beginn der Woche war Garic daher nur Rad gefahren.

Verteidigt Serkan Göcer auf rechts?

Und dann wäre da ja auch noch Serkan Göcer. Der 25-Jährige hatte Marx diese Saison schon dreimal als Rechtsverteidiger ersetzt. Danach hatte man ihm mitgeteilt, dass er sich im Winter einen neuen Klub suchen könne. Göcer blieb, stand aber seitdem nur zweimal im Kader. Die vergangenen drei Begegnungen verfolgte er jeweils von der Tribüne aus. Sein Einsatz als Marx-Vertreter wäre daher eine Überraschung.

Göcer gehört zu den Kandidaten, die den OFC nach der Saison verlassen werden. Das gilt auch für Christos Stoilas. Auf der Torwartposition deuten sich im Kader ebenfalls Veränderungen an. „Bei allen drei Schlussleuten läuft der Vertrag aus. Daher ist es logisch, dass wir uns mit Alternativen beschäftigen“, stellt Geschäftsführer Christopher Fiori klar. In Alexander Sebald (22, von Austria Lustenau an Drittligist Hansa Rostock verliehen, dort aber nur Ersatz) wird ein alter Bekannter als Zugang gehandelt. Zudem besteht angeblich Interesse an einem U19-Bundesliga-Torwart. (cd)

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Maik Vetter hat sich zur Identifikationsfigur entwickelt: Für Geschäftsführer Christopher Fiori ist er „ein Gesicht des OFC geworden“, für Sportdirektor Sead Mehic verkörpert er „all das, was Kickers Offenbach auszeichnet“ und sei eine „Identifikationsfigur“: Maik Vetter wurde nach der Vertragsverlängerung bis 2021 von den Verantwortlichen des OFC geradezu mit Lob überschüttet.

Verwirrung um Zukunft von Urgestein Endres: Mit Ausnahme der Saison 2010/11, in der er vereinslos war, spielt Daniel Endres bereits seit 1995 für die Offenbacher Kickers. Ob sein zum Rundenende auslaufender Vertrag verlängert wird, ist aber weiterhin offen.

Pfiffe nach magerem 1:1 gegen Schlusslicht Stadtallendorf: Die Offenbacher Kickers sind bereits zum elften Mal in Folge zu Hause ungeschlagen geblieben. Dennoch gab es diesmal Pfiffe. Das 1:1 gegen den Letzten aus Stadtallendorf war in mehreren Belangen zu wenig und zeigte auf, was fehlt, um tatsächlich ein Spitzenteam zu sein.

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