Urberacher bei Darmstadt 98 aussortiert

Serkan Firat: Zweiter Anlauf über Offenbach

Serkan Firat will sich nach der Verbandsliga (2013/14 mit Darmstadt 98 II) und der Hessenliga (2015/16 mit Viktoria Griesheim) nun in der Regionalliga Südwest beweisen.
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Serkan Firat will sich nach der Verbandsliga (2013/14 mit Darmstadt 98 II) und der Hessenliga (2015/16 mit Viktoria Griesheim) nun in der Regionalliga Südwest beweisen.

Offenbach - Serkan Firat war ganz oben dabei und fing dann in der 5. Liga neu an. Bei den Offenbacher Kickers will der Deutsch-Türke nun zeigen, dass er beim SV Darmstadt 98 nicht ohne Grund zwei Jahre lang dem Profi-Kader angehört hatte. Von Christian Düncher

Auf junge Spieler aus der Region wolle er künftig vermehrt setzten, hatte Oliver Reck im Januar bei seinem Amtsantritt gesagt. Mit der Verpflichtung von Serkan Firat hat der Trainer der Offenbacher Kickers den Worten zum wiederholten Mal Taten folgen lassen. Der 22-Jährige kommt aus Urberach, lernte das Fußballspielen bei der TG Ober-Roden und war Mitte Juni der erste Zugang, den der OFC für diese Saison verpflichtete.

Bereits als U17-Spieler wollten ihn die Kickers holen, berichtet der 1,75 Meter große Mittelfeldspieler. Damals gab Firat aber Darmstadt 98 den Vorzug und erlebte so später den märchenhaften Aufstieg der „Lilien“ hautnah mit. „Es war immer mein Ziel, den Sprung von der Jugend in die erste Mannschaft zu schaffen“, sagt er. Mit Beginn der Saison 2013/14 ging dieser Traum in Erfüllung. Als Perspektivspieler gehörte er fortan zum Profikader, der innerhalb von zwei Jahren den Durchmarsch von der 3. in die 1. Liga schaffte. „Das miterlebt zu haben, kann mir niemand nehmen. Das steht in meinem Lebenslauf und war eine geile Sache. Weltklasse“, schwärmt Firat. Dass er während dieser Zeit nur eine Minute in einem Drittligaspiel zum Einsatz kam, stört ihn nicht. Trainer Dirk Schuster habe ihm immer „eine gute Leistung attestiert“. Daher sei es „trotzdem eine erfolgreiche Zeit“ gewesen. „Ich habe mich nicht nur fußballerisch, sondern auch charakterlich weiterentwickelt“, sagt Firat, gibt jedoch zu: „Ein bisschen bin ich dem Erfolg zum Opfer gefallen.“

Opfer des Erfolges

Das Eigengewächs konnte angesichts der rasanten Entwicklung der „Lilien“ nicht mehr mithalten, erhielt nach dem Erstliga-Aufstieg keinen Vertrag mehr. „Das war für mich Neuland“, gibt Firat zu. „Ich wusste nicht, wie es weitergeht. Da ich wenig gespielt hatte, gab es auch keine Interessenten.“ Und in die Türkei wollte er nicht wechseln. „Es gab Kontakt, aber der deutsche Fußball liegt mir mehr. Die Strukturen sind weiter entwickelt.“

Eher zufällig kam er Mitte der vergangenen Saison mit den ehemaligen Kickers-Spielern Angelo Barletta und Dennis Bochow in Kontakt, die damals den Hessenligisten Viktoria Griesheim trainierten. „Das war das Beste, was mir passieren konnte. Beide haben mich aufgebaut“, sagt Firat, der es auf 19 Einsätze brachte und dabei 14 Treffer erzielte sowie fünf vorbereitete. „Die vielen Tore haben mich selbst überrascht“, sagt er. „Ich wollte eigentlich nur Spielpraxis sammeln und den Spaß am Fußball wieder finden. Der Wechsel zu Viktoria Griesheim war für mich letztlich wie ein Sechser im Lotto.“ Zumal Barletta und Bochow auch den Kontakt zum OFC herstellten. Firat überzeugte in zwei Probetrainings, unterschrieb einen Vertrag bis 2018.

Bilder: Kickers-Tag auf dem Wilhelmsplatz

Bilder zum OFC: Kickers-Tag auf dem Wilhelmsplatz in Offenbach
Bilder zum OFC: Kickers-Tag auf dem Wilhelmsplatz in Offenbach
Bilder zum OFC: Kickers-Tag auf dem Wilhelmsplatz in Offenbach
Bilder zum OFC: Kickers-Tag auf dem Wilhelmsplatz in Offenbach
Bilder: Kickers-Tag auf dem Wilhelmsplatz

„Wenn ein Verein wie der OFC Interesse hat, macht einen das stolz“, sagt er. „Außerdem kann ich weiterhin im Elternhaus wohnen, habe mein gewohntes Umfeld, das auch in schlechten Zeiten für mich da ist.“ Aber auch bei Trainer Oliver Reck fühlt sich Firat gut aufgehoben. „Er ist ein guter Mensch mit einem überragenden Charakter. Ich habe zum Beispiel selten gesehen, dass ein Trainer die Bälle trägt oder sucht. Das ist bei einer solchen Vita nicht selbstverständlich.“

Recks Taktik kommt dem in der Offensive auf mehreren Positionen einsetzbaren Zugang ebenfalls entgegen. „Er steht auf schnelles Spiel“, erklärt Firat, der sich als technisch gut ausgebildeten Spieler beschreibt, der auch mit Ball am Fuß die Übersicht behält. Steigerungsbedarf sieht er in Sachen Zweikampf und Aggressivität. „Ich muss noch robuster werden“, meint er.

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