Nach Führung und in Überzahl

K.o. für die Kickers in der Nachspielzeit

Der Schuss ins Kickers-Herz: Der Steinbacher Nico Herzig (am Boden) erzielte nach einem Freistoß in der vierten Minute der Nachspielzeit den Siegtreffer gegen passive Offenbacher Abwehrspieler.  (c)Foto: Hübner
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Der Schuss ins Kickers-Herz: Der Steinbacher Nico Herzig (am Boden) erzielte nach einem Freistoß in der vierten Minute der Nachspielzeit den Siegtreffer gegen passive Offenbacher Abwehrspieler.

Haiger - In der vierten Minute der Nachspielzeit platzte gestern Abend für die Offenbacher Kickers der Traum vom Einzug ins Halbfinale des Fußball-Hessenpokals. Mit der letzten Aktion der regulären Spielzeit traf Nico Herzig zum 2:1 (0:0) für den TSV Steinbach. Von Jörg Moll

So bitter das Gegentor war, so verdient war der Sieg des Offenbacher Regionalliga-Rivalen. „Der TSV hat nicht unverdient gewonnen“, meinte auch OFC-Trainer Oliver Reck nach 94 aufreibenden Pokalminuten, in denen die Kickers zwischenzeitlich den Spielverlauf auf den Kopf gestellt hatten. Florian Treske (58.) traf nach einer Ecke aus kurzer Distanz. Die Steinbacher, schon in Halbzeit eins klar besser, glichen durch Dennis Wegner (68.) aus. Danach schienen die Kickers, die bis auf Torwart Sebastian Brune einen schwachen Tag erwischt hatten, dennoch im Vorteil. Schließlich hatte TSV-Abwehrspieler Daniel Reith in der 89. Minute die Gelb-Rote Karte gesehen. „In Überzahl wäre in der Verlängerung etwas möglich gewesen“, sagte OFC-Geschäftsführer Christopher Fiori. Weil aber Benjamin Kirchhoff in der letzten Minute der Nachspielzeit einen unnötigen Freistoß produzierte und die Kickers-Abwehr Nico Herzig aus den Augen verlor, wurde daraus nichts.

OFC-Trainer Reck musste ohne Daniel Endres, Alexandros Theodosiadis, Dennis Schulte, Ko Sawada und Niklas Hecht-Zirpel auskommen. Für Serkan Göcer begann Marco Rapp im defensiven Mittelfeld. Im 4-4-2-System angetreten, hatte Reck Maik Vetter auf die rechte Außenbahn beordert und Ihab Darwiche dafür als zweite Spitze eingeplant. Eine Maßnahme, die den beiden gar nicht guttat. Die Schwungräder der Kickers-Offensive kamen überhaupt nicht ins Laufen. Weil vorne nichts ging, geriet die Defensive immer mehr unter Druck. Stefano Maier und Jan Hendrik Marx leisteten sich viele einfache Fehler. Die Steinbacher setzten mit Erfolg auf schnelles Umschaltspiel und hatten ein klares Chancenplus. Maurice Müller (9. und 35.) scheiterten am besten Offenbacher: Sebastian Brune. Der Torwart, im Sommer vom TSV zu den Kickers gewechselt, war der Garant für das 0:0. Überragend, wie er einen Schuss von Wegner aus kurzer Distanz mit einer Hand abwehrte (44.). Und die Kickers? Ein harmloser Kopfball von Maier kurz vor dem Pausenpfiff – das war alles in den ersten 45 Minuten.

Hessenpokal: OFC verliert gegen TSV Steinbach

Bilder zu Kickers Offenbach: OFC verliert gegen TSV Steinbach im Hessenpokal-Viertelfinale
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Auch nach der Pause fand fast nur Steinbach statt. Fatih Candan (50.) scheiterte. Doch dann zeigte der Spitzenreiter der Regionalliga, mit welcher Effizienz er in dieser Saison eigentlich gesegnet ist. Treskes erste Chance vereitelte der frühere Oberräder Julian Bibleka im TSV-Tor noch. Nach der anschließenden Ecke war Treske aus kurzer Distanz aber zur Stelle. Die glückliche Führung hielt nicht lange. Nach schönem Spielzug glich Wegner mit einem Volleyschuss ins rechte Eck aus (68.). Zuvor hatte wieder Brune grandios gegen Candan pariert (63.). Bei Herzigs Treffer in letzter Sekunde war Offenbachs Bester machtlos. „Das war natürlich der unglücklichste Zeitpunkt für ein Gegentor, weil du nicht mehr reagieren konntest“, meinte Reck. Unmittelbar danach war Schluss – und das Fußball-Dorf Steinbach jubelte.

TSV Steinbach: Bibleka – Kunert, N. Herzig, Reith, Strujic – Maurice Müller, Bisanovic, Tim Müller, Marquet – Candan (76. Bektasi), Wegner (89. Welker)

Kickers Offenbach: Brune – Marx, Maier, Kirchhoff, Stoilas – Vetter (57. Akgöz), Rapp, Hodja, Firat – Darwiche, Treske (66. Göcer)

Schiedsrichter: Wlodarczak (Bebra) – Zuschauer: 1610 - Tore: 0:1 Treske (58.), 1:1 Wegner (68.), 2:1 Herzig (90.+4) - Gelbe Karten: Tim Müller, Kunert / Maier, Rapp, Stoilas, Darwiche, Kirchhoff - Gelb-Rot: Rieth (89./Steinbach)

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