Kleinschmidt Zeuge im OFC-Prozess

„Sagenumwobener“ Laptop unauffindbar

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Jörg Hambückers war offiziell vom 23. Juli bis 31. Oktober 2012 Geschäftsführer der Offenbacher Kickers.

Darmstadt - Welche Rolle spielte Jörg Hambückers bei Kickers Offenbach tatsächlich? Diese Frage beschäftigte das Gericht auch an Tag drei des Prozesses um Insolvenzverschleppung gegen die Ex-Geschäftsführer Hambückers (50) und Thomas Kalt (56). An diesem Mittwoch sollen die Urteile gefällt werden.  Von Jörg Moll 

Beweise für eine faktische Geschäftsführerschaft von Hambückers über einen längeren Zeitraum als den eingetragenen (23. Juli bis 31. Oktober 2012) sind offensichtlich schwer zu finden. Auch Dr. Andreas Kleinschmidt, von Juni 2013 an Insolvenzverwalter des OFC, recherchierte in diese Richtung. „Belastbare Hinweise hatten wir aber nicht“, sagte der 45-Jährige, der gestern als Zeuge geladen war.

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Kleinschmidt hatte in Zivilverfahren gegen Hambückers 15.000 Euro Schadenersatz geltend gemacht, Kalt zahlte 100.000 Euro. Dass Hambückers weit mehr war als ein externer Buchhalter des damaligen Fußball-Drittligisten, daran hat Kleinschmidt kaum Zweifel: „Maßgebliche Themen sind bei Hambückers zusammengelaufen.“ Dafür spreche der „sagenumwobene Laptop von Herrn Hambückers“, von dem Kleinschmidt mehrfach gehört habe. Doch das womöglich entscheidende Beweismittel ist nicht auffindbar, ebenso wie Teile der Buchhaltungsbelege von 2011. Hambückers hatte am zweiten Prozesstag angegeben, ab 2009 nicht mehr selbst gebucht zu haben, da der OFC eine Buchhalterin dafür eingestellt hätte. „Ich habe lediglich Abschlussbuchungen durchgeführt“, hatte er ausgesagt, was im Widerspruch zu Zeugenaussagen steht.

Kleinschmidt hatte nach der Insolvenzanmeldung am 7. Juni 2013 „eine halbwegs aufgearbeitete Buchführung“ vorgefunden. Der seit November 2012 agierende Geschäftsführer David Fischer hatte auf das elektronische Verfahren Datev umgestellt. Fischers Verfahren war gegen Zahlung von 10.000 Euro eingestellt worden.

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Kleinschmidt gab an, 15 Prozent Ausschüttungsquote an die Gläubiger gezahlt zu haben. Ein weiteres Prozent könnte noch hinzukommen. Der Insolvenzanwalt bezifferte die bereinigte Schuldenhöhe auf etwa zwölf Millionen Euro. Zu Beginn seiner Arbeit 2013 waren es 17,8 Millionen Euro, durch Anfechtungen reduzierte sich die Summe.

Keinen Zweifel ließ er daran, dass die Profi GmbH seit ihrer Ausgliederung 2010 insolvent war. Dafür sprachen klare Indizien. Zum einen die geringen Vermögenswerte („Ich habe nur einen alten Mannschaftsbus vorgefunden“). Vor allem aber zahlreiche Vollstreckungsbescheide von Krankenkassen und Behörden ab Mai 2010.

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