Kickers Offenbach

Restart gegen FC Astoria Walldorf: Wieder Startschwierigkeiten beim OFC

„Wir haben wie mit Steinen in den Trikots gespielt, kamen immer einen Schritt zu spät“, wunderte sich Kickers Offenbachs Trainer Angelo Barletta über den schwachen Auftritt seines Teams in der Partie bei Astoria Walldorf.
+
„Wir haben wie mit Steinen in den Trikots gespielt, kamen immer einen Schritt zu spät“, wunderte sich Kickers Offenbachs Trainer Angelo Barletta über den schwachen Auftritt seines Teams in der Partie bei Astoria Walldorf.

Das magere 0:0 von Kickers Offenbach zum Restart der Fußball-Regionalliga Südwest bei Astoria Walldorf kam mit Blick in die Vergangenheit nicht überraschend. Der OFC hat regelmäßig Probleme in Auftaktspielen, zeigte dann aber auch jeweils eine Reaktion. Gegen Hessen Kassel wollen die Kickers nun am Dienstag daheim „Vollgas geben“.

Offenbach – Ramon Berndroth kann eigentlich nichts mehr überraschen. Aber auch beim routinierten Co-Trainer des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach, der bereits als Coach in der Bundesliga tätig war, sorgte der Auftritt des OFC beim Restart in Walldorf (0:0) für gewisse Ratlosigkeit. Die Einstellung („Wir wollten gewinnen“) habe gestimmt, sagte der 68-Jährige nach der ersten Partie nach der sechswöchigen Saisonunterbrechung: „Man kann es eigentlich nur auf die lange Pause schieben. Es ist schon etwas anderes, wenn es plötzlich wieder um Punkte geht.“

Kickers Offenbach: Immer wieder Startschwierigkeiten beim OFC

Diese Startschwierigkeiten sind beim OFC aber ein wiederkehrendes Problem. Im Februar 2020 enttäuschten die Kickers in der ersten Partie nach der Winterpause bei der 0:3-Pleite in Aalen. Im Auftaktspiel der laufenden Runde gab es - nach langer Vorbereitung - zu Hause nur ein 0:0 gegen den Bahlinger SC, wobei das Team von Coach Angelo Barletta in dieser Partie immerhin zahlreiche Chancen hatte. In Walldorf war das am Freitag (11.12.2020) anders.

„Das war von allem zu wenig. Es gab Ansätze, aber wir hatten keinerlei Durchschlagskraft“, war Außenverteidiger Marco Fritscher „ziemlich gefrustet“. So gefrustet, dass er von null Torschüssen sprach. Ganz so schlimm war es nicht, die wenigen Bälle, die aufs Walldorfer Tor kamen, stellten aber keine Gefahr dar. „Wir hatten uns mega viel vorgenommen, das ist sehr ernüchternd“, sagte Fritscher und schlug eine andere Gangart vor: „Eventuell müssen wir mit uns mal ein bisschen härter umgehen. In der Analyse werden und müssen harte Worte fallen.“

„Zu viel vorgenommen“ - Zu viel Druck durch Trubel um Saisonfortsetzung?

Bei der gemeinsamen Spielbesprechung am Tag danach ging es dann allerdings eher sachlich zu, betonte Barletta. Man habe die Partie „ganz analytisch aufgearbeitet, aber nicht schöngeredet. Es hat in vielen Bereichen gestockt“. Mit Blick auf die Startschwierigkeiten verwies der Trainer darauf, dass das Team nach den Spielen in Aalen (3:0 gegen den Bahlinger SC) und gegen Bahlingen (2:0 bei der SG Sonnenhof Großaspach) „immer eine Reaktion gezeigt“ habe.

Doch warum kommen die Kickers im ersten Spiel nach längeren Pausen regelmäßig nicht in Tritt? Eine allgemeine Erklärung hat Barletta dafür nicht. Für die Begegnung in Walldorf hatte man sich wohl „viel zu viel vorgenommen“ und sei dann den eigenen Erwartungen nicht gerecht geworden. „Wir wussten um die Brisanz der Partie und wollten etwas zurückgeben - vor allem unserem Präsidenten.“ OFC-Boss Joachim Wagner hatte sich mit Geschäftsführer Thomas Sobotzik sehr für eine Fortsetzung der Saison eingesetzt und es ermöglicht, dass das Team in der rund sechswöchigen Pause weitertrainierten konnte, während andere Vereine ihre Mannschaften zumindest für eine gewisse Zeit in Kurzarbeit geschickt hatten. Und als die Weichen dann von der Politik auf Weiterspielen gestellt waren, folgte die Klage gegen den Restart - unter anderem von Walldorf, das im Anschluss an den verlorenen Gerichtsprozess die OFC-Delegation um Wagner und die Presse vom Spiel aussperrte.

Kickers Offenbach kommt nicht in die Partie - Lockerheit fehlt: „Der Wille war da“

In der Partie war Walldorf, das ja eigentlich nicht spielen wollte, kurioserweise die Lust aufs Spielen mehr anzumerken. „Vielleicht war der Hype zu groß. Uns fehlte die komplette Lockerheit“, gab Barletta zu. Auch seine Wechsel („Ich wollte die ganze Mannschaft damit nach vorne puschen“) brachten nichts. Vor allem von „Mentalitätsspieler“ Maik Vetter hatte sich der OFC-Trainer einen Impuls erhofft. Der Vizekapitän schaffte es aber beim Saisondebüt nach langer Verletzungspause nicht, das Spiel zu beruhigen. Das Gegenteil war eher der Fall. Elia Soriano hing als zweite Spitze in der Luft. Und Davud Tuma belebte das Flügelspiel kaum.

„Der Wille war da. Aber es gibt manchmal Spiele, in denen klappt nichts“, sagte Torhüter und Kapitän Stephan Flauder. Die Vorgeschichte der Partie wollte er nicht als Ausrede gelten lassen: „Wir haben das alles mitgekriegt, sollten uns damit jedoch nicht beschäftigen, sondern uns ums Fußballspielen kümmern. Das ist uns nicht gelungen. Es gibt viele Dinge zu verbessern.“

Gegen Kassel müsse man im Heimspiel am Dienstagabend (15,12,2020, 19 Uhr) „Vollgas geben“ und bis zum Jahresende eine Siegesserie starten: „Zwölf Punkte können wir nicht mehr holen, aber zehn. Das muss unsere Zielsetzung sein. Das sind wir den Leuten schuldig und die Mannschaft weiß, dass sie Herzblut auf den Platz bringen muss.“ Barletta ist zuversichtlich: „Wir können es viel besser und wollen am Dienstag wieder eine Reaktion zeigen.“ (Von Christian Düncher)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare