Mannheim verteidigt Vorsprung

OFC: Stillstand trotz starker Siegesserie

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Offenbacher Jubel und Dreieicher Tristesse: Während die OFC-Spieler das 1:0-Siegtor von Moritz Reinhard (Nummer 30) feiern, wirken die Verteidiger des SC Hessen, Dominic Rau (links) und Denis Streker (rechts) konsterniert.

Die Hoffnung auf eine Pleite von Spitzenreiter Mannheim im Topspiel gegen Saarbrücken hat sich für Kickers Offenbach zwar nicht erfüllt. „Für uns ändert sich aber nichts“, so Sportdirektor Sead Mehic. „Wir versuchen, die Jungs weiterzuentwickeln, und warten auf eine Chance.“

Offenbach – Während Kickers Offenbachs Trainer Daniel Steuernagel am Samstag bei einer anderen Partie scoutete, drückte Sead Mehic im Mannheimer Carl-Benz-Stadion dem 1. FC Saarbrücken die Daumen. Vergeblich. Gastgeber SV Waldhof gewann das Gipfeltreffen der Regionalliga Südwest mit dem Zweiten 3:2 (1:1) und hat als Tabellenführer weiter neun Punkte Vorsprung auf den OFC (3.). „Saarbrücken war in der ersten Hälfte das bessere Team. Mannheim hatte das Glück des Tüchtigen, das man hat, wenn man oben steht“, resümierte der OFC-Sportdirektor und wirkte dabei keineswegs resigniert.

„Wir machen so weiter wie vorher“, betonte Mehic. „Natürlich schauen wir aber mit einem Auge rüber zu Waldhof Mannheim.“ Der Sportdirektor des OFC hatte zwar auf einen Patzer des Tabellenführers gegen Saarbrücken gehofft, ihn aber keineswegs erwartet. „Mannheim hat bisher eher dort Punkte liegenlassen, wo man nicht davon ausgegangen war. Wie gegen Walldorf oder Hoffenheim“, so Mehic. Und so wollen die Kickers versuchen, ihre ohnehin schon starke Serie weiter auszubauen, um da zu sein, falls der SV Waldhof Mannheim doch noch patzt.

Lovric: „So müssen wir weitermachen“

Mit sechs Siegen in Folge sind sie derzeit das Team der Stunde in der Liga. Keine Mannschaft verbuchte in diesem Zeitraum mehr Zähler – und keine verteidigt derzeit so gut. In den ersten drei Spielen der Restsaison ließ der OFC kein Gegentor zu und gestattete den Gegnern kaum Chancen. „Wir stehen hinten momentan wie eine Wand“, freute sich Verteidiger Francesco Lovric. „So müssen wir weitermachen.“

Am Mittwoch (19.30 Uhr) steht bereits das nächste Spiel an, erneut ist es ein Nachbarduell, dieses Mal beim FSV Frankfurt. Die Bornheimer kämpfen wie Dreieich gegen den Abstieg. Kickers-Coach Daniel Steuernagel erwartet „trotzdem ein anderes Spiel, weil der FSV nicht ganz so kompakt ist. Er hat seine Qualitäten eher vorne, ist offensiver. Wenn der FSV gegen Topteams spielte, gab es oft viele Tore“. Im Hinspiel (7:0 für die Kickers) allerdings nur auf einer Seite.

OFC-Zeugnis gegen Hessen Dreieich

Gegen Dreieich hatte sich der OFC lange schwer getan, was Steuernagel aber nicht verwunderte. „Die haben noch nie hoch verloren. Mir war klar, dass wir Geduld haben müssen.“ Gleichwohl gab er zu, dass sein Team in der ersten Hälfte „zu lethargisch“ gewesen sei. Bedenken hatte der Trainer aber nicht. Im Gegenteil. „Wir stehengut, sind fit und konditionell gut drauf. In der zweiten Hälfte können wir jedes Mal nachlegen.“ Auch personell.

Schon mit der Hereinnahme von Ko Sawada zur Pause wurde der OFC immer dominanter. Seine schnellen Antritte hatten den Kickers in der ersten Hälfte gefehlt. Da der Japaner aber seit einiger Zeit über Adduktorenprobleme klagt, hatte ihn Steuernagel („Wir brauchen Ko in den kommenden Wochen“) zunächst geschont. Mehic verteidigte diese Maßnahme. „Es war richtig, ihn nicht von Anfang an, sondern ihn nur 45 Minuten zu bringen.“

OFC gegen Hessen Dreieich: Bilder zum Derby

Mit Sawada als Antreiber und der Gewissheit, dass hinten nichts anbrennt, wurde der OFC von Minute zu Minute stärker und siegte verdient mit 1:0. So eine stabile Defensive gibt Vertrauen, sagte Steuernagel. Und vorne seien nicht nur Serkan Firat (elf Treffer) und Jake Hirst (8) „immer für ein Tor gut. Da wird es für jeden Gegner schwer.“ Die Aussage lässt sich belegen. Die 15 Treffer, die die Kickers während ihrer Siegesserie erzielten, verteilen sich auf 13 Schützen. Gegen Dreieich trug sich Moritz Reinhard in diese Liste ein. Für den Winterzugang aus der Gruppenliga war es im dritten Pflichtspiel das erste Tor. „Wir hatten in der zweiten Hälfte in Ko Sawada und Serkan Firat zwei sehr schnelle Spieler auf dem Platz, die gut mit dem Ball umgehen können. Dadurch kamen wir natürlich zu Chancen“, sagte der Stürmer und lenkte den Blick bereits auf Mittwoch: „Da haben wir das nächste Nachbarduell unter Flutlicht.“ VON CHRISTIAN DÜNCHER

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