OFC verliert gegen Darmstadt

Schlimmer geht’s nimmer

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Chaos in der Offenbacher Abwehr mit Torwart Robert Wulnikowski und Stefan Kleineheismann. Preston Zimmerman trifft zum 0:1. 

Offenbach - Depressive Stimmung im Kickers-Lager und Angst vor dem Abstieg. Riesenjubel und neue Hoffnung bei den Darmstädter Anhängern. Von Jochen Koch

Die Offenbacher Kickers rutschen nach der 0:2-Derbyniederlage gegen den SV Darmstadt 98 immer tiefer in die Krise und schlittern in Richtung Regionalliga.

Nicht nur finanziell, sondern auch sportlich steht dem OFC das Wasser bis zum Hals. Die Enttäuschung der Verantwortlichen war gestern Abend grenzenlos. Trainer Rico Schmitt zweifelt nach der miserablen Vorstellung sogar an der Einstellung seiner Mannschaft. „Das war Angsthasenfußball. Wir haben kein Bein auf das Feld gebracht. Wir haben versagt. So darf man sich nicht präsentieren. In entscheidenden Situationen sind wir einfach nicht da. Da muss man sich einfach einmal richtig lang machen.“ Noch drastischer formulierte es Geschäftsführer Manni Bender: „Für ein Derby braucht man Kerle.“

Stimmen zur OFC-Derbypleite gegen Darmstadt

Stimmen zur OFC-Derbypleite gegen Darmstadt

Die Offenbacher Kickers haben das Derby in der 3. Liga gegen den SV Darmstadt 98 mit 0:2 verloren. Nach der schwachen Leistung in der Partie gegen die Lilien kritisierten OFC-Trainer Rico Schmitt und Geschäftsführer Manfred Bender ihre Mannschaft mit deutlichen Worten. Torhüter Robert Wulnikowski, der beim 0:1 patzte, nahm die Niederlage auf seine Kappe.

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Nach dem Debakel treten die Kickers schon am Montag im Hessenpokal-Halbfinale wieder gegen die „Lilien“ an, mit der kleinen Hoffnung auf ein besseres Spiel, denn schlimmer geht’s nimmer. Die Derby-Niederlage verlängerte die Sieglos-Serie auf fünf Spiele. Noch schlimmer ist die Tor-Bilanz. Seit neun Halbzeiten und exakt 542 Minuten haben die Kickers kein Tor mehr geschossen.

Negativer Höhepunkt aus Offenbacher Sicht war eine zehnminütige Spielunterbrechung. In der 39. Minute schickte Schiedsrichter Gagelmann beide Mannschaften für zehn Minuten in die Kabine und drohte mit einem Spielabbruch. Aus dem Offenbacher Fanblock war der am Spielfeldrand behandelte Preston Zimmerman mit Gegenständen beworfen und vermutlich von einem Feuerzeug am Kopf getroffen worden. Es war der zweite Vorfall dieser Art innerhalb von 15 Monaten. Im Januar 2012 war bereits die Partie gegen Chemnitz unterbrochen worden, weil Gegenstände auf das Spielfeld flogen. Der OFC muss mindestens mit einer hohen Geldstrafe rechnen.

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Die Kickers wirkten von Beginn an gehemmt, brachten die gut sortierte Darmstädter Defensive nicht in Gefahr. Die Gäste wurden immer selbstbewusster und erspielten sich die ersten Möglichkeiten, indem sie ihr Spiel immer wieder über die linke Seite vortrugen. Eine Flanke von Uwe Hesse verlängerte Steegmann an den kurzen Pfosten, doch Robert Wulnikowski lenkte den Ball gerade noch zur Ecke (15.). Als der Offenbacher Marcel Stadel mit einer blutenden Nase am Spielfeldrand behandelt wurde, hatten die zehn Offenbacher Glück, dass Steegmann völlig frei stehend aus fünf Metern nur Zentimeter neben das Tor schoss (19.). Die schlechte Abstimmung der Offenbacher Defensive wurde dann beim 0:1 offensichtlich. Nach einem Offenbacher Eckball konterten die Darmstädter über die linke Seite, bei der halbhohen Flanke griff Wulnikowski vorbei, und Zimmerman schob den Ball unbedrängt über die Linie (36.).

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OFC verliert gegen Darmstadt:

Auch nach der Spielunterbrechung und einem Doppelwechsel mit Korb und Rathgeber fanden die Kickers keine Einstellung zu Spiel und Gegner, spielten nur lange Bälle und hofften auf den Faktor Zufall. Doch auch das hielt nicht lange. Nach zwei Gelben Karten innerhalb von fünf Minuten musste Jan Washausen vom Platz – und die Parte war entschieden. Die Kickers versuchten verzweifelt in den Darmstädter Strafraum zu kommen, aber dieser Mannschaft fehlt dazu das spielerische Vermögen. Die Darmstädter warteten auf ihre Konterchancen, die sich in Hülle und Fülle boten. Es war schon fahrlässig, wie die Gäste das 2:0 verzögerten. Die größte Rettungstat vollbrachte Julius Reinhardt, der einen Schuss von Steegmann von der Torlinie grätschte, dabei gegen den Pfosten prallte und verletzt ausgewechselt werden musste. Doch das 0:2 war nur aufgeschoben. Marcus Steegmann verwertete seine vierte Großchance in der 82. Minute zum 0:2. Die OFC-Spieler wussten, was sie mit ihrer „Leistung“ verspielt hatten, entschuldigten sich in Gesprächen nach Spielschluss bei den maßlos enttäuschten Anhängern. Aber auch der Trainer gerät langsam in die Kritik. Schmitt findet seit Wochen kein Rezept gegen die Torflaute. Die personellen Änderungen bleiben wirkungslos. Inzwischen schwächelt auch noch die Defensive.

Die Darmstädter jubelten erstmals nach sechs sieglosen Spielen wieder und schöpfen neue Hoffnung im Abstiegskampf. Noch steht der OFC in der Tabelle vor Darmstadt. Aber die letzten Ergebnisse und Leistungen lassen für die letzten drei Spiele in Rostock, gegen Wehen Wiesbaden und in Heidenheim das Schlimmste befürchten. Aber noch hat Schmitt die Hoffnung nicht aufgegeben. „Jetzt gilt es, Eier zu zeigen.“

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