Erstes Spiel mit neuem Trainer

Jahresabschluss mit Brisanz für den OFC

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Will die Vorfreude auf seine Mannschaft übertragen: OFC-Trainer Angelo Barletta. Foto: hübner

OFC-Trainer Angelo Barletta brennt auf seinen ersten Einsatz an der Seitenlinie. Beim Hessenpokalspiel in Gießen steht für die Kickers jedoch einiges auf dem Spiel. Immerhin: Personell hat der neue Coach die Qual der Wahl.

Offenbach – Die Vorfreude ist Angelo Barletta bei jedem Satz anzuhören. „Die Mannschaft macht unheimlich viel Spaß, gibt Gas – so, wie sich ein Trainer das wünscht“, berichtet der neue Coach der Offenbacher Kickers. Vor seiner Pflichtspielpremiere am Sonntag im Hessenpokal-Viertelfinale beim FC Gießen (13.30 Uhr) scharrt der 42-Jährige regelrecht mit den Hufen. „Ich bin sehr heiß darauf“, sagt er – „vielleicht sogar einen Ticken heißer als die Spieler.“ Das wolle er nun auf die Mannschaft übertragen.

Es kann nicht schaden, denn in der mittelhessischen Universitätsstadt steht für die Kickers einiges auf dem Spiel: ein positiver Jahresabschluss, das Überwintern im Hessenpokal – und nicht zuletzt ein erfolgreicher Einstand für den vor elf Tagen verpflichteten Barletta. Trotz aller Brisanz und Euphorie dürfe man aber „nicht überpacen“, warnt Barletta.

Eigentlich hätte die Pokalpartie gar nicht an diesem Wochenende stattfinden sollen, zumindest war das der Wunsch der Kickers-Verantwortlichen. Aufgrund des DEL2-Winter-Derbys am Samstag wird am Bieberer Berg dieser Tage jeder freie Zentimeter von den Eishockey-Cracks gebraucht, darunter auch die Kickers-Kabine. Doch aus der erhofften Verlegung wurde nichts – und Barletta ist froh darüber, nachdem seine Premiere als verantwortlicher Mann an der OFC-Seitenline – voriges Wochenende beim Auswärtsspiel in Aalen – kurzfristig ausgefallen war. „Ich bin persönlich ganz glücklich darum“, sagt Barletta über das Hessenpokalspiel, dem letzten Auftritt der Kickers vor der Winterpause.

Befürchtungen, der notgedrungene, einwöchige Umzug ins Nachwuchsleistungszentrum am Wiener Ring könne sich negativ auf die Vorbereitung des Gießen-Spiels auswirken, haben sich nach Ansicht des Übungsleiters nicht bestätigt. Im Gegenteil: „Die Trainingswoche hat mir sehr imponiert“, berichtet Barletta. Leid tun ihm höchstens die Betreuer, die all die Materialien auf die andere Seite der Bieberer Straße verfrachten mussten.

Personell hat der Coach am Sonntag die Qual der Wahl, alle Mann sind fit. Selbst Kevin Pezzoni, der sich zuletzt länger mit muskulären Problemen herumgeplagt hatte, steht zur Verfügung. „Er hat Riesen-Fortschritte gemacht“, verrät Barletta. „Er hat keine Beschwerden und ist eine Option.“ Auch Ronny Marcos, der eine Woche lang mit Halsschmerzen und Schüttelfrost flach lag, sowie Francesco Lovric, der wegen eines Trauerfalls in der Familie nach Bosnien gereist war, sind wieder an Bord.

Der große Pool an Spielern gibt dem Coach auch taktisch einige Möglichkeiten. Ob das auf Barlettas Anraten schon vor zwei Wochen gegen Freiburg (3:1) erfolgreich praktizierte und im Test gegen Ober-Roden (9:2) weiter erprobte 3-5-2-System erneut zum Einsatz kommt, ist unklar. „Eigentlich will ich so wenig wie möglich verändern“, betont er. Da Gießen vorwiegend mit nur einer Spitze agiert, sei die Dreierkette aber „unnötig“.

Den Gegner hat Barletta am vergangenen Wochenende mit eigenen Augen beim 1:1 gegen Pirmasens beobachtet. „Ich finde sie sehr stark“, attestiert der Kickers-Trainer. „Ich gehe nicht davon aus, dass das ein Spaziergang wird.“ Zumal im Waldstadion ein schwierig zu bespielender Rasen wartet. Barlettas Vorhaben: „Die Witterung annehmen, früh Druck machen, viele Torchancen erspielen und dem Gegner wehtun.“ Klingt nach einem Plan.

Von der Qualität seiner Truppe ist der Deutsch-Italiener überzeugt. Jetzt müsse man noch „die Mentalität auf den Platz bringen“. Ein Besuch beim Winter-Derby am Samstag wird allerdings nicht als Stimmungsaufheller dienen. „Wir müssen uns ganz auf Sonntag fokussieren“, fordert Barletta. Und krank werden soll bei der Kälte auch niemand.

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