Mehr als eine Million Euro Schulden

Insolvenzantrag: OFC-Verantwortliche wollen kämpfen

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OFC-Präsident Helmut Spahn (links) und Geschäftsführer Remo Kutz bei der Pressekonferenz zum Insolvenzantrag des OFC.

Offenbach - Der OFC sorgt wieder einmal mit finanziellen Problemen für negative Schlagzeilen. Zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren haben die Offenbacher Kickers einen Insolvenzantrag gestellt. Der Club hofft, das Verfahren abwenden zu können.

Die Offenbacher Kickers stehen wieder einmal vor dem finanziellen Aus. Der Fußball-Regionalligist hat erneut einen Insolvenzantrag gestellt, wie der Club heute ausgerechnet am 115. Geburtstag des Vereins mitteilte. Im laufenden Geschäftsjahr, das am 30. Juni endet, werde nach vorläufigen Berechnungen ein Minus von rund 1,1 Millionen Euro anfallen, erklärte der Traditionsclub. Daher habe man bereits am vergangenen Mittwoch beim Amtsgericht Offenbach den Antrag eingereicht. "Wir mussten diesen Schritt gehen", sagte OFC-Präsident Helmut Spahn.

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Schon 2013 hatte der OFC einen Antrag auf Insolvenz stellen müssen. Das eröffnete Verfahren wurde im April 2015 aber wieder aufgehoben. Dieses Mal hoffen die Verantwortlichen, die Eröffnung des Verfahrens entweder noch abzuwenden oder es "so schnell wie möglich zu beenden", wie Spahn sagte. Bei seinem Amtsantritt im November des vergangenen Jahres sei das Ausmaß des Finanzloches noch nicht absehbar gewesen. Erst im April und Mai seien die finanziellen Schwierigkeiten deutlich geworden. "Es wurden 800.000 Euro mehr ausgegeben und 300.000 Euro weniger eingenommen", sagte Schatzmeister Markus Weidner.

Die OFC-Pressekonferenz zur Insolvenz im Liveticker

Ob der Verein den ehemaligen Geschäftsführer David Fischer auf Schadenersatz verklagen werde, ließ Spahn noch offen. Vieles hänge jetzt erst einmal vom neuen Insolvenzverwalter ab. Ein Sprecher des Amtsgerichtes bestätigte, dass ein "Eigenantrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens der OFC GmbH eingegangen" sei. Der zuständige Richter prüfe derzeit, wer zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt werde. Die OFC-Verantwortlichen rechnen Anfang der Woche mit einer Entscheidung.

"Der Insolvenzantrag ist sicherlich kein leichter Schritt", sagte OFC-Geschäftsführer Remo Kutz. Auch seine Zukunft ist derzeit noch ungewiss. "Unser gemeinsames Ziel ist es, dass uns diesmal ein echter Neuanfang gelingt." Der Spielbetrieb soll trotz der prekären Situation fortgeführt und ein konkurrenzfähiger Spielerkader für die kommende Saison zusammengestellt werden. Allerdings werden den Kickers zur neuen Saison neun Punkte abgezogen, was das Ziel Aufstieg stark gefährden würde. Doch Spahn will mit dem Team trotzdem oben mitspielen. "Wenn man neun Punkte Rückstand hat, muss man halt mit zehn Punkten Vorsprung Meister werden." Trainer Oliver Reck habe aber seine Bereitschaft erklärt, weiterzumachen, sagte Spahn. "Das ist eine tolle Nachricht." (dpa)

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