OFC-Zwischenzeugnis

Vom Klassenbesten bis zum Zuschauer - alle Spieler in der Bewertung

Kann mit sich zufrieden sein: Zugang Dominik Draband, der hier nach dem 2:1-Sieg in Bahlingen gefeiert wird, an dem er mit einem gehaltenen Elfmeter seinen Anteil hatte, war der beste OFC-Spieler der ersten Saisonhälfte. Foto: hübner
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Kann mit sich zufrieden sein: Zugang Dominik Draband, der hier nach dem 2:1-Sieg in Bahlingen gefeiert wird, an dem er mit einem gehaltenen Elfmeter seinen Anteil hatte, war der beste OFC-Spieler der ersten Saisonhälfte.

Der neue Stammtorhüter der Offenbacher Kickers, Dominik Draband, hat seinen Vorgänger Daniel Endres auch als notenbesten Akteur beerbt.

Offenbach – Auf dem zweiten Platz folgt kurioserweise einer der kürzlich aussortierten Spieler, jedoch mit einem Wert, der fast 0,5 Punkte schlechter ist als der des besten Feldspielers der vergangenen Saison, Ko Sawada (2,8).

KLASSENBESTER

Dominik Draband (19 Spiele/19 davon benotet/0 Tore): Hatte als Nachfolger des beliebten Urgesteins Daniel Endres (musste nach 24 Jahren den Verein verlassen), keine leichte Aufgabe, ist aber der konstanteste Zugang. Patzte nur zweimal, ansonsten souveräner Rückhalt – vor allem auf der Linie stark. Note 2,68

VORNE DABEI

Kevin Pezzoni (13/13/0): Hat seine gute Platzierung vor allem starken Auftritten zu Saisonbeginn zu verdanken. Nach der Roten Karte in Hoffenheim waren die Leistungen aber nur noch maximal „befriedigend“. Verpasste zuletzt vier Partien wegen einer Muskelverletzung. Vom Ex-Erstligaspieler hatte man sich mehr versprochen und hat ihm einen Wechsel nahegelegt. 3,23

Jakob Lemmer (10/7/1): In seiner ersten Profi-Saison bereits auf dem besten Weg zur Stammkraft. Erst als Back-up für rechts hinten vorgesehen, inzwischen rechts vorne ein Aktivposten. Fünf ihrer sieben Niederlagen kassierten die Kickers in Spielen, in denen Lemmer fehlte. 3,28

OFC: Nejmeddin Daghfous der treffsicherste Spieler

Nejmeddin Daghfous (19/18/6): Technisch der beste Fußballer im Kader, führt mit sechs Treffern die Schützenliste an. Kann an einem guten Tag den Unterschied ausmachen, zeigt es aber noch zu selten. Litt auch darunter, dass er zum Teil linksaußen spielen musste, wo seine Stärken nicht so gut zu Geltung kamen. War zu Saisonbeginn zudem noch nicht fit. 3,30

Francesco Lovric (15/14/3): Zu Saisonbeginn nur Ersatz, inzwischen der OFC-Innenverteidiger mit den meisten Einsätzen. Fußballerisch der beste zentrale Abwehrspieler und mit drei Treffern auch der torgefährlichste. 3,32

IM SOLL

Maik Vetter (18/18/0): Der dienstälteste OFC-Profi fehlte nur einmal – aufgrund einer Gelbsperre. Lebt die Kickers-Tugenden (Leidenschaft und Kampf) vor wie kein anderer. Spielte zunächst rechts vorne. Nach dem Trainerwechsel im defensiven Mittelfeld, als zweite Spitze oder rechts hinten besser aufgehoben, wobei auch von ihm mehr kommen muss. 3,38

Richard Weil (11/9/1): Der Kapitän war anfangs ein echter Anführer, bereitete beim 2:1 in Freiburg ein Tor vor und traf in Bahlingen zum Sieg. Als er mit Sehnenanriss ausfiel, ging es bergab. Nach dem Comeback noch weit von seiner Bestform entfernt. 3,44

LUFT NACH OBEN

Manolo Rodas (12/11/1): In Freiburg ausgebildet, in Zwickau Drittliga-Luft geschnuppert – der 23-Jährige kam als Hoffnungsträger für die linke Seite, wurde den Erwartungen aber noch nicht gerecht. Drei seiner fünf Scorerpunkte (ein Tor, vier Vorlagen) verbuchte er beim 4:0 gegen den Tabellenletzten RW Koblenz. Das Defensivverhalten ist aus baufähig, vorne im Eins-gegen-eins zu selten Sieger. 3,63

Moritz Hartmann (11/11/4): Der einstige Erstliga-Torjäger wurde in einer Phase geholt, als es bei den Kickers nicht lief. Traf dann in den ersten vier Spielen nach dem Trainerwechsel dreimal, danach kam aber nur noch ein Tor hinzu. Lief viel, holte sich den Ball zudem mangels guter Zuspiele oft in der eigenen Hälfte ab. Dadurch fehlte vorne eventuell die Konzentration. Von ihm hatte man sich dennoch mehr erhofft. 3,63

OFC: Luigi Campagna enttäuscht

Luigi Campagna (17/17/0): Wurde vom damaligen Sportdirektor Sead Mehic vor der Saison als „einer der besten Spieler in der Liga auf dieser Position“ bezeichnet. Den Beweis blieb der defensive Mittelfeldmann bisher schuldig. Zeigte zwar Aggressivität (sieben Gelbe Karten), sorgte aber nur bedingt für Stabilität. Spielt zu oft quer. Ob er bleibt, ist unklar. 3,64

