Kontroverse Diskussion im Südwesten

Regionalliga-Klubs bei Verteilung der TV-Gelder uneinig

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Am 28. März 2016 zeigte Sport1 zuletzt ein Heimspiel der Offenbacher Kickers (gegen Elversberg) live. Im Schnitt verfolgten 470.000 Zuschauer die Partie. Rekord. Vergangene Saison wurden allerdings nur Auswärtsspiele mit OFC-Beteiligung übertragen.

Offenbach - Die Wogen rund um die Testspiele gegen Chinas U20 haben sich in der Fußball-Regionalliga Südwest gelegt. Es gibt jedoch ein anderes Thema, über das diskutiert wird: den neuen TV-Vertrag mit Sport1. Von Christian Düncher 

Gestern Mittag saß die Spitze der Regionalliga Südwest GbR zusammen. Der stellvertretende Geschäftsführer, Felix Wiedemann, und der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung, Ronny Zimmermann, unterhielten sich unter anderem über die Managertagung vom Dienstag. Um die China-Testspiele ging es diesmal aber nur am Rande. Das Thema, über das zuvor auch öffentlich intensiv diskutiert worden war, ist inzwischen kein großer Aufreger mehr. Dazu hat auch die Tatsache beigetragen, dass es die Freundschaftsspiele nur noch in abgespeckter Form geben wird (wir berichteten).

„Wir haben die Veranstaltung reflektiert“, so Wiedemann. „Es ist alles gut gelaufen.“ Hinsichtlich der China-Testspiele sei er ohnehin „generell sehr entspannt“. Denn: „Es wird ja niemand gezwungen.“ Das sahen die Vereinsvertreter ähnlich. Nachdem bis Dienstagabend zunächst 15 Klubs zugesagt hatten, ab der Rückrunde am jeweils spielfreien Wochenende gegen Chinas U20 anzutreten, zog gestern als 16. der 19 Vereine der 1. FC Saarbrücken nach. Dessen Geschäftsführer David Fischer (einst Kickers Offenbach) hatte sich einen Tag Bedenkzeit erbeten. Nun habe man sich „aus sportlichen Gründen“ und um der „Völkerverständigung“ zu dienen dazu entschlossen, das Freundschafsspiel auszutragen. Die Erlöse werde man in das angestrebte Nachwuchsleistungszentrum investieren, teilte der Klub mit. Christopher Fiori, Geschäftsführer des OFC, will den Fans ebenfalls zeigen, „dass wir das Geld für sinnvolle Sachen verwenden. Ein Teil könnte in die Jugendarbeit fließen.“

Letzte Details zum organisatorischen Ablauf der Tests wird eine Arbeitsgruppe um Fiori klären. „Wir sollen die Interessen der Vereine vertreten. Das ist für uns sehr wichtig“, betonte der OFC-Geschäftsführer. Neben den Fragen, wer spielberechtigt ist und wie oft gewechselt werden darf, geht es auch darum, ob im heimischen Stadion gespielt werden muss. Für diese Variante spricht, dass ein chinesischer TV-Sender die Spiele live übertragen will und daher eine gewisse Infrastruktur erforderlich ist.

Bilder: OFC beim Fototermin

Um TV-Übertragungen ging es auch im Gespräch zwischen Wiedemann und Zimmermann, aber in Bezug auf Punktspiele. Der TV-Sender Sport1 hat bekanntlich mit den Staffeln Südwest, Nord, West und Bayern einen neuen Vertrag bis 2021 geschlossen und angesichts der Verlustes der Rechte an der 2. Liga laut Wiedemann „großes Interesse“, mehr Regionalliga-Partien (30 bis 60) zu zeigen, wobei der Südwesten hofft, öfter berücksichtigt zu werden. „Unser Schnitt liegt bei fünf Spielen pro Saison. Aber wird sind eine attraktive Liga mit interessanten Partien“, so Wiedemann.

Gewinnspiel: Neue OFC-Trikots in der Verlosung

Der bevorzugte Sendetermin wird künftig der Montag (statt Dienstag) sein. Zudem wird Sport1 pro Partie einen etwas höheren Betrag zahlen als bisher. Die Verteilung ist aber noch unklar. Nachdem die Summe bisher gleichmäßig auf alle Vereine (außer zweite Mannschaften) aufgeteilt wurde, gab es nun eine kontroverse Diskussion darüber, ob die an der TV-Übertragung beteiligten Klubs künftig einen höheren Anteil erhalten sollen. „Kleine Vereine, die selten gezeigt werden, finden es natürlich gut, wenn weiterhin alles in einen Pott kommt“, sagte Fiori. Die Entscheidung wird die Gesellschafterversammlung Ende des Monats treffen.

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