„So kommen wir nicht weiter“

+
Fehlstart. Die Mienen von Olivier Occean (rechts) und Thomas Rathgeber (links) sagen alles über die Offenbacher Leistung aus. Sandhausens Roland Benschneider bejubelt nicht nur seinen eigenen Treffer, sondern auch den ersten Auswärtssieg des SV Sandhausen seit dem 24. Juli 2010.

Offenbach ‐ Erstes Heimspiel nach der Winterpause 2009: 1:2 gegen den späteren Absteiger Wuppertaler SV. Erstes Heimspiel nach der Winterpause 2010: 1:2 gegen den späteren Absteiger Borussia Dortmund 1:2. Von Jochen Koch

Erstes Heimspiel nach der Winterpause 2011: 1:2 gegen den Abstiegskandidaten SV Sandhausen. Die Offenbacher Kickers

Lesen Sie außerdem:

Interview mit Wolfgang Wolf nach Heimniederlage

Kickers patzen gegen Sandhausen

sind ein verlässlicher Fehlstarter im neuen Jahr. Hatten die Verantwortlichen die 0:2-Niederlage im Pokalspiel gegen den 1. FC Nürnberg noch mit dem Hinweis auf den Zwei-Klassen-Unterschied gelassen hingenommen, so hatte sich da schon angedeutet, dass der OFC seine Krise aus der Vorweihnachtszeit keineswegs beendet hat. Die Fortsetzung der schwachen Serie gegen Ende des Jahres 2010 (nur sieben Punkte aus den letzten sechs Spielen) ist keine Überraschung. Die Hoffnung, dass mit der Rückkehr von Olivier Occean, Denis Berger und Alexander Huber automatisch alles wieder besser werden würde, war trügerisch. Olivier Occean hebt das Niveau merklich, aber der Kanadier ist alleine überfordert.

Die Spieler in der Einzelbewertung

Das OFC-Zeugnis

Es waren keine strukturierten Angriffszüge zu erkennen. In der ersten Halbzeit versuchte Elton da Costa, das Spiel zu lenken. Dazu stand die Defensive noch recht sicher. Doch schon der erste Fehler wurde bestraft und der OFC nach Husterers Fehlpass ausgekontert. Kein Glück, dann noch Pech. Wie schon beim 0:2 gegen Nürnberg fiel ein abgefälschter Ball einem gegnerischen Spieler direkt vor den Fuß - 0:2. Obwohl Occean direkt nach dem Anstoß das 1:2 erzielte, herrschte Konfusion im OFC-Spiel.

Trainer Wolfgang Wolf sorgte mit der zu frühen dritten Auswechslung für noch mehr Unruhe. Im Mittelfeld liefen alle wild durcheinander, Olivier Occean fand sich neben Steffen Haas wieder. Den Kickers fielen keine Mittel ein, um sich in die gefährliche Zone vorzuspielen. „Nach dem 1:2 haben wir uns dumm angestellt“, meinte Wolf. Wahrscheinlich war es ein Versprecher von Sandhausens Trainer. Aber Pavel Dotchev traf es genau: „Offenbach hat versucht, chaotisch Druck zu machen.“

Das Spiel in Bildern

Kickers patzen zum Auftakt gegen Sandhausen

Nur noch zwei Torchancen konnten die Kickers sich gegen keineswegs überragende Sandhäuser erspielen. Olivier Occean köpfte an den Pfosten (81.) und in der Nachspielzeit köpfte Thomas Rathgeber knapp vorbei. „Das war desolat“, urteilte Präsident Dieter Müller und kündigte nach der ersten Heimniederlage an. „Jetzt muss etwas passieren.“

„Wir wissen, was die Stunde geschlagen hat“, sagte Wolf und hat als erste Reaktion den freien Montag gestrichen. „Wir müssen die Spieler wieder in Form bringen“, rätselt Sportmanager Andreas Möller „woher die Verunsicherung kommt.“ Elan, „Power und Dynamik zu Saisonbeginn sind weg.“ Es wird höchste Zeit, dass die Kickers sich dem Level aus dem Spätsommer nähern. „Der Start kommt einer Katastrophe nahe“, analysierte Thomas Kalt, OFC-Geschäftsführer. „Jetzt müssen wir uns aufraffen. Denn so kommen wir nicht weiter, das muss allen klar sein.“ Bayern München und SV Wehen Wiesbaden werden Schlüsselspiele.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare