Testspiele gegen Chinas U20-Auswahl

Kommentar: Kleiner Deal, großer Deal

Es bleibt das Sommerthema der Fußball-Regionalliga Südwest: Immerhin herrscht nun etwas mehr Klarheit: Die Testspiele gegen Chinas U20-Auswahl werden kommen, aber in veränderter Form. Von Jörg Moll

Dass es nur ein Spiel geben wird, und das erst ab der Rückrunde, ist vernünftig. Zu viele Fragezeichen gab es rund um die Organisation der Partien. Von banalen Fragen wie der Zusammensetzung des Kaders für solche Spiele über die Zahl der Auswechslungen bis hin zu komplexeren wie der Finanzierung oder der Suche nach einem Basiscamp für die chinesischen Gäste. Die Bildung einer Arbeitsgruppe mag zwar pädagogisch verstaubt klingen. Dass sie vier Vereinsvertreter bilden, könnte sich aber als wertvoll erweisen. Schließlich kennen sie die Besonderheiten der Liga.

Die Neugestaltung des Pilotprojekts zeigt auch, mit welch heißer Nadel das Grundsatzabkommen zwischen Deutschem Fußball-Bund und Chinas Verband CFA gestrickt war. Die Kommunikation des Projekts war verbesserungswürdig, die nun vorgestellte Variante ist durchaus schlüssig.

Klar ist: Die Testspiele sind der kleine Deal eines großen, der in den kommenden Wochen transparent kommuniziert werden soll. Daran wird der DFB zu messen sein. Dabei geht es für den Verband vor allem um die von China gewünschte Trainerausbildung. Nur mal zur Einordnung: In Deutschland gibt es 366 DFB-Stützpunkte für Nachwuchstalente. In China sollen 44.000 solcher Einrichtungen entstehen. Dass der DFB, dessen eigene Vertreter nicht von einem Verband, sondern einem Unternehmen sprechen, auf diesem Riesenfeld mitspielen will, ist nachvollziehbar.

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Dass Vereine und vor allem ihre Fans der Kommerzialisierung kritisch gegenüberstehen, ist ebenfalls verständlich. Zuweilen ist die Doppelmoral allerdings schwer zu ertragen. Bestes Beispiel: Waldhof Mannheim. Dort rufen Fans dazu auf, sich gegen Kommerzialisierung zu formieren. Bei einem Klub, der ohne Multimilliardär Dietmar Hopp schon längst pleite wäre. Bei einem Klub, dessen Profi GmbH von einem seither unbekannten Investor mit einer Million Euro ausgestattet wurde. Bei einem Klub, dessen Jugendarbeit maßgeblich von der Stiftung des SAP-Gründers Hopp finanziert wird.

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