Zweiter Insolvenzantrag eingereicht

Die Schulden-Chronologie der vergangenen Jahre

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Offenbach - Der OFC trat am Mittwoch bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre den bitteren Gang zum Amtsgericht an, um einen Insolvenzantrag zu stellen. Die Chronologie der Ereignisse:

28. Mai 2013: Die Offenbacher Kickers reichen die Lizenzunterlagen beim Deutschen Fußball Bund (DFB) fristgerecht ein.

1. Juni 2013: Der DFB verweigert Kickers Offenbach die Lizenz.

3. Juni 2013: Aufgrund einer fehlenden Liquiditäts-Reserve bekommt der OFC vom DFB-Beschwerde-Ausschuss endgültig keine Lizenz für die 3. Liga erteilt.

7. Juni 2013: Der damalige OFC-Geschäftsführer David Fischer meldet erstmals Insolvenz für die mit neun Millionen Euro verschuldete Profi GmbH beim Amtsgericht an.

9. August 2013: Wirtschaftskrimi und Razzia beim OFC. Über fünf Stunden lang sichten die Beamten Akten und Daten auf Computern, beschlagnahmten über 100 Ordner.

25. September 2013: Frank Ruhl geht, Claus-Arwed Lauprecht kommt. Nach einem mehr als vierstündigen Sitzungsmarathon in der Stadthalle wählten die Kickers ein neues Präsidium.

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7. Oktober 2013: Die erste Gläubigerversammlung im Insolvenzverfahren bringt das katastrophale Ausmaß der finanziellen Misere ans Licht. Laut dem Bericht des Insolvenzverwalters Dr. Andreas Kleinschmidt plagen die Kickers Schulden in Gesamthöhe von 17,3 Millionen Euro.

Dezember 2013: Der OFC e.V. kann die Insolvenz abwenden.

6. Juni 2014: Die Profi GmbH der Offenbacher Kickers ist zu diesem Zeitpunkt schuldenfrei. Der Insolvenzplan für die Profi GmbH des OFC wird genehmigt.

16. Juli 2014: Ein Jahr nach der Insolvenz ist der OFC schuldenfrei. Sowohl in sportlicher als auch in finanzieller Hinsicht ist die Pleite von Kickers Offenbach also ein Neustart gewesen. Wir führten damals ein Interview mit Insolvenzverwalter Kleinschmidt:

8. August 2014: Das Amtsgericht genehmigt den Insolvenzplan.

4. November 2014: Die Mitglieder stimmen dem Vorschlag des Präsidiums zu, die Schulden an die Profi GmbH zurückzuführen.

8. April 2015: Zumindest die Profi GmbH der Offenbacher Kickers ist nun offiziell saniert, nachdem das Insolvenzgericht das entsprechende Verfahren aufgehoben hat. Den Verein (e.V.) drücken aber weiterhin Verbindlichkeiten in Höhe von rund drei Millionen Euro.

23. November 2015: Helmut Spahn wird auf der Jahreshauptversammlung zum neuen Präsidenten gewählt.

Bilder: Mitgliederversammlung bei Kickers Offenbach

22. Januar 2016: Der neue Geschäftsführer Remo Kutz und Trainer Rico Schmitt führen ein sogenanntes Strategiegespräch, in dem über weitere Zusammenarbeit oder vorzeitige Trennung gesprochen wurde. Das Ergebnis ist bekannt: Trainer Schmitt musste gehen.

27. Januar 2016: Oliver Reck wird neuer Trainer bei den Kickers.

15. März 2016: Kickers Offenbach schon wieder im Minus. Geschäftsführer Remo Kutz, der erst Mitte Januar auf David Fischer gefolgt war, mit dem man sich auf einen Auflösungsvertrag geeinigt hatte, berichtet davon, dass die Bilanz zum 31. Dezember 2015 ein Minus in Höhe von 171.000 Euro aufgewiesen habe.

19. April 2016: Sead Mehic, Technischer Direktor Sport, spricht von Sparzwängen in der kommenden Saison. Es drohe ein Jahr der Konsolidierung.

12. Mai 2016: Der Südwest-Regionalligist muss sparen. Das Defizit dieser Saison sei noch wesentlich größer als bisher kommuniziert. Das bestätigte Geschäftsführer Remo Kutz. Von einem Fehlbetrag von 500.000 Euro war noch im März die Rede.

15. Mai 2016: Die Offenbacher Kickers haben auf einen offenen Brief von aktiven OFC-Fangruppen reagiert. Der Verein erklärt unter anderen die aktuellen Personalplanungen für die kommende Saison.

25. Mai 2016: Der OFC tritt erneut den Weg zum Amtsgericht an und reicht den zweiten Insolvenzantrag binnen weniger Jahre ein. Der Traditionsclub schließt das Geschäftsjahr 2015/16 mit einem Minus von 1,1 Millionen Euro ab.

27. Mai 2016: Die Kickers gehen mit Schock-Nachricht an die Öffentlichkeit.

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