Letzte und erste Chance für einen Profivertrag

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Er will es allen zeigen: Daniele Fiorentino.

Offenbach ‐ Sieben Spiele hat er in der 2. Liga absolviert, 40 in der Regionalliga. Die Gegenwart heißt für Daniele Fiorentino jedoch Hessenliga. Und das bereits seit dreieinhalb Jahren. Doch damit soll nun Schluss sein. Von Christian Düncher

Der einst als größtes Talent der Offenbacher Kickers gepriesene Offensivspieler hofft auf eine Trendwende – und einen Profivertrag beim OFC. „Ich bin jetzt 25 und habe mit Sicherheit noch nicht aufgegeben“, sagt der Deutsch-Italiener. „Ich will dahin, wo ich schon mal war. Und dafür gebe ich weiter richtig Gas.“ Eine erste Duftmarke hat Fiorentino diese Saison bereits gesetzt und in 22 Spielen für die U23 des OFC (Hessenliga) 16 Tore geschossen. Zur Belohnung durfte er mit den Profis ins Trainingslager. „Daniele strahlt immer wieder Gefährlichkeit aus“, sagt Trainer Steffen Menze, verweist aber auch auf die bekannten Schwächen: „Sein Zweikampfverhalten hat sich im Vergleich zu den letzten Jahren aber kaum verbessert.“

Dessen ist sich auch Fiorentino bewusst. „Meine größte Schwäche ist die Rückwärtsarbeit, das haben mir schon viele Trainer gesagt“, gibt der 25-Jährige zu. „Ich habe in dem Bereich Fortschritte gemacht. Dennoch gibt es natürlich noch Steigerungspotenzial.“ Wegen seiner Qualitäten im Spiel nach vorne debütierte er beim OFC bereits als 17-Jähriger in der Regionalliga, schaffte den Aufstieg in die Zweite Liga. Sogar Arsenal London soll ihn einige Zeit beobachtet haben. Den Durchbruch schaffte er jedoch nie. Auch nicht beim SV Wehen, wo er von 2006 bis 2008 spielte.

Fiorentino: „Ich war zu schnell zufrieden“

Ich war zu schnell zufrieden“, meint Fiorentino rückblickend. „Kurzeinsätze haben mir als junger Kerl gereicht.“ Inzwischen gibt er sich ehrgeiziger. „Ich will einen Profivertrag und versuche, meine Chance zu nutzen.“ Beim Laktattest ging das gewaltig daneben. Fiorentino schaffte als einziger Feldspieler das geforderte Laufpensum nicht. „Ich war noch nie ein Läufer und in der Woche davor krank. Trotzdem hätte ich es schaffen müssen“, sagt der 1,80 Meter große Offensivspieler. „Der Trainer hat mir sehr deutlich gesagt, dass er enttäuscht von mir war. Nun muss ich noch mehr arbeiten.“ Das sieht auch Menze so: „Daniele fällt nicht mehr unter die U23-Regel, so dass er immer um seinen Platz im Kader kämpfen muss. Dessen muss er sich bewusst sein.

Odabas nach Rotsperre zum Zuschauen verdammt

Baris Odabas

Anders stellt sich die Situation bei Baris Odabas, dem Kapitän der U19, dar, der nach dem Ausfall von Mirnes Mesic kurzfristig mit ins Trainingslager fliegen durfte und diese Saison zweimal im Kader der ersten Mannschaft stand. „Er ist jemand für die Zukunft“, so Menze. „Ein U23-Spieler, bei dem ich froh war, dass er dabei gewesen ist. Das Problem ist aber weiter seine Rotsperre.“ Odabas war bei einem A-Jugendspiel vom Platz gestellt und acht Spiele gesperrt worden. Voraussichtlich darf der Offensivspieler erst Ende März wieder eingesetzt werden.

Ich war auf einem guten Weg, aber die Rote Karte war dumm von mir“, zeigt sich Odabas einsichtig. „Ich bin normalerweise ein sehr fairer Spieler, habe vergangene Saison kein einziges Mal Gelb gesehen.“ Odabas hat sich bei der Mannschaft entschuldigt, die muss nun in der U19-Hessenliga ohne ihn den Fünf-Punkte-Rückstand auf den SV Wehen aufholen. „Es ist gerade mal die Hälfte der Saison rum“, sagt Odabas. „Im Fußball ist alles möglich.“

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