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„Es ist wie es ist“: Acht Spieler fallen für Pokalfinale aus

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Von: Christian Düncher

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Wiedersehen im Finale: Osa Okungbowa (rechts) und Dennis Chessa (Mitte) treffen am Samstag erneut aufeinander. Flo Bojaj (links) fällt aus.
Wiedersehen im Finale: Osa Okungbowa (rechts) und Dennis Chessa (Mitte) treffen am Samstag erneut aufeinander. Flo Bojaj (links) fällt aus. © Hübner

Kickers Offenbach muss im Hessenpokalfinale auf acht Spieler verzichten. Nicht nur deshalb spricht Geschäftsführer Thomas Sobotzik von einer „Herkulesaufgabe“.

Offenbach – Thomas Sobotzik ist spürbar um Gelassenheit bemüht, auch wenn ihm das nicht leicht fällt. „Es ist wie es ist“, sagt der Geschäftsführer der Offenbacher Kickers vor dem finalen Saison-Highlight angesichts des publik gewordenen Disputs zwischen Trainer Sreto Ristic und ihm auf der einen sowie der Vereinsführung auf der anderen Seite. Gerüchte über die Ablösung des Duos machen die Runde, potenzielle Nachfolger werden gehandelt.

Seit Tagen sei man „permanent unter Beschuss“, sagt Sobotzik: „Wir versuchen das auszublenden und machen alles Menschenmögliche, um den Fokus aufs Sportliche zu legen.“ Das sei eine „Herkulesaufgabe“, meint der 47-Jährige. Mehr will er zu dem Thema nicht sagen: „Alles andere muss man abwarten.“

Kickers Offenbach: Fans halte Rede vor OFC-Team

Kein Wunder, dass man bei den Kickers aktuell für jede Form der Ablenkung dankbar ist. Dass eine Delegation der Fanvereinigung „Szene Offenbach“ unter der Woche der Mannschaft die extra fürs Hessenpokalfinale am Samstag (12.15 Uhr) in Gießen gegen Ligarivale TSV Steinbach Haiger designten Mottoshirts („Auf geht’s Kickers, kämpfen und siegen“) überreichen sowie eine kurze Rede halten wollte, habe man „sehr gerne angenommen“, so Sobotzik. Die Aktion habe „ein Gefühl der Gemeinsamkeit“ vermittelt und auch die Ansprache sei „super“ gewesen. „Es war kein Druck, sondern Motivation. Das kam bei allen sehr gut an. Die Fans haben sich auch bei uns bedankt.“ Die Punktrunde, die der OFC auf Platz drei beendete, sei „sehr gut“ gewesen, jedoch „nicht perfekt“. Sobotzik hält das für zutreffend.

Dass das „große Ziel“, der Aufstieg, nicht erreicht wurde, hatten der Geschäftsführer und der Trainer unter anderem mit dem großen Verletzungspech begründet. In der Spitze hatten neun Akteure gefehlt. Vor dem Pokalfinale ist die Zahl der Ausfälle wieder auf acht angestiegen, nachdem Florent Bojaj im unbedeutenden letzten Punktspiel (4:0 gegen den FSV Frankfurt) kurz vor Schluss umgeknickt war und sich die Hoffnung auf eine Rückkehr von Rafael Garcia (Zerrung) zerschlagen hat. Der Flügelspieler hatte bis Freitag noch nicht mit dem Team geübt. Malte Karbstein und Moody Chana standen nach langen Verletzungspausen zwar wieder auf dem Platz, werden jedoch lediglich herangeführt. Zudem fehlen Stephan Flauder, Mathias Fetsch, Elia Soriano (alle verletzt) sowie Tunay Deniz (gesperrt), der der beste Elfmeterschütze der Kickers ist (traf in der Liga bei sechs Versuchen sechs Mal, Soriano und Firat vergaben je einmal). Auch auf dieses Szenario muss man sich einstellen, wenn in einem Pokalspiel zwei Tabellennachbarn aufeinandertreffen.

Kickers Offenbach: Gespräche über Personalfragen erst nach Pokalfinale

Für Sobotzik spielt es allerdings „keine Rolle, wer in der Liga Dritter oder Vierter war“. In einem Endspiel sei „selbst gegen einen klassentieferen Gegner alles möglich. Es geht auch viel um die mentale Stärke. Man muss seinen Tag haben“. Die OFC-Spieler hatten in den vergangenen Tagen den Eindruck vermittelt, die Nebengeräusche gut ausblenden zu können. Ob das tatsächlich gelungen ist, vermag Sobotzik jedoch nicht zu beurteilen. „Wir werden es sehen. Man weiß nicht, wie jeder Einzelne reagiert.“ Zumal bei einigen Akteuren auch noch die Zukunftsfrage offen ist.

Joachim Wagner, Präsident und Aufsichtsratsboss der Kickers, wolle über Personalfragen erst nach dem Pokalspiel reden, heißt es. Eines scheint klar zu sein: Das in der abgelaufenen Punktrunde an Ligarivale RW Koblenz verliehene Eigengewächs Jakob Lemmer (21) kehrt zum OFC zurück. Er sei mit dessen Berater regelmäßig im Austausch gewesen, sagt Sobotzik. Man habe vereinbart, nach der Saison zu reden. Erst mal steht aber das Endspiel an. „Das wird spannend. In einem Finale ist alles möglich“, weiß Außenverteidiger Paul Milde. „Man muss auch die Nerven behalten.“ Das dürfte nach turbulenten Tagen eine der schwersten Aufgabe sein. (Christian Düncher)

Voraussichtliche Aufstellung:

Kickers Offenbach: Richter - Milde, Zieleniecki, Breitenbach, Marcos - Firat, Okungbowa Huseinbasic, Tuma - Hosiner, Bozic

Ersatz: Tramontana; Zengin, Andacic, Vetter, Mesanovic, Ramaj, Hermes)

Die Zukunft von Geschäftsführer Thomas Sobotzik bein den Offenbacher Kickers ist ungewiss.

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