Ko Sawada und Luka Garic

Ein Duo setzt Maßstäbe beim OFC

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Auch im Ringkampf geschickt: Ko Sawada

Offenbach - Die Zuversicht ist zurück beim Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach. Dafür hat das imponierende 5:2 (2:2) gegen 1899 Hoffenheim II gesorgt. Von Jörg Moll

Eng verknüpft sind die Offenbacher Hoffnungen mit einem erstaunlich abgeklärten 18-jährigen Dietesheimer und einem 26-jährigen Japaner, die im zentralen Mittelfeld glänzten.
Ko Sawada spricht mittlerweile ordentlich Deutsch. Zum Lautsprecher der Kickers wird er trotzdem nicht. Bescheiden schüttelt er nach seiner starken Leistung gegen Hoffenheim die Hände der Gratulanten. Der Schweiß steht ihm auf der Stirn nach 90 Minuten, in denen der 26-Jährige unermüdlich das praktizierte, was Trainer Daniel Steuernagel fordert: laufen und Zweikämpfe gewinnen, schnell den Weg nach vorne suchen. „Wir haben es gut gemacht“, freut sich Sawada: „Vor allem war es wichtig, dass wir nach dem 2:2 in der Pause positiv geblieben sind.“ Seine neue Position gefällt ihm. „Als Sechser oder Achter läuft es besser“, sagt der Japaner, der bislang meist auf der Außenbahn agierte. „Ich sehe ihn eher innen als außen“, betont Steuernagel und lobt Sawadas Mentalität: „Er hat immer eine hundertprozentige Einstellung.“ Dazu kommen die gute Ballmitnahme, die an Sawadas Idole aus der Heimat, Japans WM-Teilnehmer Shinji Kagawa und Keisuke Honda erinnert, seine Qualität „Tiefe im Spiel zu erkennen“ und die Bälle präzise zu spielen. Dass Sawada den einen oder anderen Ball verliert, ist für Steuernagel kein Problem. „Wichtig ist die Reaktion“, betont er. Also den Gegner zu attackieren, um die Kugel wieder zu bekommen. „Dafür trainieren wir intensiv und lang, um das durchzustehen“, erklärt Steuernagel.

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Was in der zweiten Hälfte in Ulm erstmals gut klappte, setzte auch Luka Garic gegen Hoffenheim noch besser fort. Der 18-Jährige, noch ein Jahr in der Hessenliga-U19 spielberechtigt, gewann seine Zweikämpfe, bestimmte abklärt den Rhythmus - und bewies beim Pass auf Sawada, der zum Strafstoß und zum 3:2 durch Serkan Firat führte, dass auch er ein ausgeprägtes Gefühl für die Tiefe des Raumes hat. „Er trifft intuitiv fast immer die richtigen Entscheidungen“, lobt Steuernagel. Garic nahm die Lobeshymnen nüchtern zur Kenntnis. „So kann es weitergehen“, sagt er lediglich und freut sich über den ersten Heimauftritt. „Ein überragendes Gefühl, vor diesen Fans aufzulaufen.“ Auf die Frage, ob er nicht nervös gewesen sei, antwortet der Dietesheimer, der nach dem Abitur fürs Erste auf die Karte Fußball setzt, ganz unaufgeregt: „Nerven darfst du nicht zeigen, sonst klappt es nicht.“

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Offenbachs neue Mittelfeldzentrale hat Maßstäbe gesetzt. Freibriefe gibt es nicht. „So wie sie gespielt haben, soll es sein. Aber es gibt keinen Grund abzuheben“, warnt Steuernagel. Auch für Dren Hodja, Serkan Göcer, Francesco Lovric, Kevin Ikpide oder Marco Rapp, die Garic und Sawada verdrängt haben, ist die Botschaft eindeutig. „Wir haben viel Qualität für diese Positionen“, sagt der OFC-Coach: „Da muss jeder Vollgas geben.“

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