Fanbeauftragter im Interview

Machtkampf trübt die Stimmung

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Matthias Schmidt

Offenbach - Er kennt beide Seiten: Matthias Schmidt ist Fanbeauftragter der Offenbacher Kickers und somit Ansprechpartner für die Anhänger. Aber er sitzt auch im Aufsichtsrat der Profi GmbH. Von Christian Düncher

Im Interview spricht er über die Entwicklungen der vergangenen Tage und deren mögliche Auswirkungen.

Herr Schmidt, befürchten Sie, dass der Machtkampf im Verein die Fanszene spalten könnte?

Es gibt schon länger zwei Lager. Das ist letzte Saison deutlich geworden, als ein Banner hochgehalten wurde und es danach zu körperlichen Auseinandersetzungen kam. Ich hatte aber nicht erwartet, dass die Stimmung gegen Thomas Kalt so zunimmt. Zumindest im Internet ist das der Fall. Aber im Vergleich zur Gesamtzahl der Fans sind es nur wenige, die täglich in Foren schreiben. Das Heimspiel am Samstag ist eher ein Gradmesser.

Wie bewerten Sie die aktuelle Stimmungslage bei den Fans?

Bis vor ein paar Tagen war die Grundstimmung positiv, weil viele Fans mit einem Neuanfang gerechnet hatten und Dr. Frank Ruhl in ihren Augen dafür steht. Für einige ist nun etwas zusammengebrochen, das trübt die Stimmung. Man muss aber auch sagen, dass vielen natürlich das nötige Hintergrundwissen fehlt, um gewisse Dinge einzuschätzen.

Als Fanbeauftragter und Mitglied des Aufsichtsrats sitzen Sie zwangsläufig zwischen den Stühlen. Macht sich das derzeit besonders bemerkbar?

Bis auf ein paar Beiträge in Internet hält es sich in Grenzen. Da sind einige kritisch mit mir umgegangen, aber das geschah in der Mehrzahl der Fälle aus Unkenntnis über die Aufgaben der verschiedenen Gremien. Vorher war das kein Thema. Und nun ist es nur eins für die, die gegen Thomas Kalt sind.

Wie ist denn die Tendenz Ihrer Meinung nach? Eher pro Thomas Kalt oder pro Frank Ruhl?

Inwiefern spiegelt die aktuelle Stimmung bei den Fans die Lage bei den Mitgliedern wider, die ja den Präsidenten wählen?

Das ist schwer einzuschätzen. Es wird ja voraussichtlich zwei Kandidaten geben, was es lange nicht mehr gab. Jeder wusste um die Verdienste von Thomas Kalt, da fiel die Wahl nicht schwer. Bei zwei Kandidaten wird es darum gehen, wer das bessere Konzept vorlegt und es besser verkauft. Grundsätzlich ist es gut, dass es einen Wahlkampf gibt. Es sollte nicht persönlich werden, sondern sachlich bleiben. Es muss um Kickers Offenbach gehen. Jeder der beiden Kandidaten hat seine Meinung geäußert. Damit sollte das Thema erledigt sein.

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