Röser hat Rot in Trier aber abgehakt

„Jeder denkt an das 0:6“

+
Tumulte nach dem Aussetzer: Der Offenbacher Offensivspieler Martin Röser (links) wird nach seinem Foul am Trierer Christopher Spang (am Boden) von dessen Mitspieler Michael Dingels bedrängt. Klaus Gjasula (rechts, inzwischen Stuttgarter Kickers) versucht zu schlichten.  

Offenbach - Zwei Niederlagen in Folge bei 1:9 Toren – und jetzt wartet ausgerechnet das Team, bei dem die Offenbacher Kickers mit 0:6 die höchste Saisonpleite kassiert haben. Von Christian Düncher

Vor allem Martin Röser erinnert sich nur ungern an die Partie bei Eintracht Trier. Die Szene war nicht spielentscheidend, aber sie bleibt in Erinnerung: Der OFC hätte am 12. Oktober 2015 mit einem Sieg im Spitzenspiel der Regionalliga Südwest bei Eintracht Trier oben mitmischen können, lag aber nach 72 Minuten aussichtslos mit 0:4 zurück, als bei Martin Röser die Sicherungen durchbrannten. Der Offensivspieler sah nach einem Frustfoul Rot und ließ sich beim Abgang zu einer abfälligen Geste gegen Trierer Zuschauer hinreißen, die ihn beleidigt hatten. Der Wunsch nach Wiedergutmachung sei bei ihm vor dem Rückspiel (Samstag, 14 Uhr) aber nicht größer als beim Rest des Teams, betont Röser.

„Die Aktion ist bei mir aus dem Kopf raus – im Gegensatz zur 0:6-Niederlage“, sagt der 25-Jährige. Letzteres gelte auch für seine Kollegen. „Jeder hat das Resultat aus dem Hinspiel noch in Erinnerung und will diese Partie unbedingt gewinnen – auch aufgrund der Niederlagen in den letzten beiden Spielen.“ Nach dem 0:4 gegen Spitzenreiter Mannheim und dem 1:5 bei 1899 Hoffenheim II sei das Thema Aufstieg für den OFC zwar wohl „endgültig beendet“, so Röser, „aber wir wollen trotzdem zeigen, dass wir gegen Teams wie Trier gewinnen können. Gegen die Top-Mannschaften haben wir diese Saison ja leider selten gut ausgesehen.“

Bilder: Kickers mit deutlicher Niederlage in Trier

Man habe zuletzt „ein bisschen die Grenzen aufgezeigt bekommen“, gibt der Offensivspieler zu. Auf Verletzungen und Sperren will er das jedoch nicht zurückführen. „Das wäre falsch“, stellt Röser klar. „Wir haben den Aufstieg nicht erst in den vergangenen zwei Begegnungen verschenkt, sondern bereits in den ersten beiden Spielen der Saison unnötig Punkte vergeben oder später in Walldorf und Bahlingen verloren.“

Sein Vertrag läuft noch bis 2017, außer ihm sind nur vier weitere Akteure über diese Saison hinaus an die Kickers gebunden. Wie schlagkräftig der Kader in der kommenden Spielzeit sein wird, kann er nicht einschätzen. „Ich weiß nicht, wie im Detail geplant wird und habe als Spieler keinen Einblick in die Finanzen“, sagt Röser, stellt aber klar: „Es stehen noch sechs Spiele in der Liga an.“ Und zudem am 4. Mai (19.30 Uhr) das Hessenpokalfinale in Haiger gegen Drittligist SV Wehen Wiesbaden. „In der Liga will sich jeder zeigen, aber das Hessenpokalfinale ist für uns das wichtigste Spiel dieses Jahr. Alle wissen, wie geil es ist, im DFB-Pokal zu spielen. Wir haben die Qualität, das Finale zu gewinnen. Ich erwarte einen spannenden Pokalfight.“ Erstmal geht es allerdings um Wiedergutmachung – gegen Trier.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare