Reck muss Marx und Rapp ersetzen

OFC: Mit Flow und tollem Teamspirit

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Serkan Göcer (rechts, gegen Eintracht Stadtallendorf) könnte im Heimspiel gegen seinen Heimatverein TuS Koblenz sein Comeback im OFC-Dress geben. Er hatte sich am 19. November in der Partie gegen Hoffenheim an der Schulter verletzt. Zuletzt plagten ihn Probleme im Sprunggelenk.

Offenbach - Dieser Spieltag könnte ein extrem wichtiger werden für die Offenbacher Kickers in der Regionalliga Südwest: Während der OFC (2. Platz) die TuS Koblenz (16. ) empfängt, stehen die Verfolger Freiburg II (3. /beim Fünften Elversberg) und Mannheim (4./bei Spitzenreiter Saarbrücken) vor schwierigen Aufgaben. Von Christian Düncher 

Oliver Reck muss sich vorkommen wie in einer Quiz-Show. Ständig werden dem Trainer der Offenbacher Kickers neue Aufgaben gestellt. Nachdem er in den vergangenen Wochen wegen Verletzungen bereits Lösungen für die Positionen hinten links, vorne rechts, im defensiven Mittelfeld und im Angriffszentrum finden musste, lautet die aktuelle Frage: Wer ersetzt am Montag im Heimspiel gegen die TuS Koblenz (20.15 Uhr/Sport1) Jan Hendrik Marx? Der Rechtsverteidiger hatte am Mittwoch in Walldorf beim 2:1-Erfolg zum fünften Mal Gelb gesehen und muss einmal pausieren.

Marx hatte zuletzt 24 Spiele in Folge gemacht, die meisten davon über die vollen 90 Minuten. Und: Er war in starker Form. Keine leichte Aufgabe also für Reck, aber auch keine neue. „Wir haben immer wieder Ausfälle aufgefangen“, betont der 53-Jährige. Beim 1:0-Erfolg im Hinspiel hatte Reck beispielsweise nur 16 Spieler zur Verfügung, darunter Gerrit Gohlke aus der U19. Wer Marx ersetzen soll, will der Trainer aber erst kurzfristig entscheiden.

Eines steht bereits fest: „Wir werden unseren Spielstil nicht ändern.“ Eine Umstellung von Vierer- auf Dreierkette erscheint somit ausgeschlossen. Semih Sentürk, der diese Saison bereits hinten rechts spielte, fällt weiter mit Fußproblemen aus. Stefano Maier hat früher rechts gespielt, ist im Abwehrzentrum aber zu wichtig. Gleiches gilt für Aushilfsstürmer Maik Vetter. Und so könnte Serkan Göcer, der in Walldorf nach langer Verletzungspause erstmals wieder im Kader gestanden hatte, sein Comeback frühe als erwartet geben. Sollte die Kraft nicht reichen, könnte Vetter nach hinten gezogen werden und vorne ein frischer Angreifer für neuen Schwung sorgen.

„Wir können auf alles reagieren“, so Reck, „auch auf Rückstände und Nachlässigkeiten.“ In Walldorf hatte der OFC das eindrucksvoll belegt. Wie die Mannschaft auf das 0:1 reagierte, war imponierend. Vor allem Varol Akgöz ragte heraus. Er bereitete das Siegtor von Dren Hodja mit einem cleveren Doppelpass vor. Das 1:1 hatte er selbst erzielt, indem er eine von ihm eingeleitete Kombination mit Ko Sawada technisch stark mit einem Volley abschloss. Der sechste Saisontreffer des 30 Jahre alten Stürmers. „Es ist meine Aufgabe, Tore zu machen“, sagte der Angreifer und ergänzte mit einem Lächeln: „Manchmal nutzt man die einfachen Chancen ja nicht.“ Ein kleiner Verweis auf die Kollegen, die in der Endphase haufenweise hochkarätige Möglichkeiten vergeben hatten.

Bilder zum OFC-Auswärtssieg

Reck sah die Chancenverwertung durchaus kritisch, scherzte jedoch wenig später: „Vielleicht haben wir uns ja ein, zwei Tore für das Spiel am Montag aufgehoben.“

Das könnte auch nötig sein. Als 16. steht Koblenz zwar auf einem potenziellen Abstiegsrang, ist aber gut drauf. „Seit dem Trainerwechsel ist das nicht mehr die gleiche Mannschaft“, sagt Reck. Unter Anel Dzaka, der Mitte Februar Petrik Sander abgelöst hatte, verlor das Team nur ein Spiel und ist seit vier Partien ungeschlagen. Sogar bei Spitzenreiter Saarbrücken gewann man – 1:0. Den OFC-Coach lässt das unbeeindruckt. „Wir haben einen gewissen Flow und einen tollen Teamspirit auf dem Platz. Damit wollen wir die Zuschauer mitnehmen.“ Oder wie Reck bereits nach dem Sieg in Walldorf gesagt hatte: „Wir haben die volle Überzeugung, dass wir gewinnen können. Und mit dieser Überzeugung agieren wir konsequent.“ Das zeigt auch die Bilanz. Die Kickers sind ebenfalls seit vier Spielen ungeschlagen: drei Siege, ein Remis, 10:4 Tore.

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