Daniel Steuernagel übernimmt beim OFC

Kommentar: Erwartungen sind hoch

Daniel Steuernagel ist der dritte Trainer der Offenbacher Kickers seit dem Zwangsabstieg und der Insolvenz im Jahr 2013. Das ist ein beachtlicher Wert, wenn man bedenkt dass Ligakonkurrent SV Elversberg im gleichen Zeitraum mit acht Trainern gearbeitet hat, aber nicht viel erfolgreicher war. Von Jochen Koch 

Der 38-Jährige soll beim OFC im sechsten Regionalligajahr für neue Aufbruchstimmung sorgen. Der bisherige Grundschullehrer ist ein ganz anderer Typ als seine Vorgänger Rico Schmitt und Oliver Reck. Sie kamen beide mit Zweitligaerfahrung nach Offenbach, wo lange Zeit die Namen mehr zählten als das Können. Jetzt soll es ein junger, dynamischer, erfolgshungriger Trainer mit exzellentem Basiswissen und positiver Ausstrahlung besser machen. Da fallen einem natürlich sofort Namen wie Julian Nagelsmann (Hoffenheim) und Domenico Tedesco (Schalke) ein, die neue Trainergeneration, die ohne vorherige Profierfahrung das Vertrauen bekam.

Steuernagel ist das Kontrastprogramm zu Oliver Reck. Weg vom Trainer der alten Schule, der sich mit Dünnhäutigkeit und seiner skeptischen und oft schmollenden Art bis zuletzt treu geblieben ist. Es war auffallend, wie sich Steuernagel und Sportdirektor Sead Mehic mit ihren Äußerungen indirekt von Reck distanzierten.

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Steuernagel wird erst ahnen, was in Offenbach auf ihn zukommt. Die Erwartungen sind hoch. Steuernagel soll die Kickers wieder nach oben führen. Es ist ein anderer Erfolgsdruck als in Lindheim oder Watzenborn-Steinberg. OFC-Idol und Kapitän Oli Roth hat einmal gesagt: „Wenn es nicht läuft, ist das Kickers-Trikot ein paar Kilo schwerer als ein normales Trikot.“ Noch größer ist die Belastung für die Trainer. Präsident Helmut Spahn hat kürzlich gesagt, die Mannschaft ist besser als ihre jetzige Platzierung. Daran wird sich Steuernagel messen lassen müssen.

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