Ohne Deniz

Kickers Offenbach (OFC): Testspiele gegen Spvgg. Greuther Fürth II und Schott Mainz

Bei den Testspielen dürfen die Zuschauer der Kickers Offenbach (OFC) nicht ins Stadion (Archivbild).
+
Bei den Testspielen dürfen die Zuschauer der Kickers Offenbach (OFC) nicht ins Stadion (Archivbild).

In Corona-Zeiten eine Fußball-Partie zu absolvieren, ist für alle Beteiligten eine ganz besondere Hausforderung. Diese Erfahrung haben jetzt auch die Verantwortlichen der Offenbacher Kickers gemacht.

Offenbach - Zwar sind Duelle zwischen Regionalligisten seit 6. Juli grundsätzlich erlaubt, für den geplanten Testspiel-Doppelpack in Offenbach gegen die Spvgg. Greuther Fürth II (Samstag, 14 Uhr) und Schott Mainz (Sonntag, 14 Uhr, dreimal 45 Minuten) stand der OFC zwischenzeitlich allerdings ohne Schiedsrichter da.

Der Hessische Fußball-Verband (HFV) hatte die Abstellung von Unparteiischen zunächst abgelehnt, weil der Nachweis fehlte, dass ein von der „zuständigen Behörde“ (städtisches Gesundheitsamt) überprüftes und abgesegnetes Hygienekonzept für die beiden Spiele vorliegt. In Hessen ist dieser Nachweis eine der Voraussetzungen für den „Trainings- und Wettkampfbetrieb des Spitzen- und Profisports“, zu dem auch Regionalliga-Fußball zählt. Die Kickers haben das Schriftstück jedoch offenbar mittlerweile nachgereicht. „Es sind besondere Zeiten. Da will sich jeder absichern. Und derzeit sind bei einem Freundschaftsspiel viele Parteien involviert“, erklärt Thomas Sobotzik, der Geschäftsführer des OFC. Ein Problem war das aus seiner Sicht jedoch nicht, lediglich eine „Verzögerung“. Der Austragung der zwei Spiele steht also nicht mehr im Wege.

Theoretisch wäre es sogar möglich, bei den Partien eine begrenzte Anzahl an Zuschauern zuzulassen. So dürfen 120 Fans am kommenden Montag dem Trainingsstart des Ligarivalen FSV Frankfurt beiwohnen - an zwölf Zehnertischen von dem benachbarten Parkplatz aus und mit einer Schutzmaske. Der OFC geht lieber auf Nummer sicher. So wurde auch das Duell mit dem künftigen Ligarivalen Schott Mainz, das eigentlich auf dem Nebenfeld stattfinden sollte, ins Stadion verlegt, wo Tags zuvor auch gegen die Fürther Reserve getestet wird. Jeweils ohne Zuschauer. Dabei wird es ein Wiedersehen mit Petr Ruman geben. Der Ex-Profi (u.a. Fürth, Mainz, Aalen) coachte zwischen 2014 und 2015 die damalige OFC-U21. Seit 2018 ist er in Fürth Co-Trainer der ersten und Cheftrainer der zweiten Mannschaft.

OFC-Coach Angelo Barletta kann bei den ersten beiden Vorbereitungsspielen für die kommende Saison nahezu auf seinen kompletten Kader zurückgreifen. In Ersatz-Torwart Felix Ferahyan (angeschlagen) und Mittelfeld-Abräumer Luigi Campagna (private Gründe) hatten zwar beim Trainingsstart am Montag zwei Spieler gefehlt, sie sind aber inzwischen wieder dabei. Lediglich Tunay Deniz (kam aus der Türkei von BB Erzurumspor) muss noch zuschauen. „Er ist ein Auslandstransfer, da dauert es manchmal, bis die Spielgenehmigung vorliegt“, so Sobotzik.

Die Fans müssen bei den ersten beiden Tests also draußen bleiben. Wie gerne sie dabei gewesen wären, zeigen die aktuellen Zahlen des Dauerkartenverkaufs. Nach nur drei Tagen hat der OFC bereits 1029 Saisontickets veräußert. Vergangenes Jahr hatte man diese Marke erst nach einem Monat erreicht. Dabei spielt eine Rolle, dass man dieses Saison corona-bedingt nur mit Dauerkarte die Chance hat, bei den Heimspielen im Stadion dabei zu sein.

Sehr gefragt sind laut Stefan Weigand, Geschäftsführer des OFC-Fanshops, auch die neuen Trikots. Obwohl es nach deren Präsentation Kritik gegeben hatte. Die Kickers hatten angekündigt, dass sie erstmals von Ausrüster Nike ein individuell für sie produziertes Trikot erhalten würden. Letztlich sieht das Shirt aber genau so aus wie jenes, das der spanische Zweitligist Sporting Gijon in der vergangen Saison getragen hatte. Im Internet gab es deshalb Spott und Hohn. Von der „Schande von Gijon“ war vereinzelt die Rede. Repräsentativ sind diese Meinungen aber offenbar nicht. Weigand ist jedenfalls mit den bisherigen Verkaufszahlen mehr als zufrieden („Hervorragend“). Auch das gewöhnungsbedürftige mintfarbene Auswärtstrikot komme vor allem bei weiblichen und jungen Fans gut an. (Christian Düncher)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare