Sparen, hoffen, schweigen

Kommentar: OFC und Hessen Dreieich selten so nah wie aktuell 

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Jochen Koch

Den SC Hessen Dreieich und Kickers Offenbach trennen von der Tradition, dem Umfeld und den Zielen Welten. Doch selten waren sich die beiden Regionalligisten aus dem Kreis Offenbach so nahe wie in der Winter-Transferperiode 2018/19. Von Jochen Koch

Die Kickers versuchen nach dem Glücksgriff mit Jake Hirst scheinbar ein neues Geschäftsmodell zu entwickeln: Von unten nach oben. Wurden in vergangenen Jahren im Winter fast immer Spieler aus höheren Ligen geholt, geht man jetzt den anderen Weg und hofft, dass Spieler aus der dritten finnischen Liga und der siebten deutschen Spielklasse den Viertligisten verstärken. Jake Hirst hat bewiesen, dass dieses Modell funktionieren kann. Aber das ist keine Garantie, dass es immer funktioniert.

Auch beim SC Hessen Dreieich ist etwas unerwartet neue Bescheidenheit eingekehrt. Im Sommer durfte sich Trainer Rudi Bommer noch aus dem oberen Regal bedienen und sechs zweitligaerfahrene Profis verpflichten. Jetzt hofft man, dass ein 19-Jähriger aus der fünften französischen Liga der Mannschaft weiterhilft.

Sicher nicht weiterhelfen wird der Maulkorb, den die Dreieicher Spieler erhalten haben. Sie dürfen drei Wochen, vielleicht auch noch länger, in der Öffentlichkeit nichts mehr sagen. Nun sind die viertklassigen Dreieicher nicht annähernd so begehrte Interviewpartner wie Bundesligaspieler, aber scheinbar schauen sich so manche Verantwortliche des 2015 gegründeten SC Hessen Dreieich Gepflogenheiten der längst von der Basis entrückten Profis sehr genau ab.

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Denn dieses Redeverbot gibt es manchmal bei Profiklubs, aber auch nur wenn es sportlich schlecht läuft, in Krisensituationen. Nach diesem „von oben“ verordneten Schweigegelübde könnte man meinen, die Dreieicher stecken schon drei Wochen vor dem ersten Pflichtspiel in der Krise. Das ist kein gutes Zeichen.

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