OFC prüft mögliche Regressansprüche

Platzstürmer sollen zahlen: Polizei ermittelt 27 Randalierer

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Das Relegationsrückspiel gegen den 1. FC Magdeburg am 31. Mai in Offenbach musste in der 84. Minute für rund 17 Minuten unterbrochen werden, weil etwa 40 Offenbacher Zuschauer in den Innenraum eindrangen.  

Offenbach - Die Kickers sind zwar um ein Geisterspiel herumgekommen, dürfen aber nach dem Platzsturm im Relegationsspiel gegen Magdeburg im ersten Heimspiel nur 3500 Zuschauer ins Stadion lassen und müssen die Waldemar-Klein-Tribüne und den Heimbereich der Westtribüne schließen. Von Jochen Koch

Seit drei Wochen war Kickers-Geschäftsführer David Fischer in intensiven Gesprächen mit dem DFB und der Spielleitung der Regionalliga. Da die Kickers nach einigen Vorfällen (unter anderem wurden Linienrichter mit Feuerzeugen und Bierbechern beworfen) schon unter Bewährung spielten, drohte ein Geisterspiel ohne Zuschauer. „Das Urteil tut sehr weh, aber zum Glück ist es kein Geisterspiel“, sagte Fischer zum Urteil des DFB-Sportgerichts, dass am 8. August gegen den FC Homburg nur 3500 Eintrittskarten für den Heimbereich verkauft werden dürfen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Sportchef Jochen Koch.

Damit können zumindest alle Dauerkartenbesitzer das Spiel sehen. Bis gestern waren knapp 2600 Dauerkarten, inklusive der VIP-Karten, verkauft. Wegen der Begrenzung der Zuschauerzahl wird der OFC vorerst keine Tageskarten für das Auftaktspiel verkaufen. Da die Stehtribüne komplett gesperrt wird (dort sind auch keine Banner, Plakate, Transparente erlaubt), werden die Zuschauer auf die Haupttribüne und Henninger-Tribüne verteilt.

Karten für den Gästeblock sind von dieser DFB-Strafe nicht betroffen, werden jedoch streng reguliert im Vorverkauf nur über den FC Homburg abgesetzt und stehen OFC-Fans nicht zur Verfügung. Nicht nur die Kickers kommt dieses Spiel wegen des Einnahmeverlustes teuer zu stehen. Auch einige der rund 40 Platzstürmer werden zur Kasse gebeten, Die Polizei hat inzwischen 27 Männer ermittelt, die beim Magdeburg-Spiel in den Innenbereich eingedrungen sind. Sie erhalten ein zweijähriges, bundesweit gültiges Stadionverbot und müssen sich auf eine Rechnung vom OFC gefasst machen. „Wir prüfen derzeit mit einen Rechtsanwalt, inwiefern wir gegen diese Leute Regressansprüche stellen können“, sagte Fischer.

Zuschauer-Ausschreitungen und Trauer beim OFC: Bilder

Schon einmal hatten Offenbacher Fans bei einem Regionalligaspiel den Platz gestürmt, beim Auswärtsspiel gegen Eintracht Frankfurts U23 im FSV-Stadion (14. September 2013). Doch aufgrund von Unklarheiten in der Stadion-Hausordnung konnten die Täter damals finanziell nicht belangt werden.

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„Wir können nur an die Vernunft aller Fans appellieren, dass in Zukunft solche Vorfälle schon im Vorfeld unterbunden werden“, hofft Geschäftsführer Fischer, dass die Kickers-Anhänger Gewalttäter in ihren Reihen selbst disziplinieren. Denn, so Fischer, „99,9 Prozent unserer Fans distanzieren sich von solchen dummen Aktionen.“

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Platzsturm in der Relegation: Was halten Sie von der DFB-Strafe für den OFC?
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Die Strafe ist hart, aber absolut gerecht.
39.09%
Die Strafe ist zu milde. Der OFC hat Glück, dass er ohne Geisterspiel davon gekommen ist.
20.11%

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