Kickers Offenbach

OFC-Zugang glänzt in Pirmasens - und als Hobby-Koch in den sozialen Netzwerken

Perfekte Schusstechnik: Tunay Deniz erzielt mit seinem schwächeren linken Fuß sein erstes Tor für den OFC. Zuvor hatte er mit einem 50-Meter-Kracher das 1:0 eingeleitet und mit einem 35-Meter-Freistoß an die Latte Pech.
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Perfekte Schusstechnik: Tunay Deniz erzielt mit seinem schwächeren linken Fuß sein erstes Tor für den OFC. Zuvor hatte er mit einem 50-Meter-Kracher das 1:0 eingeleitet und mit einem 35-Meter-Freistoß an die Latte Pech.

Drei Spiele hat Zugang Tunay Deniz inzwischen für Kickers Offenbach in der Fußball-Regionalliga Südwest absolviert. Seine bislang beste Leistung zeigte er am Dienstag in der Partie beim FK Pirmasens. Doch der 26-Jährige macht nicht nur auf dem Platz eine gute Figur. In sozialen Netzwerken ist er ein kleiner Star, seine Frau sogar ein großer.

  • Beim Spiel beim FK Pirmasens glänzt Tunay Deniz mit seiner ausgeklügelten Taktik.
  • Bevor er zu den Kickers Offenbach kam, spielte der 26-Jährige in der Türkei.
  • Nicht nur als Fußballer, sondern auch in den sozialen Netzwerken wird Deniz gefeiert.

Offenbach – Eigentlich hatte Angelo Barletta Tunay Deniz nach dem 2:0 (0:0)-Sieg beim FK Pirmasens die Note „1+“ geben wollen. „Aber das Plus muss ich wieder streichen“, sagte der Trainer des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach. Zwar war Deniz mit einem Geniestreich als Vorbereiter des 1:0 und dem Volleyschuss zum Endstand der Matchwinner der Kickers. Doch Barletta war eine Szene haften geblieben, in der Deniz beim Stand von 1:0 mit dem sogenannten Zidane-Trick, bei dem er sich die Kugel um den eigenen Körper herumdreht, beinahe eine Ausgleichschance der Pfälzer verursacht hätte. „Das geht gar nicht“, tadelte der Coach.

Kickers Offenbach: Torschütze Fetsch lobt Vorbereiter Deniz

Der 26-Jährige, vor der Saison vom türkischen Erstligisten Erzurumspor zum OFC gewechselt, nahm die Kritik an. „Da war ich wohl etwas zu euphorisch“, räumte er ein. Grund genug hatte er, schließlich ließ es der zentrale Mittelfeldspieler nach zäher erster Hälfte in Durchgang zwei richtig krachen. In der 57. Minute hatte er gesehen, dass Torwart Benjamin Reitz zu weit vor seinem Tor stand und völlig überraschend weit in der eigenen Hälfte einen Distanzschuss abgefeuert, den Reitz zwar noch an den Pfosten lenkte, Mathias Fetsch aber geistesgegenwärtig über die Linie bugsierte. „Das hat er natürlich überragend gemacht, eigentlich war das ja Tunays Tor“, sagte Fetsch lächelnd.

Wenig später hatte Deniz, der schon beim 2:0 in Großaspach mit einem satten Schuss die Latte getroffen hatte, wieder Pech. Sein Freistoß aus fast 35 Metern knallte an die Unterkante der Latte - und von dort wohl ins Tor. Schiedsrichter Tobias Fritsch (Bruchsal) hatte den Ball vor der Linie aufspringen sehen.

In der letzten Szene der Partie durfte dann auch Deniz erstmals jubeln. Nach Flanke von Serkan Firat nahm er den Ball mit seinem schwächeren linken Fuß an und zimmerte ihn volley ins Netz. „Da hat er sich selbst belohnt“, meinte Barletta, der den Zidane-Trick längst abgehakt hatte. Denn natürlich war der Trainer insgesamt hochzufrieden mit dem Auftritt von Deniz. In Pirmasens hatte er erstmals angedeutet, welche Qualitäten er besitzt. Im Mittelfeld versuchte er mit Diagonalbällen dem Spiel Struktur zu geben, war sich auch für keinen Defensivzweikampf zu schade und scheute keinen Weg in die Tiefe. „Ich gehe diese Wege einfach gerne“, sagte der gebürtige Berliner, der sich in Offenbach „dank des familiären Umfelds im Verein bereits richtig wohlfühlt“.

Kickers Offenbach: Geschäftsführer Sobotzik wollte Deniz schon im Winter zum OFC holen

Beinahe wäre er schon früher beim OFC gelandet. Geschäftsführer Thomas Sobotzik wollte den schussgewaltigen Rechtsfuß im Winter vom türkischen Erstligisten Erzurumspor loseisen. Deniz aber wollte sich in der Türkei probieren, ließ sich zum Zweitligisten Tuzlaspor ausleihen - und wurde dann von Corona ausgebremst. „Ich habe positive und negative Erfahrungen gesammelt“, räumt er ein. Negativ nahm er die mangelnde Zahlungsmoral der Klubs wahr, positiv die Bedingungen bei Erzurumspor. „Du lebst und wohnst auf dem Trainingsgelände, isst dort sogar dreimal am Tag.“

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Dennoch stand der Entschluss, nach Deutschland zurückzukehren, früh fest. „Ich habe gar nicht mehr mit anderen Vereinen gesprochen. Ich hatte versprochen: Wenn es nicht klappt in der Türkei, komme ich zum OFC“, betonte Deniz, der 2018/19 in der Regionalliga Nordost Sobotzik aufgefallen war. Sobotzik, damals Geschäftsführer beim Meister Chemnitzer FC, hatte ein torgefährliches Duo bei Vizemeister Berliner AK imponiert. Deniz erzielte 15 Tore, Abu Bakarr Kargbo, aktuell verletzter Mittelstürmer des OFC, sogar eines mehr.

Kickers Offenbach: 23 000 Follower bei Youtube und Instagram

Doch Deniz macht nicht nur auf dem Platz eine gute Figur. In sozialen Netzwerken ist er ein kleiner Star, seine Frau sogar ein großer: Ihre Fashion/Lifestyle-Tipps verfolgen 181 000 Instagramer. Tunay Deniz hat immerhin fast 23 000 Follower bei Youtube und Instagram. Sie sehen sich die Kochvideos des Fußballers an. „Ich koche seit meiner Kindheit gerne - und als dann die Corona-Zeit richtig langweilig wurde, haben wir das mal probiert“, sagt Deniz lächelnd. Auch in einer Netflix-Serie spielte er schon mit. In „Dogs of Berlin“ mimte er mit einigen BAK-Kollegen die türkische Nationalmannschaft. „Das hat Spaß gemacht“, sagt er. Genauso wie die Partie am Dienstag in Pirmasens. „Ich glaube, jetzt kann auch in Offenbach jeder was mit meinem Namen anfangen“, sagt er lachend. (Von Jörg Moll)

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