Sawada überzeugt in der Luft

Ko – wie Kopfballungeheuer

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Fliegender Japaner: Der eingewechselte Kickers-Offensivspieler Ko Sawada (links) überspringt in der Partie gegen die SV Elversberg den zehn Zentimeter größeren Steffen Bohl und trifft per Kopf zum 3:0-Endstand. Dren Hodja (Mitte) schaut staunend zu, Elversbergs Torhüter Frank Lehmann kann nicht mehr eingreifen.

Offenbach - Bereits während der Vorbereitungsphase auf die Restsaison hatte Ko Sawada mit guten Leistungen Werbung für sich gemacht. Gegen Elversberg belohnte sich der Offensivmann der Offenbacher Kickers nun mit einem Tor und zeigte dabei eine bislang nicht gekannte Qualität. Von Christian Düncher

Das erste Spiel der Offenbacher Kickers nach der Winterpause war längst entschieden, als nochmals Jubel aufbrandete und sich feiernde OFC-Anhänger ungläubig ansahen. Ko Sawada hatte im Spiel gegen die SV Elversberg gerade den 3:0-Endstand erzielt. Ein Treffer des Japaners ist an sich schon eine Überraschung, schließlich war es erst sein zweiter im 21 Einsatz für die Kickers. Doch viel mehr verwunderte die Art, wie er das Tor erzielte.

Nach Flanke von Jan Hendrik Marx schraubte sich der nur 1,73 Meter große Sawada mit Anlauf in die Höhe, übersprang den zehn Zentimeter größeren Elversberger Steffen Bohl und wuchtete den Ball mit der Stirn aus knapp sechs Metern über die Linie.

Stadionsprecher Olaf Kruse konnte sich daraufhin einen kleinen Scherz nicht verkneifen, nannte Sawada bei seiner Durchsage „Kopfballungeheuer“. Der Offensivmann selbst gab hingegen zu: „Ich bin klein und eigentlich ist die Schnelligkeit meine Stärke. Aber der Ball kam super.“ Und das Timing war perfekt.

Mitspieler und Verantwortliche der Kickers nahmen das erste Kopfballtor das fliegenden Japaners erfreut zu Kenntnis. „Wir wissen, was für eine Qualität er hat“, lobte Trainer Oliver Reck und konnte sich einen kleinen Seitenhieb auf diejenigen, die an Sawadas Regionalliga-Tauglichkeit gezweifelt hatten, nicht verkneifen: „Wir sind ja belächelt worden, als wir ihn damals aus der Hessenliga geholt haben. Jetzt hoffen wir, dass er von Verletzungen verschont bleibt.“ Sportdirektor Sead Mehic äußerte sich ähnlich: „Wenn ich mich für einen Spieler freue, dann für Ko. Er hatte so viel Verletzungspech. Aber jetzt hat er eine überragende Vorbereitung absolviert.“

Das OFC-Zeugnis gegen Elversberg

Vergangene Saison hatte Sawada bei seiner Premiere im OFC-Trikot ein Tor zum 3:2-Heimsieg gegen Walldorf beigesteuert. Danach schwankten die Leistungen. Bis zur Winterpause kamen lediglich 558 weitere Einsatzminuten hinzu. Siebenmal saß er 90 Minuten auf der Bank. Nach der Winterpause verhinderte eine Knieverletzung weitere Einsätze. In der aktuellen Saison gingen die Probleme zunächst weiter. In den ersten 21 Spielen dieser Runde kam der Japaner nur zu drei Kurzeinsätzen. Doch im Trainingslager in Spanien deutete sich bereits an, dass mit der Nummer vier des OFC in der Restsaison zu rechnen sein könnte. Sawada sammelte in den Testspielen Pluspunkte und wurde zu Beginn der Rückrundenfortsetzung von Reck mit einem 20-minütigen Einsatz belohnt, bei dem er nicht nur aufgrund seines Treffers auf sich aufmerksam machte.

„Ko kam rein und war sofort präsent“, sagte Mehic. Niklas Hecht-Zirpel fand ebenfalls nur lobende Worte: „Ko kann nicht nur hüpfen, sondern auch gut spielen. Er hat für Entlastung gesorgt“, befand der Aushilfsstürmer. Sawada selbst war ebenfalls zufrieden: „Alles ist super. Ich habe lange nicht gespielt, bin jetzt aber topfit. Im Training lief es schon sehr gut. Dass ich nun mein erstes Saisontor erzielt habe, war für mich sehr, sehr wichtig. Ich muss aber noch mehr zeigen.“ Gerne auch wieder per Kopf.

Kickers gegen SV Elversberg: Bilder

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