OFC entlässt Rico Schmitt, Spuren führen zu Oliver Reck

Präsident Helmut Spahn: „Es hat einfach nicht gepasst“

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Isoliert: Die Zusammenarbeit von Trainer Rico Schmitt und den Offenbacher Kickers ist beendet. Links: Vizepräsident Michael Relic und der Technische Direktor Sport Sead Mehic.  

Offenbach - Als gestern Abend gegen 21. 45 Uhr die Sitzung des Präsidiums der Offenbacher Kickers beendet wurde, war auch die Zusammenarbeit mit Trainer Rico Schmitt beendet. Von Jochen Koch 

Der Tabellenfünfte der Regionalliga hat sich mit sofortiger Wirkung von seinem Trainer und Sportlichen Leiter getrennt. Was sich seit Wochen angedeutet und in den letzten Tagen konkretisiert hatte, wurde gestern offiziell verkündet. Wegen unterschiedlicher Auffassungen über die weitere Ausrichtung des OFC hat das Präsidium Rico Schmitt beurlaubt. Der Vertrag von Schmitt läuft noch bis Saisonende, würde sich bei Aufstieg um ein Jahr verlängern. „Wir wollen in Zukunft mehr auf die Jugend setzen und die Tradition des Vereins und auch die Identifikation mit der Region mehr in den Vordergrund stellen. Da konnten wir uns mit Rico Schmitt nicht über die Ausrichtung verständigen. Es hat einfach nicht gepasst“, erklärte Präsident Helmut Spahn gestern.

Am Montag hatten sich die Kickers bereits von Geschäftsführer David Fischer getrennt. Der neue Geschäftsführer Remo Kutz und Helmut Spahn führten in dieser Woche mehrere Gespräche mit Schmitt. Die Entscheidung, sich zu trennen, war schon Mitte der Woche gefallen. „Das war kein Schnellschuss. Wir haben uns sehr intensive Gedanken gemacht. Wir haben nun einmal eine bestimmte Philosophie. Die haben wir auch den Mitgliedern vorgestellt und wurden deshalb gewählt. Wir haben in der Vergangenheit viele Gespräche geführt. Wir tun sicher nichts, was schlecht für Kickers Offenbach ist“, erklärte Spahn.

Die schönsten Momente mit Rico Schmitt: Bilder

Der interne Vorwurf an Schmitt war, dass er zu wenig Wert auf Spieler aus dem eigenen Bereich und der Region gelegt hat. Schmitt wiederum verwies darauf, dass man mit seiner Philosophie Meister geworden ist. Schmitt hatte als Nachfolger von Arie van Lent das Traineramt in der 3. Liga am 13. Februar 2013 übernommen. Nach dem Zwangsabstieg wegen der Insolvenz baute Schmitt eine neue Mannschaft auf, feierte 2015 die Meisterschaft - schaffte aber gegen Magdeburg nicht den Aufstieg. Seine Bilanz in fast drei Jahren als OFC-Trainer: 101 Punktspiele, 51 Siege, 27 Unentschieden und 23 Niederlagen.

Statt Rico Schmitt wird heute der bisherige Co-Trainer Alexander Conrad das erste Training nach einwöchiger Pause leiten. Conrad wird auch weiterhin als Co-Trainer arbeiten. Wer der neue Cheftrainer wird, ließ Spahn noch offen. „Noch ist nichts unterschrieben und wir werden keine Namen kommentieren.“ Aber die Spuren führen nach Düsseldorf. Dort lebt Oliver Reck (50), mit dem die Kickers bereits seit Wochen in Kontakt stehen. Der ehemalige OFC-Torwart trainierte die Zweitligisten MSV Duisburg und Fortuna Düsseldorf, wo er im Februar 2015 beurlaubt wurde. „Wir werden in den nächsten zwei bis vier Tagen die Entscheidung treffen, wer unser neuer Trainer wird“, kündigte Spahn an.

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