OFC zum Regionalliga-Auftakt nur 2:2 bei Hessen Kassel

Traumstart verpatzt: Kickers verspielen 2:0-Führung

+
Fassungslos nach dem 2:2 in Kassel. OFC-Verteidiger Thomas Franke (links) und Marcel Gebers. Die Offenbacher verspielten in der Endphase eine 2:0-Führung.

Kassel - Innerhalb von nur sieben Minuten haben die Offenbacher Kickers einen Traumstart verpatzt. 2:0 führten sie im Auftaktspiel der Regionalliga beim KSV Hessen Kassel bis zur 83. Minute. Doch dann klaute der eingewechselte Shqipon Bektasi dem OFC mit zwei Toren, das zweite in der zweiten Minute der Nachspielzeit, zwei Punkte. Von Jochen Koch

Sie waren ganz nah dran, am ersten Dreier der neuen Saison, die Kickers. „Das ist natürlich sehr, sehr schade, dass wir am Ende noch die drei Punkte abgegeben haben“, ärgerte sich Torwarttrainer Rene Keffel und vergaß dabei ganz, dass keine drei Punkte, sondern „nur“ zwei verloren wurden. „Das war nicht nur ärgerlich, sondern einfach nur blöd für uns“, haderte Trainer Rico Schmitt mit der Schlussphase und gab selbstkritisch zu: „Ich habe auch schon mal besser gewechselt.“ Damit meinte er, dass er es nicht geschafft hatte, gegen die bedingungslos drückenden Kasseler in den letzten Minuten seiner Mannschaft die nötige Stabilität in der Defensive zu verleihen. „Ich habe auch schon schlechter gewechselt“, erwiderte Kassels Trainer Matthias Mink schmunzelnd. Denn er hatte mit Shqipon Bektasi in der 71. Minute einen Glücksgriff getan.

Nach dem Sieg im Viertelfinale des Hessenpokals in Offenbach und dem 1:0 zum Abschluss der vergangenen Saison im Auestadion wollte der KSV Hessen Kassel den dritten Sieg in Folge im Derby gegen die Südhessen erreichen. Dafür wählten die Gastgeber eine vorsichtige Taktik. Sie zogen sich von Beginn an weit zurück. Die Kickers kontrollierten die Partie, mussten aber auf Konter aufpassen. So zum Beispiel in der 19. Minute, als Tobias Damm sechs Meter vor dem Tor eine Flanke nur knapp verpasste. Im Gegenzug hatte auch Klaus Gjasula, der in der neuen Saison wieder mit seinem Glücksbringer-Helm spielt, eine Klasse-Möglichkeit. Sein Kopfball war aber zu schwach, so dass KSV-Torwart Rauhut den Ball fangen konnte. Kassel versuchte es gar nicht spielerisch, sondern immer wieder mit langen Bällen, die auf Zugang Comvalius (zuletzt Dynamo Dresden) gespielt wurden. Darauf waren die Kickers aber gut eingestellt, so dass es auf beiden Seiten kaum gefährliche Aktionen gab.

OFC zu Gast bei Hessen Kassel: Bilder

„Offenbach war in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft“ konstatierte Kassels Trainer Mink. In der zweiten Halbzeit waren die Gäste dann effektiver. Martin Röser mit einem unhaltbaren Schuss und Benjamin Pintol mit einem Kopfball nach Flanke von Röser ließen die Kickers wie den sicheren Sieger aussehen. Doch mit der Einwechslung des ehemaligen Mannheimers Bektasi kippte das Spiel noch. Völlig unverständlich, dass Bektasi innerhalb von nur 20 Minuten gleich viermal frei vor Endres auftauchen konnte. Einmal wehrte Endres ab, einmal schoss er vorbei. Den dritten Versuch ermöglichte Gjasula mit einem lässigen Fehlpass, so dass Bektasi allein auf Endres zulief und verwandelte. Und als in der zweiten Minute der Nachspielzeit bei einer Ecke alle Kasseler einschließlich Torwart im OFC-Strafraum rumwuselten, war wieder Bektasi am cleversten und erzielte das 2:2.

„Meine Mannschaft hat ein tolles Spiel abgeliefert, aber leider haben wir es am Ende aus der Hand gegeben“, war Schmitt mehr Enttäuschung als Stolz anzumerken. „Aber wir haben auf alle Fälle das Relegationsspiel aus den Köpfen und dieses 2:2 haut uns bestimmt nicht um.“ Warum auch. „Jetzt sind wir alle ein bisschen traurig., Aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir bei einem richtig guten Gegner, der sich in dieser Saison viel vorgenommen hat, einen Punkt geholt haben. Und wenn ich daran denke, wie die letzte Saison losgegangen ist“, erinnerte sich Torschütze Benjamin Pintol an das 0:3 gegen Pirmasens. Da ist die Ausgangslage jetzt vor zwei Heimspielen auf alle Fälle besser.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare