Sieg hätte noch deutlicher ausfallen können 

Kickers spielen in Walldorf meisterlich

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Grgo Zivkovic (rechts) behauptet den Ball vor dem Walldorfer Nico Hillenbrand.

Walldorf - Die Offenbacher Kickers haben ihre schwarze Serie bei Auswärtsspielen in Walldorf beendet und ihre Ambitionen auf Platz zwei in der Fußball-Regionalliga Südwest eindrucksvoll untermauert. Von Jörg Moll

Das 2:1 (1:1) beim FC Astoria Walldorf war der erste Sieg bei den Badenern im vierten Anlauf. Nur weil die Kickers sehr großzügig mit ihren Chancen umgingen, blieb es bis zum Schluss spannend.

„Wir haben noch nie in Walldorf gewonnen – höchste Zeit, das zu ändern“, hatte OFC-Angreifer Varol Akgöz vor der Partie am gestrigen Abend gefordert. Und nicht zuletzt der 30-Jährige selbst hielt sich dran. Mit einem tollen Tor und einer Vorlage war er maßgeblich am 7. Auswärtssieg der Kickers beteiligt. „Wir kannten die Historie und wussten, dass es ganz schwer werden wird“, meinte OFC-Trainer Oliver Reck: „Aber wir haben viel reingepackt und investiert und sind nach dem Rückstand ruhig und cool geblieben.“

Der FC Astoria war im Jahr 2018 noch ungeschlagen, hatte unter anderem bei Waldhof Mannheim ein 2:2 erkämpft. Und schon in den ersten Minuten zeigten die forschen Gastgeber, dass sie durchaus den gepflegten Weg nach vorne suchen. Nach zwei gefährlichen Standards durch Eckbälle bekamen die Kickers die Partie aber unter Kontrolle. Ko Sawada setzte mit einem strammen Schuss das erste Ausrufezeichen (9.), FCA-Torwart Jürgen Rennar lenkte die Kugel mit Mühe über die Latte.

Das OFC-Zeugnis gegen Astoria Walldorf

In der 18. Minute brachte Akgöz nach Flanke von Marx zu wenig Druck hinter seinen Kopfball. Völlig überraschend ging dann Walldorf in Führung. Marx hatte am Strafraumeck gegen Marcus Meyer die Grätsche ausgepackt. Schiedsrichter Robert Kempter (Sauldorf) zeigte sofort auf den Punkt. Walldorfs Torjäger Marcel Carl verwandelte souverän. „Das war ein berechtigter Elfmeter, Jan hätte sich da cleverer verhalten müssen“, meinte Reck.

Den Schock des Elfers schüttelte der OFC schnell wieder ab, übernahm sofort die Spielkontrolle – und kam schon bald zu Chancen durch Dren Hodja (25.) und Grgo Zivkovic (27.). Walldorf lauerte auf Konter, so entwickelte sich ein schnelles Spiel. Meyer (30.) und der eingewechselte Groß (33./Außennetz) ließen die 500 mitgereisten Kickers-Fans zittern. Doch dann durften sie jubeln: Nach einer Traumkombination von Sawada und Akgöz fiel das verdiente 1:1. Akgöz setzte den Japaner links geschickt ein. Sawada wartete, flankte auf den rechts durchgelaufenen Akgöz und der jagte die Kugel volley in die linke Ecke (37.). Ein Traumtor.

Kickers Offenbach zu Gast in Walldorf: Bilder

In Halbzeit zwei blieb der OFC dominant - und ging nach Endres’ Parade gegen Groß (56.) erneut durch eine Traumkombination über acht Stationen in Führung. Akgöz legte final auf Hodja ab, der überlegt einschoss (67.). Weil die Kickers durch Akgöz (73.), Lovric (83., 88.), Darwiche (82., 87., 90.) und Firat (85.) Chancen ausließen, blieb es bis zum Ende spannend. „Es hätte 4:1, 5:1 ausgehen müssen“, meinte Reck, der aber seiner Mannschaft ein großes Kompliment machte: „Die Wucht, die wir seit Wochen aufs Parkett legen – das macht richtig Spaß.“

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