„Da können Helden geboren werden“

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Marko Kopilas (rechts, im Duell mit dem Wuppertaler Torhüter Christian Maly) absolvierte bislang 18 Spiele für die Offenbacher Kickers und erzielte dabei ein Tor.

Offenbach ‐ Angesichts der vielen Namen verlor sogar Steffen Menze zwischenzeitlich etwas den Überblick. „Es ist nicht einfach, alle zusammen zu bekommen“, sagte der Trainer der Offenbacher Kickers, als er beim Versuch, alle verletzten oder fraglichen Spieler aufzuzählen, ins Stocken geraten war. +++ Live-Ticker +++ Von Christian Düncher

Angesichts der langen Liste war das auch kein Wunder, drohen doch neben den Langzeitverletzten zahlreiche weitere Spieler für die Begegnung am Samstag (14 Uhr) beim FC Erzgebirge Aue auszufallen. Auf Mittelfeldspieler Christian Fröhlich (Grippe) muss der OFC definitiv verzichten. Zudem ist äußerst fraglich, ob Angreifer Mirnes Mesic (hatte aufgrund einer Adduktorenverletzung bis gestern noch nicht trainiert) und Ersatztorwart Daniel Endres (Halswirbel-Blockade) rechtzeitig fit sein werden. Innenverteidiger Marko Kopilas (Probleme mit der Hüfte) hat zwar einen ersten Trainingsversuch unternommen, „das sah aber noch nicht richtig rund aus“, meinte Menze. Eine erfreuliche Nachricht gab es für den Trainer dann aber doch noch: Außenverteidiger Alexander Huber, der zuletzt wegen einer Oberschenkelprellung gefehlt hatte, trainiert wieder mit der Mannschaft. „Ich rechne am Samstag fest mit ihm“, so Menze.

Trotz der Rückkehr von Huber steht für den Trainer noch „ein Fragezeichen hinter dem gesamten Kader“. Die ersten Entscheidungen muss er dennoch bereits heute treffen, wenn der Mannschaftsbus Richtung Aue aufbricht. „Ein Heimspiel wäre in unserer Situation sicher besser gewesen“, sagte der Trainer und schloss nicht aus, mehr als 18 Spielern mitzunehmen, um eventuell noch kurzfristig entscheiden zu können.

Aufgrund der angespannten Personalsituation ist Menze froh, wenn er sich in einer Woche mit seiner Mannschaft endlich in die verdiente Winterpause verabschieden kann. „Angesichts unserer Langzeitverletzten und der Tatsache, dass der Kader immer dünner wird, ist es gut, dass die Pause bald kommt. Aber das geht anderen Vereinen ähnlich“, meinte der Trainer. Menze will aber nicht hadern („Es bringt nichts, sich mit Dingen zu beschäftigen, die man nicht ändern kann“), sondern sich auf die Spieler konzentrieren, die er zur Verfügung hat: „Wir werden uns nicht im Vorfeld ergeben und vorab auch keine Alibis geben.

„Offenbach ist auswärtsstärkste Mannschaft“

op-online.de berichtet in seinem Liveticker von dem Spiel.

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Andreas Möller sieht die aktuelle Situation sogar als Chance. Die Negativbilanz des OFC in Aue (vier Spiele, vier Niederlagen) sei „eine Riesenherausforderung“, sagte der Sportmanager der Kickers. „Gerade in Spielen, in denen man einem nichts zutraut, können Helden geboren werden. Die Auer müssen erstmal zeigen, dass sie besser sind als wir.“ In der Tabelle stehen die heimstarken Erzgebirgler als Vierter (31 Punkte) zwei Punkte hinter den Kickers (2.), die aber nur eins der letzten fünf Spiele gewonnen haben. „Wir müssen jetzt den Schalter umlegen und die Ärmel hochkrempeln“, forderte Möller. „In Aue muss die Körpersprache von Anfang an stimmen, da ist Charakter gefragt.

Menze sieht es ähnlich: „Es ist unser Ziel, die schlechte Bilanz zu ändern. Aue spielt daheim sehr dominant, da müssen wir mit Einsatzwille und Aggressivität dagegenhalten.“ Nachdem sich beim 0:0 im Hinspiel beide Teams „auf Augenhöhe“ begegnet sind, geht Menze erneut von einem engen Spiel aus. Aues Trainer Rico Schmitt will sich nicht auf einen Favoriten festlegen: „Offenbach ist die auswärtsstärkste Mannschaft der Liga, hat von den letzten zehn Spielen fünf gewonnen und drei Unentschieden geholt. Das zeigt, welche Klasse die Mannschaft besitzt.

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