Mix aus Selbstvertrauen und Respekt

Maik Vetter: „Wir können jeden schlagen“

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Der vielseitig einsetzbare Maik Vetter (26) steht seit 2014 bei den Offenbacher Kickers unter Vertrag, für die er 94 seiner 127 Regionalliga-Spiele absolvierte. Vergangene Saison traf er als Aushilfsstürmer bei 31 Einsätzen zehnmal.

Offenbach - Das halbe Dutzend ist voll: Die Offenbacher Kickers gehen mittlerweile in ihre sechste Saison in Folge in der Fußball-Regionalliga Südwest – mit dem bereits dritten Coach. Nach Rico Schmitt (2013 bis 2016) und Oliver Reck (2016 bis 2018) hat nun Daniel Steuernagel das Sagen. Von Christian Düncher

Nur vier Spieler aus dem aktuellen Kader kamen schon unter dessen Vorgängern zum Einsatz: Torwart Daniel Endres, die Verteidiger Dennis Schulte und Jan-Hendrik Marx – sowie Allrounder Maik Vetter. Der 26-Jährige schaut im Interview zurück und äußert sich zur bevorstehenden Saison. Maik Vetter, der OFC stand vergangene Saison lange auf einem Platz, der zur Teilnahme an den Aufstiegsspielen berechtigt hätte, brach dann aber ein.

Wirkt das noch nach oder überwiegt die Freude auf die neue Saison?

Die Enttäuschung war nach der Saison schon extrem, fast wie 2015, als wir in den Aufstiegsspielen an Magdeburg gescheitert sind. Uns hat ja nicht viel gefehlt, das macht es noch ärgerlicher. Mit Beginn der Vorbereitung spürte man aber langsam die Vorfreude. Und als der Spielplan veröffentlicht wurde, stieg sie noch mehr. Die Enttäuschung wird immer weniger.

Sie haben die Saison 2014/15 angesprochen. Damals war Rico Schmitt Trainer, später Oliver Reck und nun Daniel Steuernagel. Was eint beziehungsweise unterschiedet dieses Trio?

Wir erleben die Trainer ja nur ein paar Stunden am Tag und sie können den Fußball nicht neu erfinden. Alle drei sind sehr menschliche Typen, die nah an der Mannschaft dran sind und sich nicht über sie stellen. Sie hören alle sehr genau rein ins Team, fragen nach dem Training immer wieder mal, wie man sich fühlt. Alle sind sehr kommunikativ, haben aber trotzdem eine gewisse Autorität, wobei Rico Schmitt durchaus auch mal lauter werden konnte. Bei Oliver Reck war das weniger der Fall. Bei ihm kam die Autorität quasi durch seine Person. Das ist bei Daniel Steuernagel ähnlich.

Ist Rico Schmitt also der impulsivste dieser drei Trainer?

Das weiß ich noch nicht. Daniel Steuernagel kann auch impulsiv sein. Er wird glaube ich bei den Spielen von der Bank aus intensiv mitgehen. Er setzt auch auf Emotionen und will das vorleben.

Und er setzt offenbar auf Training, Training, Training...

Wir verbringen bei ihm in der Tat mehr Zeit auf dem Platz. Die Einheiten sind länger, aber mit mehr Pausen. Oliver Reck bevorzugte kurze, intensive Einheiten – mit kompakten Spielformen.

Was dürfen die OFC-Fans in der kommenden Saison von der Mannschaft erwarten?

In Offenbach will man harte, ehrliche Arbeit sehen, kein Hacke und Spitze. Und man will auch nicht, dass große Sprüche geklopft werden. An erster Stelle steht natürlich der Erfolg. Aber die Fans in Offenbach können gut einstufen, ob jemand alles gegeben hat. Natürlich kann es beim OFC auf den Rängen auch schnell unruhig werden, aber das gehört dazu.

Bilder: OFC-Party auf dem Wilhelmsplatz

Und welche Ziele haben Sie für die kommende Saison?

Persönlich will ich wieder gesund bleiben und so viele Spiele wie möglich machen. Als Team haben wir vergangenen Saison oben angeklopft. Wir haben daher das Selbstverständnis, dass wir, wenn alles gut läuft, jeden schlagen können. Aber es kann auch andersherum ausgehen. Wir spielen nicht jeden Gegner an die Wand, aber wir werden auch nicht an die Wand gespielt, auch wenn es vergangene Saison gegen die Spitzenteams zumeist nicht zum Sieg gereicht hat. Wir gehen mit Selbstvertrauen in die Saison, jedoch auch mit dem nötigen Respekt.

Sie waren vergangene Saison Aushilfsstürmer – und zwar ein ziemlich guter. Mit Ihren zehn Treffern waren Sie Dritter in der internen Torschützenliste. Wo sehen Sie sich künftig?

Der Trainer muss uns erst mal kennenlernen. Aber ich bin ja flexibel. Wir haben viel im taktischen Bereich gearbeitet, werden wohl mindestens mit zwei Systemen agieren. Ich sehe mich da eher auf der Acht. Aber in Offenbach habe ich bis auf Torwart und Linksverteidiger bereits alle Positionen schon mal von Beginn an gespielt. Es ist nicht so, dass ich mich nun daran gewöhnt habe, Angreifer zu sein. Aber ich war es gerne. Auf der Acht ist der Weg zum Tor jedoch auch nicht weit...

...da kann man sich mal den Ball schnappen, über den halben Platz rennen und vorne vollenden – wie vergangene Saison in der Partie bei der SV Elversberg, die nun zum Eröffnungsspiel nach Offenbach kommt.

Ja, da hätte ich nichts dagegen. Elversberg wird gleich ein richtiger Gradmesser. Mal schauen, wofür das gut sein kann. Die haben einen Umbruch hinter sich. Unsere Mannschaft ist hingegen bis auf die wenigen Zugänge im Kern seit drei Jahren zusammen. Das kann ein Vorteil sein.

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