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Zu viel mit Herz, zu wenig mit Kopf

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Die Führung der Kickers. Denis Mangafic findet die Lücke zwischen den Magdeburgern Nico Hammann, Felix Schiller und Torwart Matthias Tischer.
Die Führung der Kickers. Denis Mangafic findet die Lücke zwischen den Magdeburgern Nico Hammann, Felix Schiller und Torwart Matthias Tischer. © Hübner

Offenbach Der Traum von der Rückkehr in die 3. Liga ist für Kickers Offenbach geplatzt. Im zweiten Aufstiegsspiel unterlag der OFC zu Hause abermals dem Nordost-Meister Magdeburg, diesmal verdient mit 1:3. Von Holger Appel

Das Hinspiel am Mittwoch hatten die Blau-Weißen bereits mit 1:0 gewonnen. „Kompliment an die Magdeburger. Sie haben unter dem Strich verdient gewonnen und den Aufstieg geschafft. Für uns werden das jetzt bittere Stunden“, sagte Kickers-Trainer Rico Schmitt nach der dritten Heimniederlage der Saison nach dem 0:2 im DFB-Pokal gegen Mönchengladbach und dem 0:1 im Hessenpokal gegen Kassel. Bedeutet: Die Kickers spielen nach der Sommerpause erneut in der Regionalliga Südwest, die dritte Saison in Folge nach dem Zwangsabstieg 2013. Statt gegen Vereine wie Hansa Rostock, Dynamo Dresden, VfL Osnabrück oder Preußen Münster treten sie erneut gegen Astoria Walldorf, Wormatia Worms, Spvgg. Neckarelz oder FK Pirmasens an. „Ich bin überglücklich, dass wir den Aufstieg geschafft haben, trauere aber auch mit dem OFC, da er nach dieser fantastischen Saison auf der Strecke geblieben ist“, meinte Magdeburgs Trainer Jens Härtel und äußerste Kritik am umstrittenen Aufstiegsmodus: „Wer sich das ausgedacht hat, sollte mal im Stadion erleben, wie sich das für den Verlierer anfühlt.“

Rico Schmitt hatte überraschend Marcel Wilke für die Bank nominiert. Der seit März mit Adduktorenproblemen fehlende Innenverteidiger hatte sich mit Schmerztabletten betäubt und wäre bei einer engen Partie aufgrund seiner Kopfballstärke ein Mann für die letzten Minuten gewesen. Doch so weit kam es nicht.

Die Magdeburger, in der Defensive stets mit einer 5er Abwehrkette, gingen forsch voran, hatten durch Lars Fuchs und Nico Hammann die ersten Torchancen. Dann aber fanden die Kickers ihren Rhythmus und setzten die Gäste, angetrieben von Matthias Schwarz und Benjamin Pintol, mit schnellem und präzisem Spiel unter Druck. „Da haben wir das Gesicht gezeigt, das den OFC ausmacht“, erklärte Schmitt. Die Offenbacher Führung in der 25. Minute durch Denis Mangafic (zweites Saisontor) war folgerichtig - der Ausgleich mit Blick aufs Hinspiel. Doch die Kickers nutzten diesen Vorteil gegen kurzzeitig wackelnde Gäste nicht, versuchten weiter offensiv zu spielen und gerieten durch einen Doppelschlag von Felix Schiller (31.) und Fuchs (35.) in Rückstand - das war die Vorentscheidung. „Wir haben in dieser Phase zu sehr mit dem Herzen und zu wenig mit dem Kopf gespielt“, analysierte Schmitt und sprach von fehlender „Coolness“.

Der 1. FC Magdeburg war danach wuchtiger, überzeugender, einfach präsenter als der OFC. Mit dem Treffer von Nicolas Hebisch zum 3:1 (52.) war die Partie entschieden. Hebisch hatte bereits im Hinspiel getroffen. Magdeburg spielte die Partie locker herunter. „Wir haben uns in der Pause nochmal viel vorgenommen, haben versucht, uns zu pushen. Doch nach dem 1:3 war die Luft raus“, gab Endres zu. Der 30 Jahre alte Kapitän war völlig frustriert ob des verpassten Aufstiegs, aber auch wegen der Ausschreitungen auf und vor der Waldemar-Klein-Tribüne, die nach 84 Minuten zu einer langen Unterbrechung führten. „Man kann jetzt natürlich nicht alle Fans über einen Kamm scheren, aber das hat mit Fußball nichts zu tun. Schade, dass das bei so einem Spiel passiert“, sagte er.

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