Kickers werden ausgekontert

OFC-Trainer Reck: „Eine schwierige Situation“

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Enttäuschung nach der ersten Heimniederlage bei den Kickers-Spielern (von links) Bryan Gaul, Serkan Göcer, Konstantinos Neofytos und Alexandros Theodosiadis.

Offenbach -  Bis zum Sonntag konnten sich die Offenbacher Kickers auf ihre Heimstärke verlassen - doch damit ist es jetzt vorbei. Mit dem 2:3 gegen den 1. FC Saarbrücken, der ersten Heimniederlage der Saison, verpassten die Kickers die Chance, sich von einem möglichen Abstiegsplatz abzusetzen. Von Jochen Koch 

Wobei das 2:3 über die wahren Kräfteverhältnisse täuschte, denn die Gäste hätten eigentlich höher gewinnen müssen. Saarbrückens Trainer Dirk Lottner hatte seiner Mannschaft eine Kontertaktik mit auf den Weg gegeben, und die Kickers tappten in die Falle. Die Offenbacher erspielten sich zunächst eine Überlegenheit, ohne wirklich gefährlich zu werden, waren aber zu ungestüm und vergaßen jegliche Absicherung. Wie schon beim 2:4 gegen Walldorf wurden sie wieder gnadenlos ausgekontert.

OFC-Trainer Oliver Reck hatte die Mannschaft nach dem 2:4 auf sechs Positionen umgebaut, aber die Grundprobleme konnte er nicht beheben. Die Offenbacher waren gedanklich und läuferisch fast immer einen Tick langsamer als der Aufstiegsaspirant. Bestes Beispiel das 0:1. Während sich die Kickers nach einer eigenen Ecke noch über die vergebene Schusschance ärgerten, jagten die Saarbrücker sofort zum Gegenangriff los und waren nach drei Stationen durch Schmidt erfolgreich.

Die Saarbrücker nutzten immer wieder die unfassbar großen Räume und spielten ihre Schnelligkeitsvorteile insbesondere durch Marwin Studtrucker, der zwei Tore vorbereitete, effektiv aus. Dazu kam dann noch Pech. Der Schuss vor dem 0:2 wurde unhaltbar abgefälscht.

OFC-Zeugnis gegen Saarbrücken

Die Kickers versuchten sich mit Kurzpassspiel nach vorne zu kombinieren, blieben aber meistens schon vor dem Strafraum hängen. Zwar kamen die Gastgeber am Ende zu einem Eckballverhältnis von 13:3, aber effektiver waren die Gäste. Entscheidend war, dass die Kickers den Ausfall ihres Mittelfeld-Stabilisators Marco Rapp nie kompensieren konnten. „Marco Rapp ist vielleicht mit der wichtigste Spieler bei uns. Aber er hat seit Wochen Schambein-Probleme“, sagte Reck. „Weil man mit 100 Prozent dabei sein muss, haben wir uns für eine andere Variante entschieden.“ Kristian Maslanka und Bryan Gaul waren bemüht, aber nicht in der Lage, die defensive Grundordnung herzustellen, und nötigenfalls einmal einen Spieler im ungezügelten Offensivdrang zu bremsen.

Reck versuchte in der Halbzeit eine Neuordnung, nahm Schulte heraus, beorderte Gaul nach hinten, spielte vorne mit zwei Spitzen - ohne Erfolg. Auch beim 0:3 wurden die Kickers ausgekontert, wobei Gaul den Ball vor dem einschussbereiten Schmidt über die Linie bugsierte.

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Die Gäste verpassten mit einem Pfostenschuss und zwei Abseitstoren den Kantersieg und mussten am Ende nach zwei Elfmetertoren von Dren Hodja kurzzeitig sogar noch einmal zittern. „Da hat der Schiedsrichter gemeint, er müsste es nochmal spannend machen“, wunderte sich Saarbrückens Trainer Dirk Lottner besonders über den ersten Strafstoß, als Wenninger erst den Ball, dann Theodosiadis traf.

„Ich bin total enttäuscht, wir haben dem Gegner im Umschaltspiel zu viele klare Möglichkeiten gelassen“, sagte Reck, dessen Mannschaft sich wegen des Neun-Punkte-Abzugs nicht aus der prekären Lage lösen kann und inzwischen Substanzprobleme offenbart. So musste Jan-Hendrik Marx nach langer Verletzungspause 80 Minuten durchhalten. „Wir wissen, dass wir in einer schwierigen Situation sind“, sagte Reck, der mit seinem dünnen Kader nur zwei der letzten zehn Spiele gewann. „Aber wir müssen einen kühlen Kopf behalten und weiter positiv denken.“

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