„Das Ziel ist eine Stufe höher“

Präsident Spahn sieht noch Aufstiegschance

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Abschied vom Bieberer Berg. Der freigestellte Trainer Rico Schmitt gestern Mittag vor dem Kickers-Stadion. Schmitt war fast drei Jahre Trainer der Kickers.

Offenbach - Der alte Trainer hat gestern den Bieberer Berg verlassen, sein Nachfolger ist offiziell noch nicht verpflichtet. Aber bis zum Wochenende will das OFC-Präsidium den neuen Trainer des Regionalligisten bekanntgeben. Von Holger Appel und Jochen Koch 

Gestern Vormittag hatte sich Rico Schmitt nach knapp drei Jahren vom Bieberer Berg verabschiedet. Er sprach vor der ersten Laufeinheit der Offenbacher Profis unter Interimstrainer Alexander Conrad zur Mannschaft, saß anschließend noch lange mit dem neuen Geschäftsführer Remo Kutz im Büro zusammen. Der freigestellte Schmitt, bei seinem Abschied vom Bieberer Berg in Hemd und Anzug, packte dann seine Sachen ins Auto, wirkte weder sauer noch frustriert. „So etwas gehört einfach zum Profifußball dazu, das habe ich jetzt zu akzeptieren. Ich wünsche den Kickers dennoch alles Gute und hoffe, dass sie bald die Stufe höher kommen. Das ist das Ziel.“

Er habe bei den Kickers tolle Erfahrungen sammeln dürfen und sei dankbar, dass er hier arbeiten durfte. Schmitt gab aber auch zu, dass bei der Abwicklung seiner Beurlaubung „noch das eine oder andere geregelt werden müsse“. Schmitt will jetzt „alles sacken lassen“, zu seiner Familie in seine Heimatstadt Chemnitz reisen „und dann sehen wir weiter“.

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Die Spieler gingen ebenso professionell mit dieser Personalentscheidung des neuen Präsidiums um. „Das ist natürlich eine schwierige Situation. Wir haben mit dem Trainer eine lange Zeit verbracht, waren auch erfolgreich. Jetzt warten wir auf den neuen Trainer und greifen nochmals an“, sagte Daniel Endres. Der Kapitän des Tabellenfünften der Regionalliga Südwest blickte auch schon in die Zukunft: „Wir benötigen sicher auch noch die ein oder andere Verstärkung. Der Abgang von Klaus Gjasula ist nicht so einfach zu kompensieren.“ Mittelstürmer Markus Müller sagte: „Eine Trainerentlassung ist nie schön, und in unserem Fall hat sie nichts mit Misserfolg zu tun. Fast alle von uns haben Rico Schmitt etwas zu verdanken. Er hat viele Spieler geholt, die in anderen Clubs gescheitert waren oder nicht regelmäßig gespielt haben. Es ist zwar schade, aber wir müssen das als Arbeitnehmer akzeptieren.“ Am Mittwoch (18.30 Uhr) bestreiten die Kickers in Geislitz gegen Borussia Fulda ihr erstes Testspiel 2016, wohl noch mit Alexander Conrad auf der Trainerbank. Vermutlich am Donnerstag werden die Kickers die Verpflichtung von Schmitts Nachfolger bekanntgeben.

Als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge Schmitts gilt weiterhin Oliver Reck (50), auch wenn von den OFC-Verantwortlichen „Namen nicht kommentiert werden“, wie Präsident Helmut Spahn erklärte. Gesprochen wurde zwar mit mehreren Kandidaten, aber mittlerweile ist man sich mit einem Trainer so gut wie einig, mit dem, so Spahn, „nur noch Details zu klären sind.“ Der neue Trainer wird zunächst keinen Co-Trainer mitbringen, sondern weiterhin mit Alexander Conrad und Torwartrainer Rene Keffel arbeiten.

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Finanziell ist der Trainerwechsel laut Spahn auch zu verkraften. „Die Finanzen waren für den neuen Trainer nicht die Grundmotivation, sondern die Idee und das Konzept.“ Das sieht zwar eine stärkere Förderung der Nachwuchsarbeit vor, aber natürlich will man auch weiterhin den Hauptfokus auf den Profibereich legen. „Wir sind alle Realisten. Der sportliche Erfolg macht vieles einfacher.“ Dabei sieht Spahn noch die Chance, noch einmal in den Kampf um den Aufstieg einzugreifen.

 „Vielleicht haben wir jetzt den entscheidenden Impuls gesetzt. Natürlich müssen wir dabei auf Patzer der Konkurrenz hoffen, deshalb werden wir zweigleisig planen, für die 3. Liga, so lange es geht, und die 4. Liga.“ Dafür könnte es sogar noch die eine oder andere Veränderung im Kader geben. „Wir werden schauen, was kurzfristig machbar ist“, sagte Spahn.

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