Ronny Marcos (17/16/0): Dauerläufer auf der linken Abwehrseite. Nur eine Gesichtsverletzung verhinderte, dass er auf die maximale Einsatzzeit kam. Der Ex-Erstligaspieler macht sein Sache defensiv solide, ist vorne aber kein Faktor. Seine Bilanz in der Offensive: kein Tor, keine Vorlage. 3,68

Marco Schikora (16/16/1): Der Zugang spielte eine starke Vorbereitung und sorgte am zweiten Spieltag mit seinem Tor in der Nachspielzeit zum 2:1-Sieg in Freiburg für einen emotionalen Höhepunkt. Verschwieg danach eine Erkältung und wirkte fortan nicht richtig fit. Zwei Torvorlagen (beim 2:2 in Walldorf) sind ein ausbaufähiger Wert für den hinten nicht immer sicher wirkenden Rechtsverteidiger. 3,75

Moritz Reinhard (18/11/2): Nur in den ersten zwei Partien wurde der „Bomber“ seinem Spitzennamen gerecht. Nachdem er gegen Ulm und Freiburg je einmal getroffen hatte, lief beim Mittelstürmer nicht mehr viel zusammen. Zuletzt nur noch Ersatzspieler. 3,86

Gerrit Gohlke (11/11/0): Harmonierte zu Beginn der Saison im Abwehrzentrum gut mit Routinier Pezzoni. Handelte sich dann eine unnötige Rote Karte ein und verlor den Stammplatz. Als das Eigengewächs ihn sich wieder erkämpft hatte, folgte erneut ein Platzverweis – nach einer Notbremse. Wird spätestens nach der Saison zu Drittligist Mannheim wechseln. 3,86

Andis Shala (13/7/3): Kam mit der Empfehlung von 71 Toren und 25 Vorlagen in 180 Spielen aus der Regionalliga Nordost. Erreichte diese Quote nicht ansatzweise, auch weil der 1,91-Meter-Mann selten mit Flanken gefüttert wird. Erspielt sich aber auch selbst kaum Chancen. Darf sich einen neuen Verein suchen. 4,14

OFC: Pyysalo pendelte zwischen Tribüne, Bank und Spielfeld

Matias Pyysalo (13/6/2): Der Finne pendelte zwischen Tribüne, Bank und Spielfeld. Ist mit acht Einwechslungen der Top-Joker, stach aber nur einmal – beim 3:0 gegen Balingen (ein Tor, eine Vorlage). Wurde aussortiert. 4,25

Lucas Albrecht (9/8/0). Wurde in den Mannschaftsrat berufen und sollte mehr Verantwortung übernehmen. Ist jedoch weit davon entfernt, dem gerecht zu werden. Kein Stammspieler, oft verletzt. Sein unnötiger Platzverweis trug zur 0:1-Pleite beim TSV Steinbach Haiger bei. 4,31

NEBENROLLEN

Niklas Hecht-Zirpel (7/4/0): Der Offensiv-Allrounder gilt als Trainingsweltmeister, ist in seiner dritten OFC-Saison von einem Stammplatz so weit entfernt wie noch nie. Bei den wenigen Einsätzen zumeist eingewechselt.

Bastian Kurz (5/5/0): Stand auch aufgrund der U23-Regel 15-mal im Kader, spielte aber nur fünfmal. Der gelernte Offensivspieler hatte seine einzigen beiden Startelfeinsätze, als er den verletzten Ronny Marcos hinten links vertrat. Soll nach nur einem halben Jahr schon wieder gehen.

Luka Garic (5/4/0): In den ersten sechs Spielen kam das Eigengewächs fünfmal zum Einsatz, zweimal von Beginn an. Danach war der „Sechser“ wegen einer Patellasehnenreizung nur noch Zuschauer.

OFC: Kevin Ikpide spielt keine Rolle mehr in den Planungen

Kevin Ikpide (4/3/0): Auch er hat seine 15 Kaderberufungen wohl der Tatsache zu verdanken, dass er noch unter die U23-Regel fällt. Spielte lediglich viermal. Überzeugte als Einwechselspieler in Hoffenheim und über 90 Minuten in Gießen, patzte jedoch schwer gegen Elversberg. Er spielt in den Planungen keine Rolle mehr.

Julian Scheffler (1/0/0): Sollte gehen, blieb aber und tat sich damit keinen Gefallen. Der Außenverteidiger schaffte es lediglich viermal in den Kader und kam nur gegen Gießen zu einem 40-minütigen Einsatz. Hat bei den Kickers keine Zukunft.

ZUSCHAUER

Mario Seidel: Verlor vor Saisonbeginn das Duell mit Dominik Draband um den Platz zwischen den Pfosten. Spielte nur im Pokal, hinterließ dort jedoch einen guten Eindruck.

Luka Losic: Kam vor der Saison als dritter Torwart. Beeindruckte vor allem durch seine Erscheinung. Der 19-Jährige Zwei-Meter-Mann stand jedoch nur zweimal im Kader. Löste seinen Vertrag auf, um nach Österreich zu Drittligist FC Kitzbühel zu wechseln.

Leonidas Tiliudis: Das Eigengewächs hatte sich seine erste Saison als Profi anders vorgestellt. Der 19-jährige Defensivspieler war aufgrund einer Schambeinentzündung bloß Zuschauer. Stieg gegen Ende der ersten Saisonhälfte wieder ins Training ein.

Jake Hirst: Der ehemalige Überflieger landete unsanft. Nachdem er in den ersten sechs Spielen nicht zum Einsatz gekommen war, wechselte er zum FC Gießen, wo er nach gutem Start (drei Tore in drei Spielen) zuletzt aber immer weniger spielte.

Von Christian Düncher

OFC-Torwart Dominik Draband spielt immer und wird daher wohl bei Kickers Offenbach bleiben.

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