Gehen Müller und von der Burg?

Beim OFC soll Bewegung in Personalplanungen kommen

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Noch ist unklar, ob dieses OFC-Trio auch künftig zusammen jubeln wird: Die Verträge von Nikolaos Dobros, Benjamin Pintol und Markus Müller (von links) laufen aus - so wie die Arbeitspapiere der meisten anderen Spieler. Nur fünf Akteure sind über die Saison hinaus gebunden.  

Offenbach - Der sportliche Kontrast könnte vor der Partie der Offenbacher Kickers bei der Spvgg. Neckarelz kaum größer sein. Während der OFC zuletzt das Topspiel gegen Trier mit 1:0 gewann, kam Neckarelz mit 0:6 unter die Räder. Gemein haben beide Klubs finanzielle Sorgen. Beim OFC erschweren diese die Personalplanung. Von Christian Düncher 

Es war ein Treffen mit Symbolcharakter: Remo Kutz, Geschäftsführer des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach, hatte gestern Mittag einen Termin mit Vertretern der Bauaufsichtsbehörde. So weit, so gewöhnlich. Aber auch passend. Beim OFC wird derzeit nämlich fast überall gewerkelt. Während sich die Mannschaft durch das jüngste 1:0 gegen Trier wieder etwas näher an die zur Teilnahme an der Aufstiegrelegation berechtigenden Plätze herangearbeitet hat, sind Kutz und seine Kollegen aus dem Präsidium damit beschäftigt, die finanziellen Sorgen zu mindern und einen ordentlichen Etat für die kommende Saison zusammenzustellen.

Für Oliver Reck, der sich gestern mit Präsident Helmut Spahn traf, ist es nicht leicht, unter diesen Bedingungen zu planen. Doch der Coach geht professionell mit der Situation um. „Dass wir jeden Euro zweimal umdrehen müssen, ist ja bekannt“, sagte er nach der Pressekonferenz vor der Partie bei der Spvgg. Neckarelz (Samstag, 14 Uhr) und ergänzte mit Blick auf die stockenden Personalplanungen: „Das ist der Situation geschuldet.“

Nur fünf Spieler (Sebald, Hodja, Scheu, Rapp, Röser) stehen bislang über das Rundenende hinaus unter Vertrag. Mit den anderen werde man nun „nach und nach reden, das kann jedoch noch ein paar Tage dauern“, sagte Reck und stellte klar: „Wir wollen offen und ehrlich sein.“ Einige Spieler, von denen man sich trennen werde, seien bereits informiert worden. Namen wurden aber noch nicht genannt.

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Der Trainer verwies zudem darauf, dass man noch im Spielbetrieb sei und es daher in den verbleibenden Partien durchaus wichtige Erkenntnisse über die Akteure geben könne, bei denen offen ist, ob man weiter mit ihnen plant. Zudem könne noch der eine oder andere Euro in die Kasse gespült werden, sagte er vor allem mit Blick aufs Hessenpokalfinale am 4. Mai (19.30 Uhr) in Haiger gegen den SV Wehen Wiesbaden.

Dass die ungeklärte Frage nach der beruflichen Zukunft für die Spieler zur Belastung werden könnte, glaubt Reck nicht. „Die Jungs haben das bisher sehr professionell aufgenommen“, betonte er. Es ist aber kein Geheimnis, dass die OFC-Profis gerne schneller Klarheit hätten und sich zumindest ihre Gedanken machen. So wird Mittelstürmer Markus Müller beim Hessenligisten TSV Lehnerz als möglicher Zugang gehandelt. Der Spieler wollte das nicht kommentieren, sagte jedoch, dass er sich natürlich andere Angebote anhöre. Im Sommer hatte Müller eine lukrative Offerte des Ligarivalen 1.FC Saarbrücken abgelehnt und stattdessen beim OFC verlängert. „In vertraglichen Sachen habe ich mich immer korrekt verhalten und hätte natürlich gerne bis Saisonende eine Entscheidung, damit ich beruhigt in den Urlaub gehen kann“, so Müller.

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Ein anderer Stürmer steht derweil vor dem Abschied. Eigengewächs Steven von der Burg (21) studiert ab Oktober, kann daher künftig nur noch eingeschränkt trainieren. Da er beim OFC ohnehin nur selten spielt, ist ein Wechsel zu einem Klub wahrscheinlich, der nicht mit Vollprofis plant. RW Frankfurt, Tabellenzweiter der Hessenliga, soll Interesse haben.

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